Mit „Setyoursails“ hat der Bassist auf einem der größten Metal-Festivals gespielt. Im Gespräch berichtet er, wie es zum Auftritt kam – und wie der Regen die Show beeinflusst hat.
Die beschauliche Gemeinde Wacken in Schleswig-Holstein wurde wieder Heimat von 85 000 Fans der harten Gitarrenmusik. Größen wie „Guns n’ Roses“, „Saxon“ oder „Papa Roach“ drückten sich das Mikrofon in die Hand. Einer der vielen Musiker war Nicolai Hoch aus Mietersheim. Mit der Band „Setyoursails“ spielte der 32-Jährige am Freitagnachmittag auf einer der elf Bühnen.
„Setyoursails“ stehen für einen Mix aus harten Gitarren und brachialen Drums, der melodiöse Gesang von Frontfrau Jules Mitch trifft auf gebrüllte Teile. Seit der Gründung 2017 hat die Band drei Alben veröffentlicht, Hoch gehört seit 2022 zur Formation. Dass die Band nun auf Wacken spielte, ist für Insider nicht überraschend. Die Musiker sind bereits auf Festivals wie dem „Summer Breeze“ oder dem „Deichbrand“ aufgetreten und haben viele gute Kritiken bekommen. Ihr erfolgreichster Song hat auf Spotify mehr als zwei Millionen Klicks.
Die Anfrage, auf Wacken zu spielen, ging vergangenen Sommer bei der Bookingagentur Extratours ein. „Die sind international gut vernetzt“, erklärt Hoch im LZ-Gespräch. Seine Kollegen und er diskutierten nicht lange und sagten zu. Vor Ort faszinierte das Quartett die schiere Größe des Festivals. Alleine die Shuttle-Fahrt vom Backstage-Bereich bis zur Bühne habe mehrere Minuten gedauert.
Eigentlich sei das Konzert für Hoch nicht groß anders anders gewesen als andere Festival-Auftritte. Den Unterschied habe der Freundes- und Familienkreis gemacht: „Ich wurde dauernd gefragt, ob ich denn schon nervös sei“, erzählt er mit einem Lachen. Wirklich nervenaufreibend seien nur die letzten Sekunden vor dem Spurt auf die Bühne gewesen. „Doch sobald ich in die Saiten gehauen habe, war das weg.“
Wie viele Besucher vor der Bühne standen, kann der Bassist nicht sagen – wegen des Wetters. „Gerade, als wir angefangen haben, gab’s einen Wolkenbruch“, erzählt er. „Ich habe selten so dicke Tropfen gesehen.“ Erst mit dem letzten Ton des 45-minütigen Konzerts hörte der Regen auf.
Hoch sprach auch mit einem berühmten Musiker
Der Regen machte eine spontanen Änderung notwendig. Eigentlich lässt sich Hoch bei jedem Konzert mit seinem Bass auf den Händen über die Zuschauer tragen. „Aber dieses Mal hatte ich zu viel Angst um mein Instrument“, erklärt er. Als die Stelle kam, an der es für ihn normalerweise ins Publikum ging, habe er einen kurzen Blick mit Schlagzeuger Henrik Kellershohn gewechselt. „Er hat nur den Kopf geschüttelt“, sagt Hoch mit einem Lachen.
Die Fotos vom Auftritt zeigen, dass bei „Setyoursails“ für die frühe Uhrzeit schon einiges los war. Insgesamt sei die Band mit ihrem Auftritt zufrieden, so Hoch, die Resonanz sei sehr gut. Bis heute erreichten die Gruppe Nachrichten von neuen Fans, die vor der Bühne standen oder die Show im Livestream verfolgten. „Einige sagen, dass unsere Musik sie voll abgeholt habe“, freut sich Hoch. Zudem habe er unter Regencapes einige Shirts seiner Band entdeckt. Was ihn besonders freut: Auch Bekannte aus Lahr waren auf dem Festival und statteten der Show einen Besuch ab.
Im Backstage-Bereich haben die Musiker viele befreundete Bands und Künstler getroffen. „Das ist immer wie ein großes Klassentreffen“, berichtet Hoch. Auch mit Jacoby Shaddix, dem Frontmann der international erfolgreichen Formation Papa Roach, kam er kurz ins Gespräch. Doch nach dem Auftritt, einem Interview und einer Signierstunde habe es auch gut getan, sich einfach Backstage kurz mit einem Glas Wein zu entspannen.
Erste Arena-Show
Über den Sommer spielt die Band unter anderem auf dem Metalacker Tennenbronn. Als Vorband von „Lord of the Lost“, die Deutschland 2023 beim ESC vertraten, spielen „Setyoursails“ im Dezember ihre erste Arena-Show in der Hamburger Sporthalle. Ansonsten wollen die Musiker den Rest des Jahres für die Arbeit am neuen Album nutzen.