Ein Zunftmeisterempfang frei Haus: Der Narrenfreundschaftsring Schwarzwald-Baar-Heuberg hat gestern zu einem virtuellen Zunftmeisterempfang eingeladen. Präsident Kurt Szofer und seine Frau Iris begrüßten die Teilnehmer.Foto: Weiger Foto: Schwarzwälder Bote

Ringtreffen daheim: Narrenfreundschaftsring lädt zum virtuellen Zunftmeisterempfang ein

Zunftmeister-Empfang frei Haus: Die Narren müssen sich in der Corona-Fasnet ganz schön etwas einfallen lassen. Das Präsidium des Narrenfreundschaftsrings Schwarzwald-Baar-Heuberg hat am Sonntag online eingeladen.

Meßstetten-Heinstetten. Am Wochenende hätte in Heinstetten eigentlich das große Ringtreffen stattgefunden – mit dem klassischen Vor-Corona-Programm. So war der Plan, der Rest ist bekannt. Die Pandemie hat dieses Vorhaben mit aller Macht durchkreuzt. Am Freitag wäre der Brauchtumsabend mit der Maskenvorstellung über die Bühne gegangen, am Sonntag hätte ein bunter Umzug mit zig tausend Hästrägern den Meßstetter Teilort in ein richtiges Narrennest verwandelt. Stattdessen gab es im Jahr 2021 für die Schwarzwald-Baar-Heuberg-Zünfte virtuelle Bändel, ein Narri-Narro über den Lautsprecher, den Tusch vom Band und das Prosit über den Videochat. Organisiert sind im SBH-Ring aus dem Zollernalbkreis die Heinstetter Hau-Giebler, die Nusplinger Tannenburger sowie die Narrenzünfte Schörzingen und Dotternhausen.

Kein großes Remmidemmi also, aber ein perfekt vorbereitetes "Ringtreffen daheim". Die einen gönnten sich ein kühles Bier, die anderen einen Sekt und Häppchen. Wieder andere schmausten Linseneintopf oder belegte Brote.

Kurt Szofer, der Heinstetter Ringpräsident, und seine Gattin Iris hießen die Teilnehmer willkommen. Wenige Straßen weiter war Tobias Roth von der Heinstetter Narrenvereinigung Hau-Giebel der wohl niedergeschlagenste Zunftmeister der Region: "Traurig ist unser Narrenherz." Das Häs bleibe im Schrank – ohne die Fasnet im Hau-Giebler-Land, wie er mitteilte. Kleine Seelenschmeichler: närrische Care-Pakete mit Bier, bunten Ballons und Luftschlangen. Liebevoll gefoppt wurde Roth dennoch. Das aktuelle schneereiche Wetter auf dem Heuberg, so unkten seine Kollegen, hätte hervorragend zu einem traditionsgemäß recht winterlichen Heinstetter Treffen gepasst.

Geschunkelt wurde zur "Schwarzwaldmarie" und dem "Böhmischen Traum“. Frei nach dem Motto: "Heute ist nicht alle Tage!"dachten die Verantwortlichen an Nach-Corona-Zeiten. Sie luden zum 55. Bestehen des Narrenfreundschaftsrings im November nach Nendingen ein.

Trotz Abstand und räumlicher Entfernung war in der Videokonferenz ein unterhaltsames Programm aus Ansprachen, Gedichten, Stimmungsliedern, Videos und Fotos geboten. Ringpräsident Kurt Szofer und seine Präsidiumskollegen leiteten den heiteren Vormittag. Ein seltenes, närrisches Geburtstagsfest feiern 2022 die Schörzinger Narren, das war außerdem zu erfahren. Der 100. Geburtstag der Zunft steht an. Die Schörzinger Narren hoffen, dass Corona bis dahin Geschichte ist und sie unbehelligt das große Ringtreffen ausrichten können. Im Jahr 2023 ist übrigens die Nusplinger Tannenburg an der Reihe.

Für die Präsidiumsmitglieder gab es von den Online-Gästen ein dickes Dankeschön: "Es war anders, aber toll. Ein wunderbares Trostpflaster für uns alle." Kurt Szofer gab dieses Lob gerne zurück: "Es war nicht das Ringtreffen, aber es war herrlich, Euch alle zu sehen." Einen kleinen Spaß erlaubte sich der passionierte Narr ganz zum Abschluss: "Kommt alle gut nach Hause."

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