Michael Moser hat sein Amt als Bürgermeister von Seelbach angetreten. Am Montag verbrachte er den ersten Tag im Rathaus, am Abend wurde er im Gemeinderat vereidigt. Im Gespräch mit der LZ schildert er seine Vorbereitung und seine ersten Eindrücke.
Ausgerechnet an seinem ersten Tag als Bürgermeister hat ihm das Binden der Krawatte Schwierigkeiten bereitet. „Ich war trotzdem pünktlich um 8 Uhr da“, berichtet Michael Moser gut gelaunt beim Besuch unserer Redaktion. „Die Kollegen haben mich auf dem Parkplatz abgepasst. Ich bin sehr herzlich empfangen worden“, freut sich der neue Rathauschef.
Das zeigt sich am Eingang: Eine bunte Girlande mit den Worten „Herzlich willkommen“ hängt über der Tür. Mosers Büro ist mit Luftballons geschmückt. Ansonsten ist die Einrichtung noch eher spartanisch. Immerhin: Ein Bild vom ihm von seiner Frau hat er von zu Hause mitgebracht, daneben ziert ein Foto seines Sohns den Schreibtisch. Weitere Deko und vielleicht auch Pflanzen sollen kommen – „ich habe es aber gerne aufgeräumt“, verrät Moser. Mit im Gepäck hatte er dafür Brezeln für alle Mitarbeiter und einen Blumenstrauß für Elke Albrecht-Pelz, seine persönliche Mitarbeiterin.
„Es war nicht so leicht, sich vom Wahlkampf zu erholen“, schildert Seelbachs neuer Bürgermeister die Zeit nach seinem Wahlsieg. Zwischen den Jahren habe er Zeit gefunden, durchzuatmen – im Januar hat ihn sein, inzwischen früherer, Beruf noch einmal gefordert. „Ich war bis 31. Januar voll berufstätig. Es war mir wichtig, die Geschäfte gut zu übergeben“, berichtet Moser. Bis dahin war er Betriebswirt bei der DB Schenker AG in Appenweier. „Es war ein emotionaler Abschied nach zwei tollen Jahren“, blickt Moser zurück.
Besonders ab Februar hat der junge Vater dann die zusätzliche Zeit auch dafür genutzt, um bei seiner Familie zu sein. Der Sohn von Michael Moser und seiner Frau Sarah kam im November – mitten im Wahlkampf – zur Welt. „Die Zeit mit der Familie kam da deutlich zu kurz. Das wollte ich jetzt einfach genießen“, sagt der Schönberger. „Das Familienglück ist gerade sehr groß.“
Intensive Vorbereitung auf den neuen Job
Parallel lief selbstverständlich die Vorbereitung auf seinen neuen Job. „Ich bin oft angesprochen worden. Viele kamen mit Themen und Einladungen auf mich zu“, zeigt sich der neue Bürgermeister beeindruckt. Einer der ersten wichtigen Termine für ihn war eine Absprache mit Albrecht-Pelz, die bislang persönliche Mitarbeiterin von Thomas Schäfer war. „Mit ihr habe ich geklärt, was ich brauche und was ich gerne hätte und erste Termine abgestimmt“, schildert Moser. Auch nach Weiterbildungsterminen hätten sie gemeinsam Ausschau gehalten. Bei einem zweiten Besuch im Rathaus hat er sich dann noch einmal förmlich allen Kollegen vorgestellt und sich mit ihnen ausgetauscht.
Mit einem ganz besonders intensiv: Bauamtsleiter Siegfried Kohlmann. Der 45-Jährige wollte selbst gerne neuer Seelbacher Bürgermeister werden, unterlag aber Moser im zweiten Wahlgang. „Wir waren auch einmal schön Abendessen und haben uns auch einmal abseits des Wahlkampfes kennengelernt“, freut sich Moser über den konstruktiven Austausch mit seinem einstigen Kontrahenten und künftigen Verwaltungskollegen. Auch für ein Gespräch mit seinem Vorgänger war bereits Zeit. „Ich habe mich mit Herrn Schäfer rund zwei Stunden ausgetauscht“, berichtet Seelbachs neuer Bürgermeister.
Schäfer nahm Moser mit zum Treffen mit Amtskollegen
Der 37-Jährige durfte seinen Vorgänger auch einmal zu einem Treffen des Bürgermeistersprengels begleiten. Dort habe er seine Amtskollegen aus den Umlandgemeinden besser kennengelernt. „Ich bin da auch sehr gut aufgenommen worden. Viele haben zu mir gesagt: ,Wenn du Hilfe brauchst, melde dich.’ Das hat mich sehr gefreut.“ Öfters hat er sich bereits mit Schuttertals Bürgermeister Matthias Litterst ausgetauscht – unter anderem beim Neujahrsempfang dort. Auch mit Wittelbachs Ortsvorsteher Werner Göhring führte er schon Gespräche, die weiteren Gemeinderäte hat er im Rahmen der letzten Sitzung Schäfers kennengelernt.
Stichwort Gemeinderat: Moser gesteht, dass er durchaus Respekt davor hat, im März seine erste Sitzung zu leiten. „Da werde ich nervöser sein als sonst.“ Ansonsten freue er sich auf die Aufgaben und vor allem darauf, die Verwaltungskollegen im Arbeitsumfeld kennenzulernen.
Ein Rat, den er vielfach erhalten habe: Er soll es ruhig angehen. Genau das versucht Moser an seinem ersten Tag. Die Technik einrichten, ein Rundgang durchs Rathaus, Termine besprechen – mehr steht erst einmal nicht an. Im Laufe der Woche sollen dann Gespräche für einige seiner Ideen folgen. „Die ganze Zeit nach dem Wahlkampf hat sich sehr positiv entwickelt“, bilanziert Moser. Auch die Eindrücke des ersten Tages stimmen ihn optimistisch für seine Amtszeit.
Vereidigung
Bürgermeisterstellvertreter Jürgen Deusch nahm Michael Moser am Abend den Eid ab. Viele Bürger und Vertreter waren zu der Gemeinderatssitzung gekommen. Moser dankte erneut Gemeinderat, Verwaltung und seinem Vorgänger Thomas Schäfer für das Vertrauen und di Unterstützung nach der Wahl. Vor dem Empfang spielte eine Abordnung des Wittelbacher Musikvereins das Badnerlied, das der neue Verwaltungschef dirigierte.