Das Busfahren bestimmte sein ganzes Leben. Mit 88 Jahren ist diese Woche Schluss damit. Der Fischbacher Busunternehmer Heinz Petrolli nimmt Abschied von seinem Busführerschein.
Niedereschach-Fischbach - Der Busführerschein des Senior-Chefs der Firma "Petrolli-Reisen" läuft am kommenden Samstag, 7. August, ab. Petrolli hat sich – wenn auch schweren Herzens – mit Blick auf sein Alter und auch mit Rücksicht auf seine Fahrgäste, dazu entschieden, beim Landratsamt keine Verlängerung für seinen Busführerschein zu beantragen. Und dies, obwohl er sich noch absolut fit fühlt und sich sicher ist, dass er die für die Verlängerung des Busführerscheins notwendigen Tests und Untersuchungen erfolgreich hätte absolvieren können. "Ich werde im Januar 89 Jahre alt, und in dem Alter weiß man nie was kommt. Einmal muss Schluss sein – und mehr geht nicht", sagt Petrolli.
Unfallfrei die halbe Welt bereist
Seit 1954, also 67 Jahre, besitzt Petrolli den Busführerschein. Er hat hinter dem Steuer seiner Busse die halbe Welt bereist und unzählige Kilometer unfallfrei zurückgelegt. Viele Fernreisen, verbunden mit einmaligen Erinnerungen an Reisegruppen und Teilnehmer füllen Petrollis Reisetagebuch. Unvergessen bleiben ihm eine Vielzahl von Reisen, seien es nun die vielen Fahrten ans Nordkap oder nach Russland. In besonderer Erinnerung bleibt das Jahr 1981, als er mit 50 Menschen im Bus quer durch Ägypten unterwegs war, die dortigen Sehenswürdigkeiten besuchte und Land und Leute kennenlernte. "Und alles ohne Navigationsgerät. Trotzdem haben wir immer wieder nach Hause gefunden", lacht Petrolli im Rückblick und fügt hinzu: "Sehr dankbar und zufrieden nehme ich nun Abschied von meinem Omnibus und auch meinem Oldie Liebling S6." Gemeint ist damit einer seiner beiden Oldtimerbusse, mit denen er in den vergangenen Jahren immer besonders entspannt mit "netten kleinen Familiengruppen" unterwegs war.
"Mit großer Dankbarkeit an alle Kunden, Familien und meiner Frau Else, gebe ich nun mit etwas Wehmut, jedoch mit vielen guten Wünschen das Steuer in jüngere Hände", so Petrolli. Nichtsdestotrotz ist ihm bei diesen Worten doch auch etwas Abschiedsschmerz anzumerken, obwohl er weiß, dass eben alles im Leben seine Zeit hat.
Wenn am Samstag der Busführerschein von Heinz Petrolli abgelaufen ist, geht eine Ära zu Ende. Fast nicht zu glauben ist es, dass Petrolli in den zurückliegenden 67 Jahren seinen Busführerschein, wenn er unterwegs war, nicht einmal bei einer Kontrolle vorzeigen musste.