Laila Storz mit einem ihrer Schützlinge: In ihrem Schuppen betreibt sie eine Art Krankenstation für Igel. Foto: Salome Menzler

Laila Storz aus Würzbach ist Erzieherin – und Igelretterin. 82 Tiere hat sie seit Juni versorgt, 17 päppelt sie gerade in ihrem Schuppen auf. Doch nicht alle überleben.

Im Schuppen von Laila Storz im Oberreichenbacher Ortsteil Würzbach, hinter dem Haus gelegen, sind acht Plastikboxen in einer dunklen Ecke verstaut – allesamt gut dokumentiert, mit Decken und Wärmeplatten ausgestattet. Im Raum riecht es etwas strenger, leicht nach Katzenfutter.

 

Das liegt an den Igeln, scherzt Storz, „und die sind einfach unglaubliche Schweinchen“. Egal ob am Schlafplatz oder in der Futterschale – überall liegen ihre Hinterlassenschaften. Den Igeln scheint das nichts auszumachen.

Die Igelrettung ist zeit- und geldintensiv, aber Laila Storz ist überzeugt: „Jeder ausgewilderte Igel ist Gold wert“. Foto: Salome Menzler

Von den 16 Boxen sind an diesem Tag neun belegt. Insgesamt 17 Igel haben dort vorerst ein neues zu Hause gefunden – und bekommen die Hilfe, die sie dringend benötigen. Die meisten von ihnen haben nicht genügend Nahrung für ihren Winterschlaf gefunden, viele sind krank.

Sie liebt Tiere – und findet Igel besonders putzig

Laila Storz kümmert sich seit Juni um hilfsbedürftige Igel, 82 hat sie zu diesem Zeitpunkt bereits versorgt. Doch nicht immer schaffen es die Tiere. Die meisten fallen Lungenwürmern oder anderen Parasiten zum Opfer. Meistens sei die erste Nacht die kritischste, erklärt sie. „Die Tiere zeigen sich den Menschen meistens auch nur, wenn es schon fast zu spät ist.“

Wie kam sie aber nun dazu, diese schwierige Aufgabe auf sich zu nehmen? „Ich bin schon immer total tierverrückt gewesen“, erzählt sie, „ich liebe jedes Tier.“ Igel seien aber besonders putzig.

Als junger Mensch habe sie schon immer etwas in diese Richtung machen wollen, mit der Igelstation sei dieser Traum nun in Erfüllung gegangen. Es sei zwar anstrengend, zeitaufwendig – und vor allem geldintensiv – doch die Arbeit lohne sich. „Jeder ausgewilderte Igel ist Gold wert.“

Igelrettung ist ein zeitaufwendiges Ehrenamt

Eigentlich ist Storz Erzieherin. Über die Wildtierhilfe im Kreis Calw mit Sitz in Wildberg ist sie auf die Igelrettung aufmerksam geworden. Beim Verein Pro Igel hat sie schließlich an einigen Seminaren teilgenommen. Beim Spritzen von Medikamenten komme ihr ihre angefangene Ausbildung als Zahnarzthelferin in ihrer Jugend zugute. Ihre Mutter war zudem Krankenschwester. Ihr habe sie gerne über die Schultern geschaut. In schwierigen Fällen kooperiert sie mit der Tierklinik in Neubulach.

Storz ist auch an Kindergärten und Schulen unterwegs, betreibt präventiv Igelkunde – die Kinder lernen dabei, was der Igel frisst und wie nützlich er für die Umwelt isst. Die Betreuung ist kostenlos, das ist Storz besonders wichtig.

Igelstation ist Spenden angewiesen

Ihre Igelstation ist ausschließlich durch Spenden finanziert. Über die sozialen Medien erstellt sie immer Wunschlisten – Katzenfutter, Verbandsmaterial und Küchentücher benötigt sie am dringendsten –, die von den Menschen auch gut angenommen werden. Ihr fehle es eigentlich an nichts.

Die Igelrettung ist zeitaufwändig. Abends gibt sie den Igeln Futter und Wasser. Die kranken Igel versorgt sie medizinisch. Ihre Hauptaufgabe, das Saubermachen, erledigt sie morgens vor der Arbeit.

Ihr oberstes Ziel ist dabei immer die Auswilderung. Igel seien keine Haustiere, betont sie. Und auch keine Kuscheltiere. Eine Bindung sollte zu ihnen sollte nicht aufgebaut werden. Daher kümmert sie sich bei der Pflege auch nur um die Fütterung, Reinigung und die Medikamentenabgabe. „Die Igel haben so einen starken Drang frei zu sein“, sagt sie. „Sie gehören nicht eingesperrt.“