Über ihre Missionsarbeit in Kenia berichteten Sabine und Patrick Museve beim Missionsabend in Oberiflingen. Links Gerhard Walz, Vorsitzender CMI. Foto: Uwe Ade

Wie geht es im afrikanischen Kenia zu? Und gibt es dort eigentlich Strom? Sabine und Patrick Museve berichteten bei der Christlichen Mission International in Oberiflingen über ihre Arbeit.

Die Christliche Mission International (CMI) mit Sitz in Oberiflingen lud vor kurzem zum Missionsabend in die Pfarrscheuer in Oberiflingen ein. Dabei berichteten Sabine und Patrick Museve von der Missionsarbeit in Kenia. Beide leiten CMI Kenia und betreuen Projekte am Mount Elgon.

 

CMI Kenia arbeitet eng mit der Afrika Inland Kirche, dem staatlichen Gesundheitsamt und anderen Organisationen zusammen. „Gehet hin in alle Welt und macht zu Jüngern alle Völker“: Dieser Missionsaufruf Jesu und diese Aufforderung stehe über der ganzen Arbeit von Sabine und Patrick, so Hans-Martin Keppler in einem Begrüßungswort.

CMI-Vorsitzender Gerhard Walz stellte den gemeinnützigen Verein vor, der Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) ist.

Ausgaben von etwa 162 000 Euro

2023 wurden dem Verein knapp 170 000 Euro anvertraut. Eine große Summe, fand Walz, aber in dieser sei alles enthalten – von den Spenden bis hin zu den Patenschaften. Auf der anderen Seite hatte man Ausgaben von etwa 162 000 Euro. Davon mussten Löhne und Gehälter für die mehr als 20 einheimischen Mitarbeiter, der Lohn für Sabine und Patrick Museve, der Betrieb der Krankenstation und weitere Projektausgaben beglichen werden. Neben der Gesundheits- und Kinderfürsorge sei die Mission, den Menschen die Botschaft Jesu zu bringen, das zentrale Anliegen, so Walz.

Die beiden Aktivisten, die sich in der Mission kennenlernten, arbeiten seit 2005 im CMI-Projekt in Westkenia und sind derzeit auf Heimataufenthalt in Amstetten auf der schwäbischen Alb, wo Sabine Museve herkommt. Die erste Veranstaltung der beiden Missionare fand jetzt in Oberiflingen statt, weitere folgen im Dezember in Amstetten, Urspring, Metzingen und Tübingen.

Patrick Museve hat 20 Geschwister

Patrick Museve stellte sich vor. Er kommt aus Kenia, ist 52 Jahre alt und stammt aus einer großen Familie. Er habe 20 Geschwister. Sabine Museve (46) ist Kinderkrankenschwester und informierte, dass sie viel mit Verwaltung beschäftigt sei, während ihr Mann Patrick eher im praktischen Bereich tätig sei, die Werkstatt leite und viele Fahrten mache.

CMI erwarb den Schilderungen zufolge einen Hektar Land im Dorf Sambocho am Mount Elgon. Dort leben die Sabaot und diese galten damals vor 20 Jahren noch als teilweise vom Evangelium unerreicht. Dort haben Patrick und Sabine das Haus eines Missionars aus Australien übernommen. Das Haus habe Wasser- und Stromanschluss: „Ein afrikanischer Stromanschluss – also manchmal ist er da, manchmal ist er nicht da“, schmunzelte Sabine Museve. Wegen fehlender medizinischer Versorgung in dieser Gegend wurde von CMI das Gesundheitszentrum „Sambocho Health Center“ errichtet. Außerdem gebe es neben Evangelisationsarbeit ein Kinderfürsorgeprogramm, bei dem durch Patenschaften über 40 Waisen unterstützt würden.

Neues Projekt in Arbeit

Neu zur Missionsarbeit kam das Pokot-Projekt im Dorf Kerelon. Die Pokots sind Nomaden, die in der Halbwüste in der Nähe des Baringosees leben. Die Alphabetisierungsrate sei sehr niedrig. Zwangsbeschneidung und Verheiratung von Mädchen würden dort noch regelmäßig praktiziert. Auch sei die Unterdrückung von und Gewalt gegen Frauen gesellschaftliche Norm, wusste Sabine Museve in ihrem Bericht.