Bröckelt es schon? Die Zukunft des Bundeswehrstandorts Meßstetten ist zumindest ungewiss. Im Oktober entscheidet es sich, ob die Zollernalbkaserne erhalten bleibt. Foto: Kaminsky

Schließt der Bundeswehrstandort Meßstetten oder nicht? Die Frage erhitzt die Gemüter.

Meßstetten - Schließt nun der Bundeswehrstandort Meßstetten oder nicht? Die Frage erhitzt die Gemüter. Die Nachricht, dass Meßstetten angeblich vor dem Aus steht, hat den CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß jedenfalls "ziemlich geärgert".

"An den ganzen Gerüchten ist nichts dran", betonte Bareiß gegenüber unserer Zeitung. Erst kürzlich waren die Standortbürgermeister sowie Vertreter der Landratsämter auf Einladung des Politikers für eineinhalb Tage nach Berlin gereist, um gemeinsam mit ihm für den Erhalt der Standorte zu kämpfen und zu werben. Mit dem Wahlkreisabgeordneten sprachen sie mit allen relevanten Stellen, unter anderem auch mit den zwei Parlamentarischen Staatssekretären aus dem Bundesverteidigungsministerium. Da habe sich kein neuer Stand ergeben, betont Bareiß.

Dass Meßstetten gefährdet sei, will der Politiker nicht verhehlen, aber es sei nicht ausgeschlossen, andere Einheiten auf den Heuberg zu holen. Eine Entscheidung falle erst im Oktober, und dafür gebe es einen Kriterienkatalog.

Das ist auch die offizielle Sprachregelung, welche die Verantwortlichen in der Zol­lernalbkaserne handhaben. "Keine einzige Standortentscheidung fällt vor Herbst. Vorher wird auch nichts bekanntgegeben", betont Reinhard Wagenbauer. Im Moment sei die Strukturkommission in der "Feinausplanung". Alles andere nennt der Pressesprecher des Einsatzführungsbereichs 1 "Gerüchte und Spekulationen".

Fakt ist, dass derzeit drei Einheiten der Bundesluftwaffe in Deutschland den Luftraum überwachen, eine davon ist in Meßstetten stationiert. Die Luftwaffe selbst sagt, dass zwei Standorte ausreichten, einer zu streichen möglich sei. Und da scheint Meßstetten im Nachteil zu sein, auch weil der Bunker viel Unterhalt koste, wie Bareiß einräumt.

Doch vorschnell die Flinte ins Korn werfen will er nicht: "Ich bin noch dabei, Gespräche zu führen und werde erst aufgeben, wenn die Sache entschieden ist." Da hat er den Landrat des Zollernalbkreises, Günther- Martin Pauli, an seiner Seite. Der will noch mit Vertretern der Landesregierung sprechen und für Meßstetten werben: "Wir sollten nicht ohne Not aufgeben, was gewachsen ist", verweist Pauli auf die Akzeptanz des Standorts in der Region, was in Kombination mit dem Truppenübungsplatz ein Pluspunkt gegenüber anderen Standorten sei.

"Bundeswehr ist ein Wirtschaftsfaktor"

Und sollte die Luftwaffe tatsächlich aus Meßstetten abziehen, der Status Quo nicht haltbar sein, fordert der Landrat die Bundeswehr auf, nach "kreativen Alternativen" zu suchen. Eine Idee: Einheiten dort unterzubringen, die den Truppenübungsplatz nutzen. Denn eines sei klar, wie Oliver Rentschler vom örtlichen Handels- und Gewerbeverein betont: "Die Bundeswehr ist ein Wirtschaftsfaktor, und die Soldaten sind hier ins Leben integriert. Wenn sich das ändert, kommen auf Meßstetten schwere Zeiten zu."

Solche Gedanken will Bürgermeister Lothar Mennig erst gar nicht aufkommen lassen. Nach seiner Sicht ist Meßstetten "sehr gut" aufgestellt, gerade auch in der Gesamtbetrachtung mit dem Truppenübungsplatz Heuberg, der für das Land Baden-Württemberg eine zentrale Bedeutung einnehme.

Ein Doppelstandort des Heeres Meßstetten – Stetten a. k. M. könnte eine Kompensation sein, sollte die Luftwaffe tatsächlich verloren gehen. Über Nachfolgenutzungen der Kaserne – etwa in den Bereichen Tourismus, Medizin oder Ausbildung – will er deshalb gar nicht spekulieren. Zuvor gehe es darum, von der Qualität des Meßstetter Standorts zu überzeugen.

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