Die imposante Kulisse im Innenhof von Schloss Blois bietet sich bestens fürs traditionelle Erinnerungsfoto an: Die Meßstetter Luynes-Fahrer samt ihrer französischen Freunde. Foto: Stadt Meßstetten

Traumhafte Schlösser, gutes Essen und gelebte Gastfreundschaft: Eine rund 30-köpfige Meßstetter Reisegruppe hat die französische Partnerstadt Luynes besucht.

Vor einem Jahr ist die deutsch-französische Städtepartnerschaft zwischen Meßstetten und Luynes ins Schwabenalter gekommen. Beide Seiten feierten im Sommer 2024 ihr 40-jähriges Bestehen gebührend – in Meßstetten. Nun haben die Schwaben im Loiretal ihren Gegenbesuch abgestattet. Sie wurden herzlich empfangen, bestens verköstigt und mit einem erlebnisreichen Besucherprogramm verwöhnt.

 

Das Loiretal gehört zu Frankreichs beliebtesten Urlaubszielen – über 400 Schlösser, Burgen und Herrenhäuser sind wie Perlen auf einer Kette längs des großen Flusses aufgereiht. Mittendrin liegt Luynes, eine „Petite cité de caractère“ – diesen Beinamen darf das Städtchen offiziell seit März 2021 tragen.

Dass zu einer Loirereise und speziell zu einem Partnerschaftstreffen eine Schlossvisite gehört, versteht sich also fast von selbst. Diesmal wurde das Château Royal de Blois, eine Autostunde von Luynes entfernt, besucht. Sieben Könige und zehn Königinnen hat es beherbergt; etliche Baustile verschmelzen zu einer Einheit.

Kaum 100 Meter vom Schloss entfernt, im „Haus der Magie“, lernten die Meßstetter und ihre französischen Gastgeber hautnah die scheinbare Widersprüchlichkeit des Lebens kennen: Ob in den vielen „täuschenden“ Nischen und Erlebnisecken oder der Zaubershow im hauseigenen Theater – die Illusion war allgegenwärtig.

Schauen und Staunen – aber nicht Fotografieren

Dicht gedrängt war der Termin am Samstag; morgens kurz nach acht ging es schon los. Cadre Noir – das ist die berühmteste Reitschule des Landes, die auf 211 Jahre Tradition zurückblickt. Sie entstand, wie so vieles, aus dem Militär heraus; heute pflegt das Ausbildungskorps die französische Reitkunst vor einem ausschließlich sportlichen Hintergrund. Uniformierte Dressurreiter demonstrierten auf ihren stolzen Tieren zur Musik von Beethoven und Smetana ihr Können; auf Erinnerungsfotos oder Handyvideos mussten die geschätzt 1000 Gäste auf den Tribünen allerdings verzichten – strictement interdit!

So ähnlich wie schwäbische Dinnete

Ein Erlebnis war das Mittagessen in „Les caves de Marson“, einem Restaurant, das in eine Höhle hineingebaut ist und in dem der „Maitre de fouées“ diese regionale Spezialität im Steinofen bäckt. Fouées ähneln schwäbischen Dinnete; dazu gab es Bohnenentopf mit Kuttelwurst und natürlich Wein.

Die Champagne hütet ihren Namen eifersüchtig

Eine deutschen Stadtführerin, die seit Jahren in Frankreich lebt, zeigte ihren Landsleuten danach das Städtchen Saumur. Dieses beherbergt das 1811 gegründete Weingut Ackermans, heute Marktführer für „Crémant de Loire“. Seinen Gründer Jean-Baptiste Ackermans überzogen die Rivalen aus der Champagne einst mit Prozessen; bis heute dürfen Crémants aus Saumur nicht in Anspruch nehmen, nach der „méthode champenoise“ gekeltert zu sein – der Qualität tut das keinen Abbruch.

Beim Rundgang durch einen kleinen Teil der insgesamt sieben Kilometer langen, in den Fels gehauenen Gänge und Hallen unter Tage erfuhren die Gäste viel über die Geschichte der Schaumweinproduktion und die Historie von Ackermans. Den Schlusspunkt setzte der Partnerschaftsabend im Gemeindesaal, den „halles de Luynes“. Das Dreigänge-Menü war weder überladen noch etepetete, sondern bodenständig und dabei dennoch raffiniert.

Die Jüngste war zwei, der Älteste 90

Einen offiziellen Festakt mit Ansprachen gab es diesmal nicht, dafür umso mehr Zeit fürs gegenseitige Kennenlernen – Ältester in der Meßstetter Delegation war der 90-jährige Jens Körner, früherer Rektor des Meßstetter Gymnasiums, der schon der Besiegelung des Partnerschaftsvertrags 1984 beigewohnt hatte, die Jüngste die zweijährige Laetitia Schroft, Tochter von Bürgermeister Frank Schroft.

Dieser sagte am Montagmorgen vor der Heimreise noch einmal allen „Merci“, die es sich verdient hatten: den vorbildlichen Gastgebern, allen Mitreisenden, dem französischen Partnerschaftskomitee und besonders Jean-Claude Gasser, der mit seinem perfekten Deutsch auch diesmal der bewährte Reiseführer und Organisator war. Ebenso jenen, die auf deutscher Seite die Fäden ziehen: Christina Eppler und Thorsten Steidle – beide leben diese Städtepartnerschaft.

Im Herbst 2026 gibt es ein Wiedersehen

Der Termin fürs Wiedersehen steht übrigens schon – der Meßstetter Schultes und sein französischer Amtskollege Bertrand Ritouret, der am Besuchsfreitag seinen 64. Geburtstag feierte, verständigten auf den Zeitraum vom 17. bis 21. September 2026. Dann kommen die französischen Freunde wieder auf dem Großen Heuberg.