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Meßstetten Wie ein konfessionelle Grenze Gemeinsamkeit schuf

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Steingewordene Ökumene: das KäpelleFoto: Ottenbreit Foto: Schwarzwälder Bote

Meßstetten-Tieringen. In diesem Sommer werden es zehn Jahre, dass die Dank- und Friedenskapelle an der Markungsgrenze von Tieringen und Hausen a. T. eingeweiht wurde. Am kommenden Wochenende, dem 4. und 5. Juli, hätte das Jubiläumsfest stattfinden sollen – das Coronavirus hat einen Strich durch diese Rechnung gemacht.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Im kommenden Jahr soll nachgeholt werden, was in diesem Jahr nicht möglich war.

Die Pläne der evangelischen Tieringer und der katholischen Hausener, gemeinsam eine Kapelle an der alten Ortsverbindungsstraße zu bauen, reichen Jahrzehnte zurück – und die Vorgeschichte sechs Jahrhunderte. 1418 wurde Tieringen an die Württemberger verkauft, die sich 100 Jahre später auf die Seite der Reformation schlugen und evangelisch wurden. Samt ihren Untertanen – so wollte es der Grundsatz "Cuius regio, eius religio" des Augsburger Religionsfriedens. Damit verlief jetzt eine Konfessionsgrenze zwischen Tieringen und Hausen, die freilich die traditionellen gutnachbarlichen Verbindungen und Kontakte nicht zu zerstören vermochte. Sie blieben, mit wechselnder Intensität, erhalten, und in der jüngeren Vergangenheit entwickelten die beiden Kirchengemeinden gemeinsame Aktivitäten, etwa die "Frühschicht", die im Wechsel in der Tieringer und der Hausener Kirche stattfand, und das ökumenische Gebet an der Markungsgrenze.

Irgendwann war der Gedanke geboren, der Schlichemtäler Ökumene eine Heimat zu geben. 2007 gründeten sieben Frauen und Männer aus beiden Gemeinden einen Kapellenverein, es entstanden Pläne für ein kleines Gotteshaus, und im August 2008 wurde der erste Spatenstich gesetzt. Nicht zuletzt dank handfester Hilfe der Hausener und Tieringer Bürger bei den Bauarbeiten und dank der Spendenbereitschaft nicht nur in den beiden Orten, sondern auch in der Umgebung war das Werk zwei Jahre später vollendet.

Von Anfang an sollte das Käpelle als Gedenk- und Andachtsstätte dienen, und zwar für alle Menschen, egal welcher Glaubensrichtung, und an 365 Tagen im Jahr. Die Eintragungen im Gästebuch zeigen, dass es viele Besucher hat, die dort Ruhe und Kraft schöpfen. Taufen, Trauungen und Goldene Hochzeiten wurden bereits im Käpelle gefeiert; für das kommenden Wochenende war ein ökumenischer Gottesdienst geplant.

Daraus wird nun nichts – doch die Vereinsverantwortlichen sind überzeugt, dass das nun verschobene Festwochenende im kommenden Jahr stattfinden kann. Sie wünschen sich aber noch etwas Anderes: Mit "unserem Käpelle" sind auch die Vereinsmitglieder zehn Jahre älter geworden; wenn das Gemeinschaftswerk eine Zukunft haben soll, dann sollten Jüngere aus beiden Orten sich für das Kirchlein engagieren, Mitglieder im Verein "Unser Käpelle" werden und in ihm Verantwortung übernehmen. Informationen dazu erteilen die beiden Vorsitzenden, Rainer Tewes aus Hausen und Eugen Schick aus Tieringen.

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