Drei lädierte Autos und ein beschädigtes Gebäude – damit endete eine Verfolgungsjagd in St. Georgen. Die Fahrerin und eine 16-Jährige verletzten sich zudem. Foto: Polizeipräsidium Konstanz

Auf der Flucht vor der Polizei bretterte eine 15-Jährige in St. Georgen ins Schaufenster eines Autohauses. Wie es dort weitergeht – und was auf die Fahrerin zukommt.

Jede Menge zersplittertes Glas sowie ein lädierter Stützbalken, drei beschädigte Autos und zwei schwer verletzte Jugendliche – das ist die Bilanz eines spektakulären Unfalls am Freitagabend in St. Georgen. Eine 15-Jährige unternahm im weißen Mercedes ihres Vaters eine Spritztour, die fatal endete.

 

Nicht nur für die beiden Mädchen, die im Auto saßen – eine 16-Jährige hatte die Fahrerin begleitet –, sondern auch für das Autohaus Storz, wo die rasante Fahrt endete. Die 15-jährige Autofahrerin hatte beim Einbiegen in die Industriestraße die Kontrolle über den Wagen verloren und war mit Karacho im Schaufenster des Autohauses gelandet, wo das Auto in einen ausgestellten Neuwagen krachte. Das Gebäude galt daraufhin als einsturzgefährdet und musste abgestützt werden.

Immerhin, sagt Geschäftsführer Matthias Storz am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion, hat der Unfall keine großen Auswirkungen auf den Betrieb des Autohauses. Schon am späten Freitagabend sei ein Spezialist des Technischen Hilfswerks (THW) vor Ort gewesen, um die Statik zu beurteilen. Mithilfe der Sicherungsmaßnahmen, welche die St. Georgener Feuerwehr vornahm und die mittlerweile Storz zufolge noch verstärkt wurden, bestehe keine Gefahr mehr. „Wir konnten heute Morgen ganz normal öffnen“, betont Storz am Montagnachmittag.

Der Mercedes durchbrach die Scheibe des Autohauses. Foto: Polizeipräsidium Konstanz

Zwar verursache der Vorfall nun „eine Menge Rennerei“, wie Storz sagt. Immerhin sei der Sachschaden nicht zu vernachlässigen. Die Polizei geht von 250 000 Euro Schaden am Gebäude sowie von insgesamt 50 000 Euro Schaden an den drei beteiligten Autos aus – neben dem Wagen, mit dem die 15-Jährige unterwegs war, und dem Auto, mit dem sie kollidierte, wurde noch ein Fahrzeug auf dem Hof des Autohauses durch umherfliegende Trümmerteile beschädigt.

Storz: hätte schlimmer enden können

Vor allem aber ist Storz froh, dass die ganze Sache vergleichsweise glimpflich ausging. Als er am Freitagabend an der Unfallstelle eintraf, sei er „richtig schockiert“ gewesen, „dass die jungen Damen da wirklich mit vollem Karacho reingebrettert sind“. Aus seiner Sicht hatten die beiden „Glück im Unglück“, dass sie direkt nach dem Crash durch das Schaufenster mit dem Neuwagen zusammenstießen. Sonst nämlich hätte ihre Fahrt noch weiter durch das Autohaus führen können – mit potenziell schwereren Schäden an Auto, Personen und Gebäude.

Illegales Autorennen und fahrlässige Körperverletzung

Auch wenn der Unfall hätte schlimmer ausgehen können – ein Nachspiel wird er für die 15-jährige Fahrerin wohl dennoch haben. Wie Daniel Brill, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, auf Anfrage unserer Redaktion sagt, wird der Fahrerin eine ganze Reihe von Straftaten vorgeworfen: Sie fuhr ohne Fahrerlaubnis und beging verschiedene Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung. Da beim Unfall zudem die 16-jährige Mitfahrerin verletzt wurde, steht der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung im Raum. Und weil sie vor der Polizei flüchtete und nicht auf Anhaltesignale reagierte, könne der Fahrerin auch ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen zur Last gelegt werden.