So oder so: An dem Gebäude und den in die Jahre gekommenen Minigolfbahnen besteht mittlerweile Handlungsbedarf. Foto: Beule

Mehr als zwei Jahre ist der Minigolfplatz im Oberwolfacher Ortsteil Walke bereits verwaist. Nun wurde im Gemeinderat ein mögliches Konzept für die Nutzung des Areals vorgestellt. Bürgermeister Matthias Bauernfeind stellt die möglichen Pläne vor.

Oberwolfach - An Gebäuden und Bahnen nagt unweigerlich der Zahn der Zeit – und auch die öffentlichen Toiletten bedürfen dringend einer Sanierung. Warum sich also nicht das Areal im Ganzen anschauen? "Seien wir ehrlich: Minigolf ist nicht das touristische Highlight und die Anlage ist mehr als in die Jahre gekommen", packt Bauernfeind im Gespräch die Karten auf den Tisch. Außerdem bestehe bei dem Gebäude und auch an den Bahnen Sanierungsbedarf. Darum habe man sich Gedanken gemacht, das Areal anders zu nutzen.

Dass im Zuge der neuen Arztpraxis von Heike Rombach (wir haben berichtet) im unteren Teil der Wolftalschule auch die Verkehrsführung geändert wird, kommt den Gedanken zugute: Zum einen soll die bestehende Zufahrtsstraße ohnehin verbreitert werden, außerdem soll die momentan bestehende Rundfahrt um die Schule geschlossen werden. "Denn dabei gibt es schon einige Gefahrenstellen", so Bauernfeind. An der bestehenden Straße soll also ein Begegnungsverkehr ermöglicht werden. Ganz nebenbei könnten so Synergieeffekte genutzt werden, denn die Straße müsse ohnehin gemacht werden.

Drei Bausteine sollen verwirklicht werden: nAcht Wohnmobilstellplätze: Erster und größter Brocken sind die Stellplätze für Wohnmobile. "Das heißt aber nicht, dass dort ein Campingplatz entsteht", räumt Bauernfeind gleich mit einigen Bedenken auf. Die Camper hätten dort eine kleine Fläche, die für das Fahrzeug ausreiche und maximal einen Tisch mit Stühlen. Tagsüber könnten sie in der Umgebung unterwegs sein. "Die Zahlen sagen, dass die Camper am Tag etwa 50 Euro in der Region lassen", rechnet der Bürgermeister vor. Man gehe dabei von einer Belegung von etwa 77 Tagen im Jahr aus.

Nüchtern betrachtet gingen die Übernachtungen in Oberwolfach zurück – was auch daran liege, dass einige Gastgeber aus Altersgründen in absehbarer Zeit aufhören würden. "Der Wohnmobilstellplatz ist da eine gute Chance", erklärt er. Dort sei an Infrastruktur (Wasser und Abwasser, Strom) alles vorhanden und es handele sich um eine kommunale Fläche. Die bestehenden öffentlichen Toiletten in dem Gebäude aus den 70er-Jahren könnten gleich barrierefrei mitsaniert werden und zudem Duschen eingebaut werden.

Das Areal soll mit Hecken optisch abgegrenzt werden und der bestehende Zugang zur Wolf bleibe erhalten. Die Badestelle im hinteren Bereich könne von den Stellplätzen ohnehin nicht eingesehen werden und dadurch, dass die Gäste die Kurtaxe bezahlen müssen, wisse die Gemeinde auch, wer sich auf dem Platz befinde. Der Vorteil sei, dass der Platz extrem zentral liege und einen guten Ausgangspunkt für Wanderungen oder Ausflüge biete – aber auch für Besuche der Gastronomie. "Und das Thema Wohnmobil zieht im Tourismus immer mehr an", betont Bauernfeind. nNeun weitere Parkplätze: Im hinteren Bereich könnten neun weitere Parkplätze, zum Beispiel für die Arztpraxis entstehen. Dahinter wäre weiterer Platz vorhanden, zum Beispiel um eine Streuobstwiese im Ort zu ermöglichen. nHinterer Teil: Für den hinteren Teil des Areals, wo momentan noch eine Tischtennisplatte steht, soll im Laufe des Jahres eine Ideenwerkstatt stattfinden. Egal ob Skatepark, Sportareal oder Mehrgenerationen-Spielplatz – er sei offen für Ideen. "Da wollen wir uns aber mit den Bürgern austauschen, welche Ideen noch schlummern", erklärt der Bürgermeister. Zu Zeiten von Corona sei ein solcher Austausch zwar schwierig, aber ihm schwebe eine Veranstaltung im Freien vor, sobald es die Corona-Zahlen und die Verordnungen es wieder zulassen. Bis dahin lädt er die Bürger ein, ihre Ideen gerne schon vorab an die Gemeinde zu übermitteln. "Aber für die Entscheidung braucht es dann den offenen Dialog", so Bauernfeind.

Für das Projekt wurden Mittel aus dem Tourismusinfrastrukturprogramm des Landes beantragt. In den Haushalt aufgenommen wurden bereits 140 000 Euro. Sollte der Haushalt so verabschiedet werden und die Fördermittel kommen, müsse das Projekt nochmal detailliert aufgearbeitet werden. Er gehe davon aus, dass es in einer der kommenden Sitzungen im März oder April im Gemeinderat diskutiert und beschlossen werden könnte, so Bauernfeind. "Dann muss man schauen, wie und wann die Ideenwerkstatt mit den Bürgern stattfinden kann."

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