Lange haben sie darauf hingearbeitet: Die vierköpfige Metalband „Defender“ aus Heidenstadt hat ihr Debütalbum „Dying To Live“ veröffentlicht, das sehr gute Rezensionen erhalten hat. Indes arbeiten die vier Metaller bereits am nächsten Album.
Ein überwältigendes Erlebnis ist für die Heidenstädter Metalband „Defender“ die Produktion ihres Debütalbums „Dying To Live“ gewesen – nicht minder überwältigend ist die Rezeption des Erstlingswerkes ausgefallen: Die einen vergeben vier von fünf, die anderen sieben von zehn Punkten, und in den Deutschen Metal-Rock-Charts ist das Album – Stand 16. April – auf Platz 16, Tendenz steigend.
„Uns freut es vor allem, dass unser Album auch Nicht-Metaler anspricht“, sagt Gitarrist und Sänger Dennis Bauer. Ein Beleg dafür sei die aus ihrer Sicht erfolgreiche Release-Party mit über 300 Gästen in Glashütte gewesen. „Da habe ich vor Freude sogar auf der Bühne geweint“, gibt Drummer Hannes Stengl zu.
Pure Lebenslust und Optimismus sind auch die Themen, die sich den Vieren zufolge durch alle Lieder ziehen – und sich am Besten mit folgenden Liedzeilen – hier übersetzt – aus „Dying To Live“ wiedergeben lassen: „Der Tod ist nicht das Ende, es ist ein anderer Weg. Das Streben nach dem Leben ist die Hauptsache. Komme, was wolle – ich gebe nicht auf.“
„Eine Ballade auf dem ersten Album ist eher selten“, meint Ott
Schnell und peitschend treiben die ersten Lieder ihre Zuhörer voran, als strebten sie energiegeladen dem Tod davon und dem Leben entgegen – bis dann mit einer Ballade eine hörbare Vollbremsung eingelegt wird.
Absichtlich, sagt Gitarrist Christoph Ott. „Damit auch ein wenig Abwechslung dabei ist und wir die Idee geil fanden – eine Ballade gleich auf dem ersten Album ist eher selten.“ Einer spezifischen Person ist sie nicht gewidmet, „sondern vielmehr allen Menschen, die jemanden verloren haben“, erklärt Bassist Fabian Bartl.
Diese Melancholie zieht sich weiter durch den zweiten Teil – wobei die Melodien zunehmend wieder an Tempo und Optimismus gewinnen.
Elf Lieder in 17 Tagen abmischen – solide Planung machts möglich
Zackig war auch das Tempo bei der Produktion in Rolf Munkes Empire Studios in Bensheim – innerhalb von 17 Tagen haben die Defender ihre elf Lieder eingespielt und abgemischt.
„Es war eine geile Zeit, zumal wir uns kein einziges Mal gestritten haben“, meint Bartl. Eine Lektion, welche die Vier daraus mitgenommen haben: Wer ein komplettes Album in etwa zwei Wochen produzieren will, muss unbedingt einen Plan mitbringen.
Apropos: Ursprünglich geplant war die Veröffentlichung des Albums im Herbst 2024, hat sich letztlich aber verzögert: Die Defender waren zeitgleich auf Suche nach einem Label – und haben mit „Metalapolis Records“ auch eines gefunden.
Dieses aber stellte seinerseits Anforderungen – unter anderem, dass innerhalb von sechs bis acht Wochen drei Singles samt Musikvideos zu publizieren sind. Das erste Video zu „Survivor“ haben sie mit Fotograf Frank Luger produziert – für den die Produktion eines Musikvideos laut Bauer gleichwohl eine Premiere war. Das Albumcover hat Solo Macello konzipiert.
Von 20 Liedern haben es am Ende elf auf das Album geschafft
Die weiteren Videos zu „Dying To Live“ und „Granite Heart“ haben die Vier dann in Eigenregie durchgeführt, wobei Kumpels etwa beim Filmen geholfen haben. „Wir haben in unseren Lederoutfits geschwitzt wie verrückt“, erinnert sich Ott.
Und doch haben sie einiges dabei gelernt: von der Auswahl des Drehortes, bis hin zu Lichtkomposition, Bildlänge, Ton- und Bildbearbeitung.
Gibt es irgendetwas, was die Defender nächstes Mal anders machen würden? „Wir würden versuchen, etwas zielgerichteter zu arbeiten“, meinen Stengl und Bartl – für dieses Album hätten sie an etwa 20 Liedern gearbeitet, die Hälfte aber verworfen.
Das nächste Mal lässt indes nicht lange auf sich warten: Das zweite Album ist bereits in Arbeit, verraten die Metaler enthusiastisch.