Es ist viel Bewegung im Lahrer Immobilienmarkt. Auch und vor allem zentrumsnah werden zahlreiche Objekte vermarktet. Darunter sind (frühere) Top-Gewerbe-Adressen – und manch kostspielige Überraschung.
Wer derzeit in Lahr eine Immobilie sucht, hat die Qual der Wahl. Einschlägige Online-Portale spucken lange Trefferlisten aus. Auffällig: Neben Ein- und Mehrfamilienhäusern steht auch eine ganze Reihe Geschäftshäuser mit klanghaften Namen zum Verkauf. Eine Auswahl.
Ensemble in der Kirchstraße: Für den größten Aha-Effekt dürfte ein ganz frisches Angebot sorgen. Als „Juwel im Herzen der Stadt“ werden seit Kurzem drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt zwölf Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten in der Kirchstraße beworben. Der Annonce beigestellt sind Fotos der Häuser, die das Augenoptikergeschäft Niebling und das Asia-Restaurant Taumi beheimaten. Aufgerufen werden für den 744 Quadratmeter umfassenden Komplex 3,12 Millionen Euro.
Löwen-Apotheke: Kaum minder interessant ist das Angebot über das Gebäude an der Ecke Markt- und Obststraße, in dessen Erdgeschoss die Löwen-Apotheke untergebracht ist. Dazu kommen zwei Praxen und eine große Wohnung mit Dachterrasse. 980 000 Euro sollen für knapp 440 Quadratmeter, verteilt auf vier Etagen, fällig werden, wobei gut 100 Quadratmeter auf das Ladengeschäft entfallen. Verfügbar ist das Objekt laut Anzeige ab kommendem Frühjahr.
Menzer-Gebäude: Böse Zungen nennen das denkmalgeschützte Objekt an der Ecke Kaiser- und Dinglinger-Tor-Straße bereits einen Ladenhüter. Seit Jahren steht das denkmalgeschützte Haus leer – und fast ebenso lang zum Verkauf. Laut Annonce stehen auf drei Stockwerken 245 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Die Gewerbeeinheit befinde sich noch im Rohbauzustand. Ein Preis wird nicht genannt.
Ehemaliges Schuhhaus Seidel/Kindle: Ebenfalls schon eine ganze Weile ist im Ladenlokal in der Marktstraße 33 nichts mehr los. Das einst führende Lahrer Schuhfachgeschäft, das erst Seidel, dann Kindle hieß, ist seit 2019 geschlossen. Angepriesen wird es jetzt als Teil eines „famosen Wohn- und Geschäftshauses in absoluter 1A-Lage in der Altstadt“. Zusammen mit den Wohnungen in den oberen Stockwerken verfügt das Haus über eine Fläche von 750 Quadratmetern. Eine Preisauskunft gibt es auch hier nur auf Nachfrage beim Makler.
Villa in der Bergstraße: Eine „historische Villa“ inklusive Gästehaus gibt es für 1,85 Millionen Euro an der Ecke Berg- und Wasserklammstraße zu haben. In dem herrschaftlichen Anwesen, das einst der Tanzschule Wehrle-Walz gehörte und das zuletzt eine freikirchliche Reha-Einrichtung beherbergte, warten 390 Quadratmeter Wohnfläche auf einen neuen Besitzer. Dieser kann sich zudem auf ein Grundstück mit knapp 2800 Quadratmetern freuen, die sich laut Anbieter zu einem beträchtlichen Teil als Baugrund „in Bestlage“ eignen.
Einstiges Reformhaus: Sanierungsbedürftig und dementsprechend günstig zu haben ist das Wohn- und Geschäftshaus in der Mühlgasse 3. Wo einst Reformhaus und zuletzt ein Spätkauf untergebracht waren, gibt es für 253 500 Euro ein Ladengeschäft plus zweieinhalb Geschosse darüber, die laut Anzeige auf einen Ausbau warten.
Shisha-Bar „Rix’s“: Als Renditeobjekt wird das Wohn- und Geschäftsanwesen in der Friedrichstraße 11 bis 13 gegenüber dem Kino vermarktet. Es besteht aus einer Gewerbeeinheit (Shisha-Bar) , sieben Wohnungen und einem Keller. Die Jahresnettomiete ohne Nebenkosten liegt laut Inserat 2023 bei rund 82 000 Euro. Als Kaufpreis für die 410 Quadratmeter Wohnfläche und 200 Quadratmeter gewerbliche Nutzflächen sind 1,415 Millionen Euro genannt.
Preise sinken, Zinsen steigen
Die Zeit für einen Immobilienkauf ist aktuell so gut wie lange nicht und wird wohl noch besser – vorausgesetzt, man verfügt über ausreichend Eigenkapital. Laut einer Umfrage bei Volks- und Raiffeisenbanken können Interessenten in vielen Regionen Deutschlands auf weitere Preisrückgänge hoffen. Hauptgrund sind die gestiegenen Kreditzinsen. Deshalb würde aber gleichzeitig die Finanzierung von Neubauvorhaben schwieriger.