Bei einem ersten Einsatz der Drohnen wurde ein Rehkitz in einer Wiese entdeckt. Foto: Kreisjägervereinigung Calw

Seit Anfang Mai und voraussichtlich bis Ende Juni suchen ehrenamtliche Kitzretter im Landkreis Calw in den frühen Morgenstunden die Wiesen und Felder nach Rehkitzen ab – mit Hilfe von Hunden und drei neuen Drohnen. Sie versuchen die Tiere so vor landwirtschaftlichen Fahrzeugen zu schützen.

Kreis Calw - Die Jungtiere kennen in den ersten zwei Wochen ihres Lebens nur einen Schutzmechanismus: sich so tief wie möglich in der Wiese am Waldrand oder im Unterholz ducken und auf die Mutter warten. "Sie werden dort abgelegt und bleiben ganz still liegen", berichten die Jägerin Marlen Bernhardt aus Holzbronn und Jäger Jörg Röhling aus Gültlingen. "Selbst wenn gigantische Maschinen auf sie zurollen, rühren sie sich nicht." Das kann den Rehkitzen zum Verhängnis werden.

Um die Kitzrettung zu optimieren, setzt die Kreisjägervereinigung Calw seit kurzem drei Drohnen inklusive Wärmebildkamera ein.

Auf keinen Fall Jungtiere anfassen

Die Drohnen sind besonders in den frühen Morgenstunden hilfreich. Wenn die Luft und das Feld noch kühl sind, zeichnet die Wärmebildkamera die Körperwärme der Rehkitze auf und überträgt die Aufnahmen direkt auf ein Handy oder Tablet.

Besonders wichtig: Auf keinen Fall darf man die Jungtiere anfassen. Die Mutter würde es riechen und ihr Kitz zurücklassen. Wenn die Jäger ein Jungtier finden, holen sie es immer mit Handschuhen und einer dicken Lage Heu, Stroh oder Gras aus der Wiese. Ist das Feld gemäht, legen sie es wieder zurück an die Stelle, an der sie es gefunden haben.

Bei dieser Aktion werden einige der Kitze mit Ohrmarken der Wildforschungsstelle Baden-Württemberg markiert, so dass für das Rehwild auswertbares Datenmaterial zur Verfügung gestellt werden kann. Erste Kitze wurden am Pfingstwochenende bereits mit einer Ohrmarke markiert. "Es freut mich außerordentlich, dass wir in so kurzer Zeit ein Projekt von diesem Ausmaß auf die Beine stellen konnten", so Kreisjägermeisterin Elke Marko.

Nun sind drei Drohnen für den ganzen Kreis Calw nicht besonders viel. "Das ist in der Zeit, in der Landwirte ihre Wiesen mähen, schon eine enge Kiste", weiß Jörg Röhling. Man verteile die Einsätze der teuren Geräte so gut wie möglich. Und natürlich gehen die Jägerinnen und Jäger weiterhin die Wiesen alternativ und zusätzlich mit ihren Hunden ab. "Das machen viele in ihrem Gebiet."

Die Leistung der Kitzretter im Kreis Calw ist für Landwirte und auch für Jagdpächter kostenfrei. Denn das engagierte Team der Kreisjägervereinigung arbeitet ehrenamtlich, freut sich aber über jede Spende, die es ermöglicht, weiter in die Ausrüstung zu investieren und so die Kitzrettung im Landkreis weiter auszubauen. Wichtig für die Koordinierung der Kitzrettung ist, dass sich die Landwirte rechtzeitig melden.

Ob Jäger, Naturfreund oder Landwirt – bei der Jungwildrettung kann jeder mithelfen. Wer sich im Arbeitskreis Kitzrettung einbringen möchte, meldet sich einfach per E-Mail (siehe Info). Für weitere Auskünfte und Informationen steht Obmann Simon Metz gerne zur Verfügung.

- Kontakt zur Kitzrettung: Telefon: 07052/9343632; E-Mail: info@kreisjaegervereinigung-calw.de

- Spendenkonto: Kreisjägervereinigung Calw e.V., Verwendungszweck: Kitzrettung

IBAN: DE18 6665 0085 0008 1491 35; BIC: PZHSDE66

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