Das Münster im Herzen der Villinger Innenstadt muss saniert werden. Hierfür waren aufwendige Vorbereitungen notwendig. Nun kristallisiert sich heraus, wann die Arbeiten losgehen können. Foto: Marc Eich

Das Villinger Münster braucht eine Sanierung, die mehrere Millionen Euro kostet. Eigentlich hätte es schon längst losgehen sollen. Ein wichtiger Grund sorgte für Verzögerungen.

Den Anblick des Villinger Münsters sollten Passanten die kommenden Monate noch genießen – denn bald wird das Wahrzeichen der Zähringerstadt eingerüstet sein. Nach mehreren Jahren der Vorbereitungen steht nun der Startschuss für die millionenschwere Maßnahme fest.

 

Dass sich die Außenhülle der Kirche, deren Bau im Jahr 1130 begonnen und erst 1284 mit den beiden Türmen vollendet wurde, in einem schlechten Zustand befindet, wurde vor knapp sechs Jahren eher zufällig entdeckt. Grund dafür war die spektakuläre Aktion, mit der die defekte Münsterglocke im Sommer 2020 aus dem Turm geholt wurde.

Bei Glocken-Transport Schäden entdeckt

Im Zuge der Vorbereitungen für den Abtransport der 5400 Kilogramm schweren Glocke, die im Januar 2021 wieder in den Turm gehievt wurde, entdeckte man Fassadenschäden. Nach ersten Notsicherungen entschieden die Verantwortlichen, sich einen Überblick über die Außenhülle des Münsters zu verschaffen: Drohnen, 3D-Kartierungen und Begutachtungen über Hubsteiger brachten schließlich etliche Schäden zum Vorschein.

Keinen großen Schaden, aber in Summe viele kleine Schäden konnten festgestellt werden, wie damals Christian Stöber, zuständig für die Verwaltung der Kirchengemeinden in der Villinger Verrechnungsstelle der Erzdiözese Freiburg, erklärte.

Zuletzt in den 1970er-Jahren saniert

Im Fokus steht dabei der bei der letzten Sanierung in den 1970er-Jahren zwischen dem Sandstein angebrachte Putz, der sich langfristig als nicht geeignet herausstellte. Diese porösen Fugen sowie Risse entlang des gesamten Münsterbauwerks erwiesen sich als großflächig, weswegen die Arbeiten als aufwendig erachtet werden. Auch bei den Wasserspeiern wurden Schäden entdeckt. Zudem sind Arbeiten am Dach und an den Fenstern nötig.

Der ursprüngliche Zeitplan sah vor, dass im Sommer 2024 mit den Arbeiten begonnen wird, dann kam es aufgrund der aufwendigen Planungs- und Genehmigungsphase zur ersten Verzögerung, sodass schließlich das Jahr 2025 als Baustart angegeben wurde. Doch auch dies konnte nicht eingehalten werden, wie Stöber auf Anfrage unserer Redaktion nun mitteilte.

Kirchengemeinde hoffte auf zusätzliche Mittel

Der Grund: Die Kirchengemeinde hoffte auf zusätzliche Zuschüsse. Immerhin schätzten die Verantwortlichen die Kosten zuletzt auf bis zu fünf Millionen Euro. „Das ist ein hoher Kostenrahmen, wir wollten zusätzliche Mittel abschöpfen“, so Stöber. Dafür waren jedoch Anträge notwendig, die wiederum Zeit gekostet hätten.

Mittlerweile ist der erste Förderbescheid da, wie erst vor wenigen Tagen das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg in einer Mitteilung bekannt gegeben hat. In der ersten Tranche der Denkmalförderung für das Jahr 2026 ist das Villinger Kulturdenkmal mit rund 390.000 Euro bedacht worden. Die erhofften Zuschüsse vom Bund fließen hingegen offenbar nicht. Die Kirchengemeinde muss deshalb auch auf Spenden hoffen, einen Teil der Kosten übernimmt die Erzdiözese Freiburg.

Gerüst wird als erstes aufgebaut

Nachdem die Förderfragen voraussichtlich erledigt sind, geht es nun zielgerichtet auf den Beginn der Sanierungsarbeiten zu. Voraussichtlich Ende des Jahres, im November oder Dezember, soll der Startschuss erfolgen. Zunächst mit dem Aufstellen des Gerüsts. Hinsichtlich des weiteren Zeitplans sind zunächst noch Abstimmungen notwendig. Diese werden in den kommenden Monaten erfolgen.