Während die Schnurrer in Aichhalden bereits dem 30. Schnurren im nächsten Jahr entgegenfiebern, hegt Bürgermeister Michael Lehrer närrische Visionen.
Beim Empfang der Schnurrer im Rathaus sprach der Bürgermeister von einem Abend der Tradition, Wahrheit und von Geschichten, die nur in Aichhalden passieren könnten.
Die Schnurrer seien das Rückgrat der Schnurrtradition und dieses Kulturgut müsse lebendig gehalten werden. Die vier Gruppen verbänden Generationen und sorgten nebenbei dafür, dass kein Missgeschick und Fauxpas in Vergessenheit gerieten.
„Ihr seid das kollektive Gedächtnis unserer Gemeinde und ohne euch ist Aichhalden nur ein Ort. Aber mit euch ist es eine Geschichte“, dankte Lehrer für das Engagement. In diesem Saal seien Orden verliehen und Lebenswerke geehrt, aber auch Karrieren zerstört worden. Nämlich die von ihm als zukünftiger Papst. „Deshalb stehe ich nun vor euch immer noch als Bürgermeister, ob es euch passt oder nicht“, sagte der Rathauschef trotzig.
Angebot nach Schramberg
Er, so Lehrer, werde Schrambergs Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr ein großzügiges Angebot auf Augenhöhe unterbreiten, das die klamme Stadt eigentlich nicht ablehnen könne. Während die USA Grönland kaufen wolle, werde auch Aichhalden wachsen. Er denke da an die Gebiete Lienberg und Brambach, die einst zu Aichhalden gehörten und wieder integriert werden sollten.
„Humanitäre Schutzmaßnahmen“
„Wir reden hier nicht von einer Besetzung, sondern von humanitären Schutzmaßnahmen. Aichhalden ist selbstbewusst und humorvoll und immer ein kleines bisschen größenwahnsinnig“, räumte ein schelmisch grinsender Bürgermeister ein. Schnurrer-Sprecher Jörg Schneider freute sich, dass die bisherigen Schnurr-Gruppen wieder mit dabei sind. Der Feuerwehr danke er, nach dem Wegfall der Ratsstube als vierte Schnurrbeize einzuspringen.
300 Besucher
Die Reservierungen von insgesamt rund 300 Besuchern zeige, dass das Schnurren im Ort einen hohen Stellenwert genieße, hob Schneider hervor. Nur weil Lehrer beim Schnurren im vergangenen Jahr sämtliche Mitbewerber für den Rathaussessel bestochen habe, sei ihm die Wiederwahl geglückt. „Für die katholische Kirche war es sicher besser, dass du dich nicht bei der Papstwahl beworben hast“, stichelte Schneider.
Zwei verdiente Aktive geehrt
Mit Jürgen Roming und Georg Eschle ehrte Schneider zwei Oberschnurrer, die bei allen 29 Schnurren für den Musikverein dabei gewesen sind. Er freue sich jetzt schon darauf, wenn Roming mal beim Schnurren als Solist auftrete. „Nächstes Jahr feiern wir das 30. Schnurren. Da kann sich eigentlich keine der vier Gruppen davor drücken“, forderte Schneider und dankte dem Bürgermeister für den Empfang, verbunden mit der Hoffnung, „dass du nächstes Jahr noch im Amt bist“.