Im Villinger Innenring – hier der Klosterring – wird trotz Tempo 30 deutlich zu schnell gefahren. Foto: Marc Eich

Die Verkehrsmessung im Villinger Innenring hat teils erschreckende Erkenntnisse gebracht. Teilweise wird in der 30er-Zone mit mehr als 100 Stundenkilometern gefahren. Unserer Redaktion liegen nun Details zu den Ergebnissen vor.

Unauffällige graue Kästen hingen 20 Tage entlang des Villinger Innenrings. Ihr Zweck: eine Verkehrsmessung ohne, dass mögliche Geschwindigkeitsüberschreitungen sanktioniert werden. Die Erkenntnis: die Wenigsten halten sich an das Tempolimit.

 

Denn nachdem die grauen Kästen verschwunden waren, hakte unserer Redaktion bei der Stadt nach: Welche Ergebnisse der Messungen im Kloster, Benediktiner- und Romäusring liegen der Verwaltung nun vor?

Durchschnittlich 5000 Fahrzeuge am Tag

Zwischen dem 5. und dem 25. März sind an den drei Verkehrsmessgeräten insgesamt knapp 286 000 Fahrzeuge erfasst worden. Die meisten davon im Benediktinerring (fast 101 000), im Romäusring (98 500) und Klosterring (86 000) waren es teilweise nur unbedeutend weniger. Für den Benediktinerring heißt das beispielsweise, dass hier täglich im Durchschnitt 5000 Fahrzeuge unterwegs sind.

Die Frage ist aber vor allem: Halten sich die Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Stundenkilometern? Diese war im August 2023 im gesamten Innenring durchgesetzt worden. Die Erkenntnisse auf dem Punkt gebracht: Zwischen 76 und 85 Prozent der Autofahrer sind zwar im „nicht verwarnungspflichtigen Bereich“ unterwegs – fahren demnach nicht schneller als 38 Stundenkilometer.

Die Mehrzahl ist schneller als erlaubt

Aber: Beispielsweise im Klosterring sind 82 Prozent der Verkehrsteilnehmer schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer unterwegs. Im Benediktinerring sind es knapp 75 Prozent und im Romäusring 72 Prozent.

Erschreckend sind insbesondere die Ausreißer nach oben. Diese machen zwar prozentual einen geringen Umfang aus, dürften aber Wasser auf die Mühlen der Befürworter von stationären Blitzern sein.

Einige sind viel zu schnell unterwegs

Der Blick zunächst auf den Benediktinerring. Rund 22 400 Verkehrsteilnehmer (22,2 Prozent) waren dort im besagten Zeitraum zwischen 39 und 50 Stundenkilometer schnell unterwegs, rund 1500 sind bis zu 60 Stundenkilometer gefahren, 138 bis zu 70 km/h und 28 Fahrzeuge sogar schneller als 70 Sachen. Der Spitzenreiter war an einem Mittwochabend gegen 22 Uhr mit 83 Stundenkilometern unterwegs.

Im Romäusring sind fast 14 000 Fahrzeuge (14,2 Prozent) zwischen 39 und 50 Stundenkilometer gefahren, 890 sind bis zu 60 Stundenkilometer gefahren, 107 mit bis zu 70 Stundenkilometer und 53 Verkehrsteilnehmer rauschten in diesem Bereich mit mehr als 70 Sachen durch den Innenring. Die gemessene Spitzengeschwindigkeit betrug 114 Stundenkilometer und zwar an einem Samstagmorgen um 7.30 Uhr.

Spitzenreiter an einem Sonntagmorgen

Im Klosterring sieht es nicht viel besser aus. Dort fuhren während der 20 Tage etwas mehr als 19 000 Fahrzeuge (22,3 Prozent) zwischen 39 und 50 Stundenkilometer, 1400 waren mit bis 60 Stundenkilometer unterwegs, 160 gar schneller als 70 Stundenkilometer. Absoluter Rekordhalter war dort ein Verkehrsteilnehmer an einem Sonntagmorgen gegen 1 Uhr: Dieser raste mit irren 118 Stundenkilometern (!) durch die Stadt. Das hätte eigentlich ein Bußgeld von 800 Euro, drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg zur Folge.

Für die Verantwortlichen der Stadtverwaltung ist damit klar, dass im Innenring Handlungsbedarf besteht. Das erklärt Pressesprecherin Madlen Falke. „Die Ergebnisse werden derzeit verifiziert und mögliche Maßnahmen im Rahmen der Kleinen Verkehrskommission besprochen.“ Ad hoc sollen – so erklärt Falke – mehr Geschwindigkeitsmessungen in den betroffenen Straßenabschnitten durchgeführt werden.