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"Miss Lupun" bringt Hirn in Schwung

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"Miss Lupun" kommt ab Herbst als Brettspiel auf den Markt. Entwickelt haben das Zahlenrätsel und seine inzwischen zahlreichen Versionen die Tüftler (von links) Thomas Sing, Ralf-Peter Gebhardt und Volker Firnhaber. Fotos: Winning Moves/Schindler Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Dietmar Schindler Konstanz. "Miss Lupun" bezirzt immer mehr Rätselfreunde – deren Gehirne rauchen, während sie sich zur Lösung rechnen. Das knifflige Fräulein aus Konstanz am Bodensee erobert die Spielewelt. Dabei verdreht "Miss Lupun", dem Logo nach die "Frau aus Ägypten", keinem Betrachter den Kopf, sondern stachelt ihn zum Gehirn-Jogging mit Zahlenspielen an. Ein Spaßfaktor ist auch noch dabei. Selbst im Computerzeitalter gibt es noch Mathematikfreaks, die ihr Gehirn zum Rechnen einschalten. Deren Hirnzellen Tag und Nacht auf der Suche nach mathematischen Erklärungen von Abläufen im Leben sind.

Ein Beispiel dafür ist der Konstanzer Di­plomvolkswirt Thomas Sing (49). Schon in frühester Jugend fragte er sich so, was hinter "Mensch ärgere Dich nicht" steckt. Nicht umsonst schaffte er den Weltrekord in diesem Spiel und stand im Guinnessbuch der Rekorde.

Sing ist ein Herr der Zahlen und Wahrscheinlichkeiten. Mathematik ist seine Leidenschaft, insbesondere das breite Feld der Spieltheorie, der Wissenschaft des strategischen Denkens. Überall dort, wo die Kreativität des Alltags Wissenschaft berührt, fühlt er sich zu Hause. Zu Beginn der 1980er-Jahre schrieb Sing auf einem der ersten Atari-ST-Computer ein eigenes Black-Jack-Analyse-Programm. "Zahlen waren schon immer meine Leidenschaft", erklärte der Kon­stanzer: "Spielsüchtig wurde ich aber nie."

Vor einigen Jahren lernte Thomas Sing Klavier spielen. Dabei entdeckte er das Komponieren klassischer Stücke für sich. Während seiner Untersuchungen zur Harmonielehre kam ihm die Idee eines musikalischen Rätsels, das akustisch zu lösen ist. Sing übersetzte die Halbtonschritte dafür in die Sprache der Mathematik. Mit dem 45-jährigen Diplompsychologen Ralph-Peter Gebhardt entwickelte der Konstanzer daraus "Miss Lupun".

Gebhardt war vor seinem Studium vier Jahre lang einer der letzten Tastenfunker auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock". In dieser Zeit arbeitete er mit dem Morse-Code und Verschlüsselungstechniken.

In seiner heutigen Kliniktätigkeit beschäftigt sich der Familienvater unter anderem mit der Leistungsdiagnostik von Reaktionszeit, Konzentration, Gedächtnis und Intelligenz. Dafür setzt er Kopfrechnen und Rätselaufgaben ein. Das passt: Der gebürtige Pfälzer war 1985 Landes-Jugendmeister im Schach.

"Miss Lupun" war endgültig geboren, nachdem 60 Bekannte aller Altersgruppen das Zahlenrätsel getestet hatten. So motiviert, brachten Sing und Gebhardt vor zwei Jahren das erste Rätselbuch in fünf Schwierigkeitsgraden heraus. Zuvor "hirnte" das Trio – Volker Firnhaber (45) als Designer und Internetfreak gehört ebenfalls zu dem nebenberuflichen Rätselteam – über den Namen des Spiels nach.

"Miss Lupun" machte das Rennen. Der Name ist ein Anagramm, geformt aus den Buchstaben der Worte "Plus" und "Minus". Dann ging es Schlag auf Schlag: Innerhalb weniger Monate erschien der zweite Band bis zum siebten Schwierigkeitsgrad.

Im vergangenen Jahr folgte ein dritter, in dem auch eine achte Rätselhürde zu überwinden ist. Im Bodenseeraum ziert das Spiel außerdem einen Bierdeckel und kann inzwischen auch auf dem iPhone gespielt werden.

Puzzle bietet mehr als 22 Trilliarden Möglichkeiten

Schnell zeigte sich, dass dieses neue Zahlenrätsel richtiges Gehirnjogging ist. Pädagogen kamen zu den Entwicklern, weil sie das Rätsel in der Schule einsetzen wollten. Folglich wurde ein vierter Band speziell für Kinder erstellt. Diese "Miss Lupun"-Rätselschule vermittelt über die Lösung hinaus noch Alltagswissen. Zum Beispiel Antworten auf Fragen wie: "Wie viele Halswirbel hat eine Giraffe?".

"Miss Lupun" wird nicht am Computer, sondern in Kopf- und Handarbeit erstellt, erklären die Konstanzer Entwickler. Von dem wahren Siegeszug des Spiels wurden sie regelrecht überrannt. "So macht Kopfrechnen Spaß", bekommen die Erfinder immer wieder zu hören.

Mit dem bisherigen Ergebnis geben sie sich aber nicht zufrieden. Auf der Nürnberger Spielwarenmesse wurde das Brettspiel "Miss Lupun und das Geheimnis der Zahlen" für Gruppen präsentiert. Im Herbst kommt es auf den Markt. Beim Verlag "Winning Moves", der unter anderem die Spieleklassiker Monopoly oder Sagaland vertreibt, rannten die Konstanzer offene Türen ein. Ihr Spiel begeisterte auf Anhieb.

Eine weitere Spielvariante bietet das "Lupun"-Puzzle in drei Schwierigkeitsvarianten mit vier, neun oder 16 Karten. In der 16er-Variante gibt es ohne Joker über 22 Trilliarden Möglichkeiten.

"Miss Lupun" entwickelte sich zwischenzeitlich zu einer Marke mit strategischem Tiefgang, erklärten die Autoren, denn die Varianten der einzelnen Spiele sind völlig unterschiedlich. Ein Ziel verfolgen aber alle: Das Gehirn wird geschult.

Weitere Informationen: Internet: www.misslupun.de

Ein "Miss Lupun"-Rätsel besteht aus sechs Zeilen. Um von den vorgegebenen vier Anfangs- zu den vier Endzahlen zu gelangen, müssen Zeile für Zeile vier Rechnungen (Plus und Minus) ausgeführt werden. Die vier Rechenschritte stehen zwischen den Zeilen, jedoch nicht in der richtigen Reihenfolge, sondern nach Größe sortiert. Die Frage ist, welcher Rechenschritt gehört zu welcher Zahl. Die neu berechnete Zahl wird direkt darunter geschrieben. Als Lösungswerte dürfen nur die Zahlen null bis neun entstehen. Negative oder zweistellige Zahlen sind nicht erlaubt. Manchmal hat "Miss Lupun" als kleine Hilfe einen Lösungswert in einer Zwischenzeile oder eine horizontale Differenz stehen. Jedes "Miss Lupun"-Rätsel hat nur eine Lösung. Es gibt neun Schwierigkeitsgrade: spielend leicht bis teuflisch schwer.

 
 

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