Auf dem Gelände der BayWa in Rottweil wird es spannend: Während auf dem verkauften Geländeteil die Pläne für einen neuen Rewe voranschreiten, geht es bei BayWa Technik bald richtig zur Sache: In den Standort werden 2,3 Millionen Euro investiert. Wir haben die Details.
Jede Menge Traktoren und Landmaschinen an der Schramberger Straße zwischen Rottweil und Zimmern zeugen davon, dass es bei der BayWa AG Technik viel zu tun gibt. Hier werden große Fahrzeuge und Maschinen aus der Landwirtschaft ebenso verkauft und repariert wie Rasenmäher, Sägen und vieles mehr für und von Privatpersonen.
Der Betrieb läuft auf Hochtouren – ganz im Kontrast zum daneben liegenden, leerstehenden Agrarmarkt.Der Standort wurde 2018 geschlossen und das Gelände an einen Investor verkauft. Der wird einen Rewe-Markt samt Kindergarten obendrauf realisieren – am Mittwoch ist der Bebauungsplan dazu Thema im Gemeinderat.
Komplex wird komplett entkernt
Doch bevor es hier losgeht, rollen im Landmaschinenbereich der BayWa schon bald die Bagger an. Sebastian Martin, Regionalleiter Württemberg, informiert im Gespräch mit unserer Redaktion über die Planungen: Der ganze mehrstöckige Bürokomplex wird komplett entkernt, umgebaut und energetisch saniert, der Eingang samt Parkplätzen wird zur Straße hin verlegt, neue, modernde Büroräume werden geschaffen und der Verkaufsraum erhält damit deutlich mehr Fläche.
Am 6. Mai geht es los
„Wir wollten eigentlich schon früher loslegen, dann gab es aber Verzögerungen bei der Genehmigung“, erklärt Martin, der nun froh ist, dass der Baustart bevorsteht: Am 6. Mai werden die Bagger anrollen, die Fassade des Bürogebäudes abreißen und mit der Entkernung beginnen. Die Büros werden zuvor in Container ausgelagert.
Gebäude ist Baujahr 1982
Beim Vor-Ort-Termin wird auch schnell klar, warum die Maßnahme durchaus notwendig ist: Das Gebäude ist Baujahr 1982, ein Wasserschaden nach Hagelschlag hat dem maroden Gemäuer zusätzlich zugesetzt, die Räume sind dunkel und der Eingang an der Werkstatt vorbei eher für Insider zu finden.
Laut Sebastian Martin wolle man mit dem Umbau nun nicht nur für einen besseren Kundenservice, sondern auch in Zeiten des Fachkräftemangels für attraktivere Arbeitsplätze sorgen. „Sozialräume, die ihren Namen auch verdienen, und ein angenehmes Arbeitsklima, das ist einfach wichtig“, sagt er.
Betrieb in der Werkstatt läuft weiter
Wichtig für die Kunden: Der Betrieb in der Werkstatt wird wie gewohnt weiterlaufen – eventuell mit kleinen Einschränkungen. Hier werden mit dem Einbau einer neuen Heizung und neuen Toren eher kleinere Maßnahmen laufen.
Für Rottweil ist das Sanierungsprojekt jedenfalls eine gute Nachricht, denn ob der Standort saniert wird oder sich die BayWa weniger stadtnah auf der grünen Wiese einen neuen Standort schafft, war zunächst ungewiss – nicht zuletzt, weil die Zufahrt an der Schramberger Straße nicht ganz optimal ist. Auch die Option eines Neubaus woanders sei deshalb geprüft worden, so Sebastian Martin. Man habe sich dann aber klar entschieden und wolle nun mit der 2,3 Millionen Euro-Investition ein deutliches Zeichen für Rottweil setzen.
Sportlicher Zeitplan
Der Zeitplan ist übrigens sportlich. Nach dem Start Anfang Mai soll es zügig vorangehen, für alle Gewerke hätten die Handwerker glücklicherweise volle Kapazität signalisiert. Noch vor Weihnachten, so Martin, soll dann der Einzug ins neue Gebäude stattfinden.
Wann und wie es nebenan mit dem neuen Rewe samt Kindergarten weitergeht, dazu werden die Weichen am Mittwoch, 17. April, gestellt: Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan für das Sondergebiet „Einzelhandel mit Kindergarten“ auf der Tagesordnung. Der Investor, die Conzept Immobilien GmbH aus Balingen, steht dem Vernehmen nach jedenfalls schon in den Startlöchern.