Die Schonacher Weihnachtskrippe von 1920 ist ab dem 20. Dezember wieder zu sehen. Foto: Gemeinde Schonach

Vom 20. Dezember bis 6. Januar 2026 können Besucher die mehr als 100 Jahre alte Landschaft im Kurhaus betrachten. Kriegsheimkehrer Meinrad Spath erbaute das Werk.

Die über 100 Jahre alte Weihnachtskrippe kann ab dem 20. Dezember wieder im Haus des Gastes besichtigt werden. Sie lädt Besucher dazu ein, eines der traditionsreichsten Schonacher Ausstellungsstücke zu entdecken.

 

Der Erbauer Meinrad Spath kehrte mit einer schweren Kriegsverletzung aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Seine religiöse Einstellung war Grund, Szenen aus dem Leben „Jesus Christus“ beweglich darzustellen. In seiner kargen Freizeit ab dem Jahr 1920, baute er Werke, die mechanisch über Kurven und Hebel die verschiedenen Figuren bewegen. Alle Werke zusammen wurden wieder über eine Transmission und Treibriemen zum Ablauf gebracht. Für die Landschaftsgestaltung der Krippe wurden zum großen Teil natürliches Material wie Waldmoos, Baumschwämme und Steine verwendet. Die Figuren aus Holz wurden von einem Schonacher Bildhauer angefertigt.

Mehr als 30 Kilogramm Material (Steine) aus dem Heiligen Land wurden zur Landschaftsgestaltung verwendet. In den Jahren 1978 bis 1981 wurde die Weihnachtskrippe mit einem neuen Unterbau und neuer Landschaftsgestaltung in der Heimtatstube im Haus des Gastes von Joseph Spath neu aufgebaut und zugleich der Gemeinde Schonach als Geschenk überlassen. Josef Spath wendete in diesen drei Jahren über 2000 Arbeitsstunden für die Restaurierung auf.

Seit dem Jahr 2000 hat sein Schwiegersohn Werner Eiche die Betreuung übernommen. Im Zuge der Umgestaltung des Kurgartens ab 2016 wurde die Heimatstube geschlossen. Dort entstand das heutige Bistro. Die Weihnachtskrippe fand eine neue Heimat im Garderobenbereich des „Haus des Gastes“. Werner Eiche baute bis 2021 die Krippe dort in mühlevoller Kleinarbeit wieder auf.

Die Weihnachtskrippe ist vom 20. Dezember bis 6. Januar täglich von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Die 1920 erbaute mechanische Krippe steht im Garderobenbereich im Haus des Gastes. Der Zugang erfolgt über die Tourist-Information.