Chikako Inoue (von links), Kaoru Minamiguchi und Rie Miyauchi stellten Werke Bertold Hummels neben fernöstliche Musik. Foto: Maria Kosowska-Nemeth

Das Trio Japonica trat im Mindersbacher Bürgersaal auf und verzauberte das Publikum mit Musik „Zwischen Fernost und Mitteleuropa“.

Längst fanden die Veranstaltungen des Mindersbacher Kulturwinters einen festen Platz in der lokalen Kulturlandschaft. Zuletzt lud die Equipe um Florian Hummel –Michael Kalmbach, Peter Frey und Margret Hummel – zu einem Konzert anlässlich des 100. Geburtstags von Bertold Hummel (1925-2025) ein.

 

Den kammermusikalischen Abend „Klangwelten im Dialog“ gestaltete das Trio Japonica mit Kaoru Minamiguchi (Violine/Viola), Rie Miyauchi (Klarinette) und Chikako Inoue (Klavier). Auf dem zweistündigen Programm standen einige Werke aus dem reichen, mehr als 100 Kompositionen umfassenden Erbe von Bertold Hummel sowie mehrere Beispiele japanischer Musik aus der Zeit zwischen der Jahrhundertwende 19./20. und der Gegenwart.

Es war eine seltene Gelegenheit und zugleich eine faszinierende Erfahrung, europäische und fernöstliche Musik parallel zu erleben – zumal die Künstlerinnen aus Nagold/Wildberg und aus der Region Stuttgart sowie der Sohn des Komponisten Florian Hummel jedem Programmpunkt eine kurze Erläuterung beifügten.

Penible Genauigkeit

Mit penibler Genauigkeit interpretierte das Trio – auch in den zu Duos verkleinerten Besetzungen – die Neue Musik von Hummel und die Werke der Tonkünstler aus ihrer Heimat – um nur den Postromantiker Kosaku Yamada (1886 bis 1965) oder den „japanischen John Williams“ Jo Hisaishi ( geboren 1950) zu erwähnen.

Den interpretatorischen Schwerpunkt legten die Profi-Musikerinnen auf emotionale Ausdruckskraft und malerische Suggestivität, die sich im homogenen Klang, farblicher und dynamischer Varietät sowie einheitlicher (oder kontrastierender) Artikulation manifestierten. Mit Hingabe und Leidenschaft griffen sie sowohl die flüchtigen Stimmungen der Naturbilder in Kleinwerken und Miniaturen aus Japan („Rote Libelle“, „Meer im Frühling“) als auch Dialoge voller Gegensätze wie in der „Vokalise“ von Hummel auf.

Sanfte Zugabe

Das „Trio für Klarinette, Viola und Klavier“ aus der Feder von Hummel bereitete seinem Sohn Florian „eine besondere Freude“, denn das Stück knüpfte (ähnlich wie „4 Stücke für Violine und Klavier“) an seine jugendliche Erinnerungen an. Auch dieses komplexe, aus modernem Klang-Material bestehende und mit Expressivität und technischen Hürden bestückte Werk führten die stilvoll bekleideten Frauen mit souveräner Sicherheit auf.

Das Trio Japonica schlich sich von Beginn an in die Herzen der Zuhörer mit seiner Musikalität und anmutigem Erscheinungsbild. Immer wieder ertönte heftiger Beifall in dem voll besetzten, mit Akzenten aus dem Land der Kirschblüten geschmückten Saal. Am Ende des Konzerts strahlte das Damen-Trio vor Genugtuung und bedankte sich für den warmherzigen Empfang mit einer sanften Zugabe.