Künftig spielen die Fußballmannschaften auf einem Kunstrasen. Die Sportanlage wird rundum erneuert und erweitert. Foto: Müller

Der "Geißbühl" wird das neue Sportzentrum der Stadt Meßstetten – mit Kunstrasenplatz, Leichtathletikanlagen und Werferfeld. Mit 1,87 Millionen Euro wird die Sanierung des Sportplatzes auf dem ehemaligen Kasernengelände nicht billig. Aber wenn man so ein Projekt angeht, dann richtig.

Meßstetten - Die Pläne zur umfangreichen Umgestaltung und Erweiterung der Sportanlagen auf dem Geißbühl, beim ehemaligen Kasernengelände, werden immer konkreter. Jörg Sigmund, jener Landschaftsarchitekt aus Grafenberg, dessen Handschrift auch das Sport- und Freizeitgelände auf dem Blumersberg trägt, stellte den Gemeinderäten in der Sitzung am Freitagabend die konkreten Baupläne nebst Zeitplan dem Gremium vor.

Auf die Zustimmung der Gemeinderäte – sie waren bis auf einige Anmerkungen durchweg begeistert von dem, was auf dem Geißbühl in den kommenden Monaten und Jahren entstehen wird – folgt die Ausschreibung, sodass die ersten Gewerke zum Jahresbeginn vergeben werden, damit im nächsten Frühjahr die Bagger anrücken können.

Die Baumaßnahme wird in drei Abschnitten vollzogen: Im ersten Schritt werden die Leichtathletikanlagen erneuert. Die Laufbahn, die etliche Schäden aufweist, bekommt einen neuen Kunststoff-Belag, den man dann auch mit haltgebenden Spikes unter den Sportschuhen benutzen kann. Die bestehenden Leichtathletikanlagen wie der Kugelstoßring und das Weitsprungfeld werden ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht.

Das zweite große Aufgabenfeld ist die Umwandlung des circa 8000 Quadratmeter großen Naturrasenplatzes in einen Kunstrasenplatz. Im Vorfeld haben sich die Gemeinderate für diesen Umbau entschieden, da Kunstrasen zum einen robuster, aber auch pflegeleichter und somit kostengünstiger im Unterhalt ist. Der einzige Nachteil: Auf dem Kunstrasen können keine Wurfdisziplinen ausgetragen werden. Daher entsteht direkt daneben ein separates Werferfeld. Auf circa der Hälfte der bisherigen Asphaltfläche des ehemaligen Hubschrauberlandeplatzes wird eine Naturrasenfläche angelegt für Speerwurf, Diskus- und Hammerwurf. Die Rasenfläche, die für Wurfdisziplinen den Standards für Wettkämpfen entspricht, kann auch als Ausweichfläche für Ballsportarten genutzt werden. Sowohl der Kunstrasenplatz als auch das Werferfeld werden mit einer Flutlichtanlage ausgestattet, die das Training bei Dunkelheit und Dämmerung ermöglicht.

Als Ergänzung für das Publikum sind Sitzstufen an der Ostseite der Kampfbahn ohne Überdachung vorgesehen und Sitzelemente aus Beton auf der gegenüberliegenden Seite. Zudem wird die Fußwegverbindung zwischen Werferfeld und Sportanlage erneuert; auch Parkplätze sind in der Planung berücksichtigt.

Großprojekt kostet 1,87 Millionen Euro

Sigmund hatte der Stadt Meßstetten auch gleich die Rechnung parat: Insgesamt soll das Großprojekt auf dem Geißbühl 1,87 Millionen Euro kosten. Eine sportliche Summe – aber die Gemeinderäte waren sich einig, dass eine Baumaßnahme dieser Größenordnung auch etwas kosten darf – aber dann muss man es gleich richtig machen. Matthias Schwarz, Fraktionssprecher der Freien Wählervereinigung, vermisste in Sigmunds Plänen einen Unterstand für die Trainer genauso wie einen Geräteschuppen. Für den Wettkampfbetrieb benötige es für ihn auch eine Theke, "aus dem man Wurst und Fanta" verkaufen kann. Und – ganz wichtig – ordentliche sanitäre Anlagen. Die finden Sportler aktuell in der benachbarten Sporthalle, doch diese seien in die Jahre gekommen und in einem katastrophalen Zustand. "Ohne separate Sanitärbereiche ist die Anlage nicht betriebsfertig", bemerkte er.

Oliver Rentschler, Sprecher der Bürgerliste, ging noch einen Schritt weiter und hält für einen ordentlichen Schulsport- und Wettkampfbetrieb Umkleiden – für mindestens vier Mannschaften sowie für Schiedsrichter – unabdingbar.

In puncto Sporthalle meinte Bürgermeister Schroft, dass auch dort eine Sanierung über kurz oder lang unumgänglich ist. Für kleinere Bauten wie etwa ein Geräteschuppen ließe sich auch im Nahgang sicher ein Plätzchen finden; das sei auch außerhalb der aktuellen Planungen umsetzbar. Auch über eine Überdachung der Zuschauertribüne könne man reden.

Landschaftsarchitekt Jörg Sigmund rechnet derweil mit der Fertigstellung des Kunstrasens- und Werferfelds bis zum Herbst 2022. Vielleicht sei dann noch Zeit, die Laufbahn zu sanieren, ansonsten werde diese gemeinsam mit den Leichtathletikanlagen im Frühjahr 2023 gemacht.