Neue Fahrzeuge stärken die Einsatzfähigkeit der Calwer Feuerwehr. Mit einer Investition von zwei Millionen Euro bekennt sich die Stadt zu Sicherheit, Katastrophenschutz und Ehrenamt.
Welch ein Glanz im Calwer Feuerwehrmagazin an der Wiesenstraße. Im Rahmen einer großangelegten, und vom Spielmannszug der Feuerwehr-Abteilung Calw-Stammheim musikalisch umrahmten Übergabe, übernahm die Feuerwehr der Hessestadt sechs Fahrzeuge im Gesamtwert von 2 355 000 Euro.
Abzüglich einer Landesförderung bleibt noch ein Finanzierungsanteil von mehr als zwei Millionen Euro, den die Stadt auf drei Haushaltsjahre verteilen will.
Für die Sicherheit der Bürger
„Heute ist ein Tag an dem kommunale Verantwortung sichtbar wird“, begrüßte Marcus Frank die Gäste sowie die zahlreich erschienen Aktiven der Gesamtwehr. „Mit der Indienststellung neuer Einsatzmittel bekennt sich die Stadt klar zu einem leistungsfähigen Brand- und Katastrophenschutz – und damit zur Sicherheit ihrer Bürger“ erklärte der Stadtbrandmeister.
Die stattliche Investition besteht aus zwei TLF 3000 mit Staffelkabinen, einem Fassungsvermögen von 4000 Liter Wasser und einem Frontwasserwerfer. „Eigentlich nur für eine Minimalbesetzung geplant, haben wir dabei auf eine Förderung verzichtet und auf eine eigenständische bedarfsgerechte Lösung gesetzt“ so Frank.
Kommunale Verantwortung
Der Stadtbrandmeister bezeichnete das als „Calwer Weg“ bezeichnete Modell als kommunale Verantwortung in der Praxis und bekam dafür Unterstützung durch seinen Oberbürgermeister. „Sie gehören zu den modernsten Fahrzeugen, es ist schön auch einmal ganz vorne mit dabei zu sein“, freute sich Florian Kling mit der Blaulicht-Familie.
Ein weiteres wichtiges Element stellt das LF 10 dar, es ist mit Wassertank, Lichtmast und kompakter Bauweise besonders für die Anforderungen einer historischen Innenstadt konzipiert.
Mit dem TLF 4000 wird das Feuerwehrkonzept durch ein Spezialfahrzeug ergänzt, das neben Wassertank (5000 Liter) auch über Industrieschaum und weitere diverse Löschmittel sowie einen Dachwasserwerfer verfügt. Das ist „neben einem Fahrzeug in Nagold das einzige im Landkreis Calw, das so gezielt auf besondere Brandlagen vorbereitet ist“, berichtete Frank.
Katastrophenvorsorge
Eine weitere Anschaffung, ein mit einem acht Meter hohen Mast ausgerüsteter Lichtmastanhänger, und einer Leistung von 18 000 Watt, hat seine Feuertaufe während des Einsatzes beim Zugunglück der Kulturbahn bereits bestanden.
Darüber hinaus kann die Wehr jetzt auch auf einen Teleskoplader mit Straßenzulassung zurückgreifen. Neben einer Hubkraft von 2500 Kilogramm und einer Hubhöhe von sechs Metern zählt dieses Fahrzeug als zentraler Baustein der kommunalen Katastrophenvorsorge und ist ein Ausdruck der Lehren aus den Extremwetterereignissen. Das Fahrzeug ist in den landesweiten Katastrophenschutz eingebunden, die Gesamtkosten von 121 000 Euro wurden mit 40 Prozent bezuschusst.
Mehr Wissen ist erforderlich
„Mit dem möchte ich echt einmal ausprobieren, was der alles kann, am besten auf der Erddeponie“ stellte Kling dazu schmunzelnd fest um gleich wieder ernst zu werden. „Ich komme aus dem IT-Bereich, wenn ich mir jedoch die Bedienungsanleitungen dazu ansehe, dann wünsche ich mir die einfachen Lichtschalter zurück“.
Sein Fazit: „Auch im Ehrenamt ist heute immer mehr Wissen erforderlich und das ist auch für eine Stadt mit über 25 500 Einwohnern eine Herausforderung“.
Ein Zeichen des Respekts und der Anerkennung
Denn wie sagte Stadtbrandmeister Frank in seiner Laudatio: „Nicht Fahrzeuge, Geräte oder Zahlen retten Leben, sondern Menschen, sie stehen bereit, wenn andere Schutz brauchen, übernehmen Verantwortung, wenn es gefährlich wird – daher sehe ich die Investition auch als ein Zeichen des Respekts und der Anerkennung für diesen Dienst an der Gemeinschaft.“