Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei von fahrlässiger Brandstiftung aus. Die Spendenbereitschaft ist indes ungebrochen.
Ein Baustellenzaun sperrt den Einsatzbereich ab. Dahinter: eine Ruine. Das Gebäude, in dem am Donnerstag stundenlang ein Feuer tobte, steht nur noch in Teilen.
Daneben steht noch immer der Bagger, den Einsatzleiter Manuel Suhr nach der letzten Lagebesprechung noch in der Brandnacht zu dem ausladenden Gebäude direkt in der Ortsmitte direkt beim Rathaus beordert hatte.
Ruhig und professionell
Die Feuerwehr ist längst abgezogen. Es war ein langer, fordernder Einsatz gewesen: Bis zu 120 Einsatzkräfte halfen mit. Trotz der Ausnahmesituation „ruhig und professionell“, wie Bürgermeister Matthias Winter berichtet. Die Drehleiter fuhr erst am Freitagabend gegen 22.50 Uhr, also rund 30 Stunden nach der Alarmierung, vom Hof. Da brachte sich der Bagger in Position – für den Fall der Fälle.
Abriss zur Gefahrenabwehr geht vor Strafverfolgung
Das Problem: Wegen der Kubatur des Gebäudes und der Einsturzgefahr, konnten die Einsatzkräfte nicht an jedes Glutnest gelangen. Man wollte gerüstet sein, um das Gebäude teilweise abzutragen, wenn nötig. Wie genau die Absprachen dazu waren, wird nicht berichtet, „grundsätzlich gehen aber notwendige Abrissmaßnahmen zur Brandbekämpfung und somit zur Gefahrenabwehr vor Strafverfolgungsmaßnahmen“, erklärt ein Polizeisprecher. Auch in der Nacht von Freitag auf Samstag war die Feuerwehr zur Brandwache übrigens noch vor Ort.
Der Polizeisprecher berichtet auch, dass die Beamten – sieben Kollegen von Schutz- und Kriminalpolizei waren im Einsatz – im Zuge der ersten Maßnahmen „durch Befragungen und spurensichernde Maßnahmen subjektive und objektive Hinweise zur Brandursache in Erfahrung gebracht haben“.
Inzwischen ist das Haus in weiten Teilen abgerissen. Stand Dienstagmorgen geht man von von einer fahrlässigen Brandstiftung aus: „Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Schweißarbeiten in einer Werkstatt im Gebäude den Brand verursacht haben könnten“, teilt die Polizei mit. Weitere Details konnten aufgrund der laufenden Ermittlungen am Dienstag nicht mitgeteilt werden.
Fast 60 000 Euro Spenden
Mehr als verdoppelt hat sich seit Freitagabend die Spendensumme, die bei einer Online-Aktion für die Familie zusammengekommen ist. Zielmarke waren 20 000 Euro. Die hatten viele Spender am Freitagnachmittag zusammen. Am Dienstabend kratzten sie Spender an der 60 000-Euro-Marke: 717 Spenden summieren sich um 20.30 Uhr auf 53 398 Euro.