Eine Ära endet: Mit einer Abschiedsfeier haben sich Kordula und Hans-Jörg Kovac am Wochenende bei Freunden, Wegbegleitern und Sammlern bedankt. Nach 16 Jahren soll es auf der Mineralienhalde in der kommenden Saison unter neuer Regie weitergehen.
Wer das Ruder in der kommenden Saison übernehmen wird, dazu wollte Hans-Jörg Kovac im Gespräch mit unserer Redaktion noch keine Angaben machen. Nur so viel: „Es ist alles vorbereitet, aber es fehlen noch Unterschriften.“ Sie seien im Gespräch mit einem Interessenten, es müsse aber auch die Firma Sachtleben mitziehen. Diese habe aber ihr Interesse daran bekundet, dass es auf der Mineralienhalde weitergeht.
Große Halden zum Saisonabschluss geöffnet
16 Jahre lang hat das Ehepaar Kovac die Halde betrieben. Zum letzten Öffnungstag in dieser Saison waren noch einmal die großen Halden der Firma Sachtleben für die Sammler geöffnet. Mit etwa 220 Gästen über den Tag sei die Resonanz für die Jahreszeit sogar sehr gut gewesen, so Kovac.
Der Anstoß dazu, sich aus dem Geschäft zurückzuziehen, sei von ihm gekommen, verrät Hans-Jörg Kovac. Vor allem in der zurückliegenden Saison sei der persönliche Aufwand extrem hoch gewesen, erklärt er und spielt damit auf die immer schwierigere Suche nach Mitarbeitern an. Nun wolle das Paar die Dinge machen, die schon länger hintenan stehen mussten, beispielsweise zusammen auf Reisen gehen. Es sei ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge, so Kovac. „Es hat uns immer viel Spaß gemacht – vor allem den Kindern den Bergbau näher zu bringen“, sagt er.
Das Fest zum Abschluss sei ein Wunsch seiner Frau gewesen, denn ihr falle der Schritt sehr schwer. „Uns war es wichtig, den Leuten zu danken, mit denen wir so lange zusammengearbeitet haben“, so Kovac. Und die Freunde und Wegbegleiter kamen natürlich gerne: Neben den derzeitigen Mitarbeitern und Sammlern kamen die Radladerfahrer, Mitarbeiter der Aufbereitungsanlage und auch Moritz Ostenrieder, geschäftsführender Gesellschafter von Sachtleben Minerals. Auch Bürgermeister Thomas Geppert hatte die Bedeutung der Halde als touristischen Standortfaktor betont.
Bedeutung als touristischer Standortfaktor
Besonders bewegend sei eine Sprachnachricht von Tochter Sarah gewesen, die zurzeit in Afrika sei, erzählt Kordula Kovac. Darin betont sie, wie inspirierend sie es fand, dass ihre Eltern die Mineralienhalde quasi aus dem Nichts aufgebaut haben. „Ich sehe euch da als ein Vorbild“, sagt sie in der Nachricht und beglückwünschte ihre Eltern dazu, dass nun ein Lebensabschnitt komme, in dem sie auch mal die Füße hochlegen könnten.
Auch Sachtleben habe von der Mineralienhalde profitiert, betonte Ostenrieder bei der Feier. Denn zuvor hatten die Mineraliensammler direkt auf den Halden gesucht, erinnert sich Kovac an die Anfangszeit. „Die Sucherei sollte dann aus Sicherheitsgründen ganz eingestellt werden“, erklärt er. Seine Frau sei dann mit der Idee zu Mineralienhalde auf ihn zugekommen und er habe bei der Geschäftsführung angefragt. Seit 2013 ist Hans-Jörg Kovac nun Eigentümer, seine Frau Geschäftsführerin. „Sie ist das Herz und der Motor der Halde“, betont er.
Was ihn in 16 Jahren in Erinnerung geblieben sei, seien vor allem die Begegnungen. „Etwa die strahlenden Kinderaugen, wenn sie besondere Funde machen oder ein Goldwäscherdiplom erhalten“, sagt er. Er erinnert sich auch an eine Gruppe sozial benachteiligter Jugendlicher, die beim Suchen auf dem Gelände regelrecht aufgeblüht seien. Oder auch an die Sammler, die aus Unzufriedenheit über das Material kurzerhand einen LKW mit neuem Material auf das Gelände beordert hatten. „Da hat meine Frau durchgegriffen und ein für alle Mal geklärt, wer der Chef auf der Halde ist“, erzählt er lachend. Ansonsten sei das Geschäft immer leicht zu händeln gewesen. „Wichtig ist, offen auf die Menschen zuzugehen“, sagt er über das Erfolgsrezept.
„Ich sage immer, ich bin mit dem Bergbau verheiratet“, betont Kordula Kovac. Ihr und ihrem Mann sei es auch weiterhin wichtig, dass die Tradition gelebt werde. Das Thema Bergbau werde in der Region noch zu wenig touristisch genutzt – obwohl diese eng mit dem Bergbau verbunden sei.
Die Besucherzahlen
Von anfänglich rund 5000 Gästen in der Saison steigerten sich die Besucherzahlen der Mineralienhalde kontinuierlich bis rund 10 000 – und nach der Corona-Pandemie seien die Zahlen förmlich explodiert. Im Jahr 2022 waren es 12 700 Besucher, in dieser Saison rund 14 000. „Eine unglaubliche Entwicklung“, so Hans-Jörg Kovac stolz. Was das Paar besonders freue: Mittlerweile seien es auch viele Familien, die die Mineralienhalde besuchen.