Das Projekt „MeBeOn“hilft Frauen mit einem Migrationshintergrund im Kreis Calw.
Drei Frauen aus der Ukraine und Syrien machten auf beeindruckende Weise deutlich, wie wertvoll und wichtig Integrationsbemühungen durch kompetente Netzwerke und Projekte sein können. Gefeiert wurde im Haus der Kirche ein solches Projekt mit dem Namen „MeBeOn“, das von 2023 bis heute an sechs Standorten im Landkreis angeboten wurde. Es wurde speziell nur für Frauen, die gleichzeitig eine Migrationserfahrung haben, konzipiert.
Maßnahme wird weitergeführt
Auch wenn es sich offiziell um eine Abschlussveranstaltung handelte, lautete die gute Nachricht: Die Maßnahme wird weitergeführt.
„MeBeOn“ steht für „Migrant Women be on your Way“ und unterstützt Frauen beim Einstieg in den Beruf. Mit einem Coaching , Kursen und Beratungen wurden die Frauen in ihrer persönlichen Entwicklung unterstützt.
Das gemeinschaftliche Projekt des Diakonieverbandes Nordschwarzwald und der Erlacher Höhe fand im Rahmen des vom Bund mitfinanzierten Programms „My turn – Frauen mit Migrationserfahrung starten durch“ und der Beteiligung des „Europäischen Sozialfonds (ESF)“ statt. Mit dabei waren unverzichtbare Kooperationspartner wie Jobcenter, Bundesagentur für Arbeit, der Landkreis Calw, das Welcome Center Nordschwarzwald, die IHK und die Volkshochschulen Calw und Oberes Nagoldtal.
Ein Rückblick auf die vergangenen drei Jahre
Birgit Riedel und Anke Stickel vom Diakonieverband stellten die vergangenen drei Jahre von „MeBeOn“ samt deren Zielen, Herausforderungen, Schwierigkeiten, Maßnahmen und Erfolgen vor.
Tobias Laufer, ebenfalls vom Diakonieverband, gliederte das Wort „Integration“ auf in kulturelle, strukturelle, soziale und emotionale Bereiche auf. Hier wurden die Probleme aufgezeigt, die Frauen ganz konkret in ihrer Familie und in der Gesellschaft erleben. Hier wurde deutlich, dass Frauen oftmals eine zentrale Rolle im eigenen Familiensystem ausüben. Es wurde das Spannungsfeld „Kultur, Familie und Beruf“ angesprochen. Gerade Frauen sind es, die sich mit den Alltagsproblemen auseinandersetzen.
Und das sagen die Frauen dazu
Wieso sie am Projekt teilnahmen, wurde durch Aussagen von Frauen deutlich, mit denen Laufer im Rahmen einer Studie sprach. Kurse und Einzelcoachings wurden von den Frauen als „wertvoll“ aufgenommen. „Es ist für mich wichtig, neue Menschen kennenzulernen. Weil die Sprache kommt danach besser“, meinte eine Teilnehmerin.
„Ich bin die Frau, die nicht zu Hause bleibt“
„Da waren andere Frauen, und ich wollte Kontakt mit anderen Menschen haben“, eine andere. „Weil ich zu Hause viel Zeit verbracht habe, wollte ich rausgehen“, hieß es. Oder „Als Pflegehilfskraft hat es so gut im Herzen getan, weil ich mit vielen guten Menschen Kontakt hatte.“ Eine Frau drückte es noch einmal anders aus: „Ich bin die Frau, die nicht zu Hause bleibt.“
Dass die Erfolgsmeldungen der Beteiligten nicht abstrakt und konstruiert waren, machten Julia Bakanina aus der Ukraine, die bereits drei Jahre in Deutschland ist, Hanna Kroitor, ebenfalls aus der Ukraine und seit drei Jahren in Deutschland, und Nour Almaidani aus Syrien, die bereits seit zehn Jahren in Deutschland lebt, deutlich.
Die Migrantinnen beweisen Mut
Die drei Migrantinnen zeigten Mut. Sie stellten sich den Gästen in Form eines Interviews . „Ich bin zufrieden,“ war das Kompliment, das sie ihren Betreuerinnen im Publikum zollten. „Durch mein Einzelcoaching bin ich heute in der Lage, mit einer Absage durch eine Firma gut umzugehen. Weil ich stark und wertvoll bin. Ich mache einfach immer weiter.“ Alle drei haben sich sehr gut in deutscher Sprache ausgedrückt. Dennoch haben sie das Ziel, „noch besser die deutsche Sprache zu lernen“, um bald in dem Beruf arbeiten zu dürfen, in dem sie früher gearbeitet haben, erzählten alle drei mit optimistisch strahlenden Augen.
150 Frauen zwischen 16 und 62 Jahren
Bislang nahmen an den Standorten Altensteig, Althengstett, Calw, Nagold, Bad Liebenzell und Bad Wildbad 150 Frauen zwischen 16 und 62 Jahren teil.
Die gute Nachricht: Das Projekt wird weiterlaufen. Der Diakonieverband lädt – nun ohne die Erlacher Höhe – Frauen ein, das Projekt kennenzulernen, sich unverbindlich zu erkundigen und gegebenenfalls selbst teilzunehmen.
Ausführliche Informationen über das Projekt „MiBeOn“ sind über den Diakonieverband Nordschwarzwald erhältlich. Konkrete Ansprechperson ist Zainullabudin Saify, der auch manche Sprachbarriere zu überwinden hilft, unter der Telefonnummer 0175 5544497 und per Mail an z.saify@diakonie-nsw.de.