Thomas Zizmann vom Amt für Zuwanderung und Integration war am Montagabend zu Gast im Sozialausschuss und teilte mit, auf welche Schwerpunkte die Behörde sich aktuell fokussiert.
Nachdem das Amt für Zuwanderung und Integration im Juli dieses Jahres in die Grünewaldstraße 15 in Balingen eingezogen war, hat der Leiter der Behörde, Thomas Zizmann, im Sozialausschuss des Kreistags auf den Umzug zurückgeblickt und die Arbeit des Amts vorgestellt, nicht ohne mächtigen Gegenwind aus der AfD-Fraktion.
Aktuell arbeiten laut Angaben von Zizmann und seiner Kollegen 43 Personen in der Behörde und teilen sich auf in die Sachgebiete Ausländerbehörde und Einbürgerungsbehörde, Asylbewerberleistungen und Unterbringungsbehörde sowie die Stabsstelle Integration und Flüchtlingshilfe.
Umzug war unumgänglich
Der Umzug aus den Räumlichkeiten der Arbeitsagentur sei unumgänglich gewesen, aufgrund des enormen Platzmangels dort, erklärte Zizmann dem Gremium. Die neuen Räume ermöglichen demnach eine bessere Planbarkeit und Transparenz für Kunden sowie Personal. Auch sei die Sicherheit der Mitarbeiter dadurch besser gewährleistet.
Erik Wille (AfD) hakte direkt nach und wollte wissen, um was für Übergriffe es sich konkret handelte, die als solche in den Sitzungsunterlagen vermerkt worden waren. Konkrete Übergriffe nannte Zizmann darauf nicht und betonte, dass es hier um allgemeine Sicherheitsverbesserungen und Standards gehe, die in allen Ämtern gängig seien.
„Wenn die Menschen auf den Gängen lange ausharren und dicht an dicht gedrängt sind, dann sorgt das für Frust“, erklärte Zizmann und ergänzte: „Gewaltbereitschaft gibt es auf Ämtern überall, von Ausländern und von Deutschen.“
Joachim Steyer hegt große Zweifel an erfolgreicher Integration
Die Zuwanderung werde auch in Zukunft Deutschland und den Zollernalbkreis beschäftigen“, betonte der Amtsleiter. Besonders der Ausbau der Sprachförderung und die Integration in den Arbeitsmarkt der Menschen sind zwei Themen, die aktuell ganz oben auf der Agenda der Behörde stehen.
Große Zweifel an einer solchen erfolgreichen Integration äußerte AfD-Fraktionsmitglied Joachim Steyer, der anhand einer afrikanischen Volksgruppe festmachen wollte, dass eine Integration der Menschen in den Arbeitsmarkt unmöglich sei.
Das stieß auf große Empörung bei den anderen Fraktionen und der Verwaltung, die dem AfD-Politiker Populismus und eine einseitige Sichtweise vorwarfen. Ute Hettel (Grüne): „Ob Sie es wollen oder nicht, wir sind auf Zuwanderer angewiesen. Ja, diese Integration ist eine Herausforderung, aber sie ist auch bereichernd.“
Zahl der Einbürgerungen enorm gestiegen
Landrat Günther-Martin Pauli ergänzte: „Die überwiegende Anzahl der Menschen will sich anpassen und integrieren, deshalb bitte ich einfach darum, dass wir hier keine Ängste schüren und aufhören Gräben zu schaffen.“
Aktuell befinden sich gut 20 000 Ausländer im Zuständigkeitsbereich der Ausländerbehörde. Im Schnitt fallen auf jeden Sachbearbeiter also mehr als 2000 Menschen, was einen hohen Arbeitsaufwand bedeutet.
Die Zahl der Einbürgerungen ist in den jüngsten Jahren auch im Zollernalbkreis enorm angestiegen. 734 Einbürgerungen waren es im Jahr 2024, drei Jahre zuvor lag die Zahl noch bei 234. Den enormen Anstieg führen die Mitarbeiter auf die Reformierung des Staatsangehörigkeitsrechts zurück.
Landrat Pauli sprach deshalb seinen Dank aus an die Behördenmitarbeiter, aber auch an die zahlreichen Unternehmen und Vereine im Kreis, die sich bei der Integration der Menschen engagieren.