Die Möglichkeit, sich im Internet detailliert über die Mietpreise in der Gemeinde informieren zu können, wird weiter gegeben sein: Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde der Entwurf für den qualifizierten Mietspiegel für 2025 anerkannt.
Wie tief muss man in die Tasche greifen, wenn man nach Jungingen in eine Mietwohnung ziehen möchte? Wie hoch sind eigentlich die Mieten in der Gemeinde und wo bekommt man einen Überblick? Genau um diese Fragen zu beantworten, hat die Gemeinde erstmals im Jahr 2020 – in kommunaler Zusammenarbeit mit der Stadt Hechingen und den Gemeinden Rangendingen und Haigerloch – einen qualifizierten Mietspiegel erstellt, der im Internet abrufbar ist.
Was ist der Mietspiegel genau?
Laut der Gemeindeverwaltung ist der Mietspiegel eine Übersicht für die in Jungingen gezahlten Mieten. Die ortsübliche Vergleichsmiete ergebe sich für den frei finanzierten Wohnraum vergleichbarer Art, Größe, Lage oder Ausstattung: Auch die Beschaffenheit und energetische Ausstattung fließe mit ein. Zugreifen kann man auf den Mietspiegel über die Webseite online-mietspiegel.de/jungingen.
Was bringt der Online-Mietspiegel?
„Der qualifizierte Mietspiegel gibt eine Übersicht über den Wohnungsmarkt in Jungingen“, erklärte Kämmerer Manuel Kaupp den Gemeinderäten bei der jüngsten Sitzung. Man könne auf der Webseite die Daten – etwa die Größe, das Alter und den Stand der Modernisierungen – eines Wohnobjekts in der Gemeinde eingeben und erhalte dann eine Vergleichsmietenberechnung. Auf dieser kann dann etwa die durchschnittliche ortsübliche Vergleichsmiete – auch pro Quadratmeter – abgelesen werden. Laut der Beschlussvorlage der Verwaltung helfe der Mietspiegel als Orientierungshilfe für Mietverträge – aber auch bei Rechtsstreitigkeiten und beim sozialen Wohnungsbau. Gerade Mieter können laut der Gemeinde sehen, ob die Miete für eine bestimmte Wohnung angemessen ist.
Wie hoch ist die Durchschnittsmiete in Jungingen?
Der Durchschnittspreis in Jungingen liege bei 6,78 Euro pro Quadratmeter, so Kaupp in der Sitzung: Dieser Wert sei unabhängig von allen Wohnwertmerkmalen. Zu einer entsprechenden Rückfrage aus dem Rat erklärte der Kämmerer, dass der Durchschnittswert aber ein sehr grober Rahmen sei – und damit entsprechend nicht sehr aussagekräftig. Denn die Werte, die den Durchschnitt ergeben, könnten auch deutlich darunter oder darüber liegen.
Wie und von wem wird der Mietspiegel erstellt?
Die Befragung der Bürger und Auswertung für die erhobenen Daten werden durch das EMA-Institut für empirische Marktanalysen durchgeführt, dass seinen Sitz in Regensburg hat. Zudem stellt laut der Gemeindeverwaltung das EMA-Institut auch den Mietspiegel auf – nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen.
Was sagt der Bürgermeister zum Online-Angebot?
Laut Gemeindeoberhaupt Oliver Simmendinger ist der im Internet verfügbare Mietspiegel für Mieter und Vermieter ein zusätzliches und nützliches Tool: Der Spiegel werde alle ein- bis zwei Jahre aktualisiert und koste die Gemeinde im Jahr nur einige Hundert Euro.
Wie positionierte sich der Gemeinderat zum Mietspiegel?
Am Ende des Tagesordnungspunkts wurde der Mietspiegelentwurf als qualifizierter Mietspiegel anerkannt – Widerspruch dagegen gab es aus dem Rat keinen.