Ministerin Theresa Schopper (von links), die Lehrerinnen Katharina Steiner und Anna Ensslen, Tobias Pacher von Chemie BW und Schulleiter Ulrich Hamann Foto: Jansen

Das Otto-Hahn-Gymnasium Nagold nimmt seit vielen Jahren erfolgreich beim Wettbewerb „Jugend forscht“ teil. Dafür wurde es nun in Anwesenheit von Kultusministerin Theresa Schopper ausgezeichnet. Zwei ausgestellte Projekte zeigen, wie bei Naturkatastrophen das Schlimmste verhindert werden kann.

Beeindruckt zeigte sich die baden-württembergische Bildungsministerin Theresa Schopper (Grüne) beim Besuch im Nagolder Otto-Hahn-Gymnasium (OHG). Schon der Anlass war ein Grund für Bewunderung: Die Schule erhielt den Schulpreis von „Jugend forscht“, vergeben von Chemie BW, für jahrelange, erfolgreiche Teilnahme. Seit 2011 hat das Gymnasium bei Jugend forscht und Jugend experimentiert 174 Preise eingefahren.

 

Sie staune „über diese Kreativität, die da in Gang gesetzt wird“, sagte Schopper in ihrem Grußwort in Nagold mit Rückblick auf das kürzliche Bundesfinale von „Jugend forscht“. Sie hätte auch gleich eine Idee, was die Schüler noch entwickeln könnten. „Die Erfindung der Superbatterie, wenn Sie die uns noch liefern könnten“, meint sie, etwa mit Hinblick auf Elektromobilität.

Am OHG gibt es für Sechstklässler eine „Jugend-forscht-AG“. In dieser wird erst querbeet durch die Naturwissenschaften experimentiert. Beim Festakt zeigen die beiden Schüler Jonas und Alexander, die Reaktion einer Brausetablette mit Wasser. Die Tablette, in einem geschlossenen Becher, wird mit Wasser in Berührung gebracht. Es entsteht CO₂, das entweicht, der Becher hüpft hoch in die Luft. Ein anderes Experiment beschäftigt sich damit, wie Salzwasser auf Gemüse wirkt – und warum der Salat deshalb nicht knackig bleibt, wenn er im Dressing liegt.

Protokolle schreiben – eine weniger beliebte Aufgabe

Schließlich lernen die Schüler, Protokolle zu schreiben. „Das finden die Schüler dann nicht immer ganz so toll“, meint Lehrerin Anna Ensslen, die die AG mitbetreut. Mit einem eigenen Forschungsprojekt können die Schüler sich schließlich beim Wettbewerb präsentieren. Für die Schüler kommt jetzt in den Weihnachtsferien wieder die heiße Arbeitsphase: Jetzt werden die Ausarbeitungen geschrieben.

Victoria Korfants Boot kann Öl aus Wasser aufnehmen. Foto: Jansen

Einige Beispiele für ihre Projekte zeigen Schülerinnen des Gymnasiums ebenfalls. Die siebzehnjährige Victoria Korfant ist Vizelandessiegerin bei Jugend forscht. Sie hat ein Boot entwickelt, das Öl aus dem Wasser saugen kann. Dafür nutzt sie ein Vlies, das Öl aufsaugt, aber kein Wasser. „Damit kann ich 95 Prozent des Öls abschöpfen“, erklärt sie. Die anderen fünf Prozent werden von Bakterien beseitigt, die das Öl zersetzen.

Direkt neben ihr zeigten die Schwestern Sinja (17) und Merle (15) Röttgen am Turm-Modell, wie sich Erdbeben auf Gebäude auswirken. Der Turm beginnt zu schwingen. Mit einem Wagen auf dem Turm, der in die Gegenrichtung schwingt, wird die Erschütterung ausgeglichen und das Gebäude vor dem Einsturz bewahrt. Beim Regionalwettbewerb 2023 gab’s dafür den ersten Platz.

Sinja (links) und Merle Röttgen haben sich mit Erdbeben beschäftigt. Foto: Jansen

Zitate von ehemaligen Teilnehmern zeigen, wie die Teilnahme den weiteren Lebensweg geprägt hat. So helfe es beim Studium, etwa beim wissenschaftlichen Arbeiten, habe bei der Entscheidung für einen naturwissenschaftlichen Beruf unterstützt und Selbstvertrauen vermittelt.

Von Naturwissenschaft über Sprachen zu Musik

Das Gymnasium in Nagold gilt als „Mint“-freundlich. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. In diesem Jahr wurde es erstmals für sein Digitalisierungskonzept zertifiziert. Jedoch gibt es auch einen Fremdsprachen-Zug und einen musischen.

Ihr Talent zeigen etwa die Mitglieder der Big Band mit fetzigen Rhythmen und das Vokalensemble mit einem Chorauftritt. „Wir versuchen unsere Schule als Gymnasium im ländlichen Raum, breit aufzustellen“, sagt Schulleiter Ulrich Hamann. „Junge Menschen sind nicht nur Garanten unseres Bildungssystems. Bildung darf nicht verzweckt werden, sondern ist ein Grundrecht“, betont er zudem.