Auf dem Seppjockelshof ging um die besondere Situation der Milchviehhalter im Schwarzwald und um gefährdete Nutztierrassen.
Isabel Kling, Ministerialdirektorin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz; Konrad Rühl, Leiter der Abteilung Landwirtschaft im Ministerium für Ländlichen Raum (MLR), Thomas Lang als Vertreter der Schwarzwaldmilch, sowie Rinderzüchtern trafen sich auf dem vom jungen Landwirtehepaar Sophie und Lars Kammerer mit viel Herzblut und Unterstützung durch die Eltern als Biobetrieb geführten Seppjockelshof in Furtwangen.
Mit dabei waren auch Johannes Hohloch vom Landwirtschaftsamt der auch Zuchtleiter der Vorder- und Hinterwälderzucht ist, BLHV-Präsident Bernhard Bolkart, Clemens Hug und Felix Wentz vom BLHV-Kreisverband Villingen und Hans Riesle vom BLHV-Kreisverband Donaueschingen.
Sichtlich beeindruckt zeigten sich alle Anwesenden als Sophie und Lars Kammerer ihren Betrieb vorstellten. 18 Vorderwälder Kühe mit Nachzucht werden im Milchviehbereich gehalten. Hinzu kommen fünf stets gut frequentierten Ferienwohnungen, die meist von Familien mit Kindern aus ganz Deutschland belegt werden, um Ferien auf dem Bauernhof zu machen.
Hof vorgestellt
Sophie Kammerer stellte den Bio-Landwirtschaftsbetrieb und die Vorderwälder-Zucht vor – spürbar schlägt ihr Herz für diesen Hof. Dieser wird seit dem Jahr 1583 als Familienbetrieb geführt.
Beim Rundgang und der lebhaften Diskussionsrunde, ging es in erster Linie um Fragen rund um die Förderung und den Erhalt gefährdeter Nutztierrassen, zu denen auch die auf dem Seppjockelshof gehaltene Rasse der Vorderwälder gehört. Es wurden viele Themen besprochen. Unter anderem ging es um die FAKT-Förderung für Vorderwälder-Rinder, die Auswirkungen der Weideverpflichtung für Öko-Betriebe auf deren Förderung, das Agrarinvestitionsprogramm, Baugenehmigungsverfahren und um das Dauerbrennerthema „Bürokratieabbau“.
Zu all diesen Themen machten die BLHV-Vorstände und Züchter an der Praxis orientierte konkrete Ergänzungs und Verbesserungsvorschläge. Zudem ging es um wichtige Anpassungen im FAKT II Antragsjahr 2026.
Das erfolgreiche Förderantragsverfahren FAKT II soll zum Antragsjahr 2026 erweitert werden. Dies betrifft die Förderung kleiner Strukturen und die Bewirtschaftung von Weinbausteillagen. Dabei handelt es sich um eine neue Maßnahme, um die besonderen Bedingungen der relativ kleinstrukturierten landwirtschaftlichen Flächen in Baden-Württemberg und deren positiven Wirkungen unter anderem auf die Biodiversität entsprechend zu fördern.
Förderung
Fakt
steht für Förderung für Agrar Umwelt, Klimaschutz und Tierwohl und umfasst verschiedene Maßnahmen, die auch die Rinderhaltung betreffen. Dazu gehören unter anderem Prämien für die Haltung gefährdeter Nutztierrassen, die Weidehaltung von Milchkühen und weiblicher Nachzuchtrindern sowie tiergerechte Haltung von Kälbern. Zudem ist bei der Maßnahme „Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen“ geplant die Prämiensätze für gefährdete Rinderrassen zu erhöhen. Kling und Rühl hatten Positives zu vermelden. Beim Vorderwälder Rund und Milchkuh steigt die Prämie von bisher 120 auf 380 Euro und auch bei den Rassen Hinterwälder, Braunvieh und Limburger werden die Prämien erhöht.