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Meßstetten Von Menschen und ihren Anekdoten

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Hans HS Winkler, Ursula Neher-Springer und Tilman Neuffer vor dem Heimatmuseum Foto: Holbein Foto: Schwarzwälder-Bote

Das aktuelle Projekt der Theaterwerkstatt Schwäbische Alb kooperiert mit dem Heimatmuseum in Hossingen. Unter dem Titel "Über die Dörfer – Alb hören" machen sich zwei Künstler auf die Suche nach verborgenen Geschichten. Diese sollen in einer Hörstation beim Museum zu hören sein.

Meßstetten-Hossingen. Momentan sind sie eifrig am Sammeln: der bildende Künstler Hans HS Winkler und der Dramaturg Tilman Neuffer. Es geht ihnen um Geschichten, die Bezug haben zu den Menschen und der Kultur vor Ort. Im Rahmen des Projektes der Theaterwerkstatt Schwäbische Alb des Landestheaters Tübingen (LTT) mit dem Titel "Über die Dörfer – Alb hören" arbeiten sie dabei unter anderem mit dem Heimatmuseum in Hossingen zusammen. Die gesammelten Geschichten bereiten sie auf und wollen sie in einer Hörstation, die direkt am Museum in Hossingen in­stalliert wird, den Interessenten zugänglich machen.

"Wir wollen die Geschichten als Hördokumente präsentieren mit der Möglichkeit, jede Geschichte einzeln anzuwählen", erläutern Winkler und Neuffer. Der Plan ist, dass die Leute, die am Heimatmuseum vorbeikommen, etwas von der Geschichte des Ortes und den Menschen dort mitbekommen. "Es entsteht ein Klangraum, in dem die Geschichten über Lautsprecher wiedergegeben werden." Bis zu 25 Geschichten haben die beiden Künstler vorgesehen, lassen zudem noch akustischen Platz offen, um zu ergänzen und weitere Erzählungen aufzuspielen.

Das Heimatmuseum mit der dafür verantwortlichen Ursula Neher-Springer ist dabei ein wichtiger Ort, um Adressen und Ansprechpartner zu finden, die Winkler und Neuffer dann treffen, um von ihren Geschichten zu erfahren. Ein breites Spektrum wollen sie dabei abdecken: vom Kneipengespräch bis hin zu schriftlichen Zeugnissen, die vorgelesen werden, und zu historischen Vorlagen. "Wir wollen Schätze heben und sie in ein anderes Medium überführen", sagen Winkler und Neuffer und haben dabei auch das Ziel, mehr Leute zu erreichen und aufmerksam zu machen für das Hossinger Heimatmuseum.

Bis es so weit ist, absolvieren die beiden diverse Termine, etwa mit Adolf Klek. Der frühere Lehrer hat sich schon immer für Hossingen interessiert und Geschichten aufgeschrieben. Von historisch – etwa über die Nazizeit – bis aktuell sollen die Geschichten sein, Menschen jeglichen Alters wollen die beiden ansprechen und dabei herausarbeiten, was die Leute in Hossingen beschäftigt – auch mit Blick auf sozio-kulturelle Zusammenhänge. "Wir suchen auch nach Anekdoten, nach Ereignissen, die man sich heute noch erzählt." Unterhaltsam sollten die Geschichten dabei zudem sein.

Ursula Neher-Springer hat einige Kontaktpersonen ins Auge gefasst und diese angesprochen. Eine Woche sind die beiden Macher vor Ort und wollen danach die Geschichten zusammen haben. Dann sind sie zu schneiden und aufzubereiten: "Das ist richtig viel Arbeit, das in Form zu bringen", betont Dramaturg Tilman Neuffer. Die Beiträge sollen nicht länger als maximal 30 Minuten sein. Ende September/Anfang Oktober wird die Hörstation im Rahmen einer kleinen Veranstaltung eröffnet. "Das ist eine einmalige Sache. Wir haben Leute getroffen, die noch nie über ihre Geschichte gesprochen haben", erzählt Winkler.

Für die Tonaufnahmen sprechen die Erzähler selbst: "Der Charakter soll erhalten bleiben." Die Hörstation bleibt dauerhaft beim Museum stehen, "damit die Geschichten weiter leben". Dafür hat Ursula Neher-Springer Zugriff auf die Station und die Möglichkeit, die Chips und Speicherkarten auszuwechseln, Geschichten zu ergänzen oder durch andere zu ersetzen, neue aufzuladen oder alte auszutauschen.

Für die Hörer gibt es eine Anleitung, wie die Hörstation funktioniert, und Erklärungen zu den einzelnen Beiträgen. Jede Geschichte ist einzeln anwählbar zum Anhören. In der Nähe verlaufen zwei Traufgänge, dort sollen Hinweise auf die Hörstation angebracht werden. So erhofft sich die Verantwortliche für das Museum, dass durch dieses Angebot mehr Leute auf das Museum aufmerksam werden: "Das ist super, super toll und eine gute Sache."

Der Meßstetter Bauhof wird die Hörstation aufstellen – an der Sitzbank vor dem Museum unter einer transparenten "Akustik-Wolke", die baulich noch zu entwickeln ist. "Hossingen hat eine unheimlich charmante Ausstrahlung", erklärt Neuffer, wieso sich die beiden Macher für den Ort entschieden haben. Unter anderem auch deshalb, weil die Besucher im Heimatmuseum die Exponate anfassen dürfen, sie eingebunden sind und Ursula Neher-Springer die Nähe zum Publikum wichtig ist. Jetzt hoffen Dramaturg und bildender Künstler, dass lebendige Geschichten zusammenkommen, die Bilder im Kopf entstehen lassen. Wer etwas erzählen möchte, darf sich melden.

 
 
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