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Meßstetten Signatur eines "Jahrhundertprojekts"

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Historischer Moment: Jörg Alisch, Helmut Reitemann, Frank Schroft, Klaus Konzelmann und Josef Ungermann (von links) unterzeichnen die Satzung.Fotos: Müller Foto: Schwarzwälder Bote

Die Unterschriften sind gesetzt, der Vertrag besiegelt: Mit der Unterzeichnung der Satzung haben die Kommunen Meßstetten, Albstadt, Balingen, Nusplingen und Obernheim den Zweckverband "Interkommunaler Industrie- und Gewerbepark" gegründet.

Meßstetten. Als "historischen Moment" hat Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft den Donnerstagmorgen erlebt. Und solche Worte nehme er nicht leichtfertig in den Mund: Mit der Unterzeichnung der Zweckverbandssatzung haben er und seine Kollegen der anderen beteiligten Städte und Gemeinden den "Interkommunalen Industrie- und Gewerbepark Zollernalb" auf dem Geißbühl gegründet. Auf dem früheren Kasernengelände sollen sich in den kommenden Jahren Industriefirmen und Gewerbebetriebe ansiedeln.

Der Platz ist rar – zumindest anderswo

Etwa acht Jahre ist es her, dass die Konversion – die Umnutzung des Bundeswehrareals – ihren Anfang nahm. Frank Schroft erinnerte im Beisein der Vertagsunterzeichner – den Bürgermeistern Jörg Alisch aus Nusplingen und Josef Ungermann aus Obernheim sowie den Oberbürgermeistern Klaus Konzelmann aus Albstadt und Helmut Reitemann aus Balingen – an die Hürden, die das Projekt in dieser Zeit genommen habe.

"Uns in Meßstetten war immer klar, dass wir da keinen Alleingang machen werden, sondern dass wir das Gelände interkommunal entwickeln werden", erklärte Schroft. Dennoch hält Meßstetten mit 50 Prozent den größten Anteil der Mitglieder, gefolgt von der Stadt Albstadt mit 24 Prozent und Balingen mit 20 Prozent. Die Gemeinden Nusplingen und Obernheim sind mit je drei Prozent am Zweckverband beteiligt. Die Beschlüsse, sich diesem anzuschließen, waren in Nusplingen, Obernheim, Albstadt und Balingen allesamt mehrheitlich, nahezu einstimmig, gefallen.

Die umliegenden Städte und Gemeinden überzeugte vor allem eins: Platz. Denn dieser ist, wenn es um die industrielle Nutzung geht, tatsächlich rar – und das nicht nur in der Region. Ein zusammenhängendes Industriegebiet in der Größe wie jenes, das auf dem Geißbühl entstehen soll, ist einzigartig: Zunächst soll das "Filetstück" des Areals unterhalb der Kaserne, 28 Hektar groß, bebaut werden mit dem Ziel, langfristig das gesamte 56 Hektar große Gelände zu nutzen.

Die Bürgermeister berichteten, dass Firmen erweitern möchten, doch die Bedingungen für ein Industriegebiet sind streng reglementiert – zum Schutz der Anwohner und der Natur. Christoph Dickmanns, der das Projekt als Konversionsmanager begleitete, merkte jedoch an, dass ein Industriegebiet in diesem Ausmaß auch nur durch die Umwidmung möglich sei.

Erst einmal müssen die Partner investieren

Durch die Kaserne ist das Gebiet schon vorbelastet. "Heute heißt die Frage nicht mehr, wo man als Firma hinmöchte, sondern wo man überhaupt hin darf", erklärte Dickmanns. "Hätte man vor zehn Jahren mal gesagt, dass Meßstetten ein Wirtschaftszentrum werden könnte, hätten alle gelacht", stellte Schroft fest. Doch dort seien die Flächen, wenn auch nicht die beste Verkehrsanbindung.

"Das ist für uns ein Riesenpfund", kommentierte Obernheims Bürgermeister Ungermann. Er freut sich, dass Obernheim als kleine Gemeinde so die Möglichkeit habe, Gewerbe anzusiedeln und somit den Einwohnern auch Arbeitsplätze zu bieten. Albstadts OB Konzelmann sieht jetzt, wo sich die Wirtschaft wieder etwas erholt, als den richtigen Zeitpunkt für den Projektstart.

Auch wenn die Gemeinden und Städte des Zweckverbands nun erst mal Geld in das umlagenfinanzierte Projekt reinstecken müssen und es einige Jahre dauern wird, bis die Erträge, etwa in Form von Gewerbesteuereinnahmen, zurückfließen werden, sind alle Beteiligten felsenfest davon überzeugt, mit der Vertragsunterzeichnung ein "Jahrhundertprojekt", wie es Schroft nennt, auf den Weg gebracht zu haben.

Die Fläche gehört noch dem Bund

Als nächsten Schritt muss der Zweckverband erst mal Fläche erwerben. Das Gelände ist derzeit noch im Besitz des Bundes. Gleichwohl hoffen die Oberhäupter der beteiligten Städte und Gemeinden, dass bald schon Investoren gefunden werden, die sich auf dem Geißbühl ansiedeln. Laut Frank Schroft gibt es bereits Anfragen, allerdings noch keinen konkreten Investor.

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