Ein Leben als Katze? Für Comedienne Mirja Boes gar nicht so verkehrt, wie das Publikum feststellen muss. Foto: Vollmer

Comedy-Star Mirja Boes und die „Honkey Donkeys“ haben die Lacher in Dornhan auf ihrer Seite. Neben viel Humor gibt es Musik – von Free Jazz bis Heavy Metal.

Vor ausverkaufter Stadthalle begeisterte Mirja Boes rund 500 Gäste mit einem frechen, ungekünstelten Gastspiel. Der von KKF – Kunst und Kultur im Farrenstall – engagierte Comedy-Star bot eine authentische Show voller pointierter Anekdoten, witziger Alltagsbeobachtungen und mitreißender Songs.

 

Musikalisch wie schauspielerisch wurde sie erstklassig von der Kölner Band Honkey Donkeys begleitet, die immer wieder in wechselnden Kostümen auftrat. Schon nach dem wilden Einstieg mit „Arschbombe Olé“ war klar: Dieser Abend würde turbulent und unverblümt werden.

Das Leben als Katze

Boes plauderte bestens gelaunt aus ihrem Familienleben – über ihren Partner, die gemeinsamen Söhne und deren Weihnachtsgeschenk: „Mehr Zeit mit der Familie – was ist das denn für ein Geschenk? Ich verbringe doch sowieso jeden Tag Stunden mit ihnen!“, stöhnte sie gespielt entnervt und servierte eine Reihe herrlich trockener Alltagspeinlichkeiten.

Auch über die gut gemeinten, aber misslungenen Geburtstagsüberraschungen ihres Freundes lästerte sie charmant: eine Partnermassage mit „einem ganzen Eimer Öl“ oder das „gnadenlos einschläfernde“ Partner-Yoga. Seit zwei Jahren hat sie eine Katze – und seitdem gehört das Haus Kahlie, aus deren „Tagebuch“ Boes vergnüglich vorlas. Im rockigen Song drehte sich alles darum, wie leicht das Leben wäre, „wenn wir Katzen wären“, während die „Honkey Donkeys“ im Katzenkostüm abrockten.

Die „Power of Love“

Mit viel Humor schilderte sie von ihren Wehwehchen. Ein Bandscheibenvorfall, der in den rechten Arm ausstrahlte? „Das sollte der AfD mal passieren“, kommentierte sie trocken. Von dieser Bemerkung abgesehen, hielt sich die Komikerin aus der Politik heraus. Gerne trat sie dagegen in Interaktion mit dem Publikum und teilte Persönliches. Dazu Anekdoten über Tilidin – und wie sie im Rausch das Schulmäppchen ihres Sohnes für ein Handy hielt.

Nach der Pause witzelte Boes über banale Schlagertexte, während die „Honkey Donkeys“ jedes Lied schnulzig darboten. Bei ihren Seitenhieben auf Männer – vom jugendlichen Pubertierenden bis zum reifen Herrn – holte die charmante Femme fatale mehr als aus: Großes Gelächter, nicht nur bei den Frauen. Mit „Power of Love“ kam eine Zuschauerin auf die Bühne, die viel Applaus erntete. Die Musiker spielten die Pop-Ballade dann in unterschiedlichsten Stilen, von Free Jazz bis Heavy Metal.

Mit der Zugabe „Liebe gewinnt“ setzte Boes ein warmes, humanistisches Zeichen in diesen ungewissen Zeiten.