Oberst Olaf Holzhauer, Leiter des Weltraumlagezentrums, berichtet über dessen vielfältige Verantwortungsbereiche. Foto: Schwarzwälder-Bote

Oberst Olaf Holzhauer referiert in Meßstetten über das Weltraumlagezentrum

Von Alfred Reck Meßstetten.Herumfliegender Schrott im Weltraum wie ausgebrannte Raketen-Brennstufen, Werkzeuge, Trümmerteile und ausgediente Satelliten kann die Raumfahrt und aktive Satelliten gefährden, die immer wichtiger für die globale Telekommunikation und Navigation werden. Diesem Problem widmet sich das Weltraumlagezentrum der Bundeswehr, dessen Leiter Oberst Olaf Holzhauer in Meßstetten als Referent zu Gast war. Vor mehr als 200 Gästen ging der Oberst auf die enge Verzahnung zwischen militärischen und zivilen Einrichtungen ein, um die Lage im Weltraum einzuschätzen. Raumfahrt sei der Schlüssel für die Lösung globaler Herausforderungen, so Holzhauer. Sie nehme im Hinblick auf die gesamtstaatliche Sicherheitsvorsorge einen wichtigen Stellenwert ein.

Holzhauer erläuterte den Zuhörern, in welchen Höhen welche Arten von Satelliten operieren und wie diese zivil und militärisch genutzt werden. Ein besonderes Augenmerk richtete er dabei auf den immer zahlreicher werdenden Weltraumschrott, der meist unkontrolliert im All herumfliege und somit aktive Satellitensysteme gefährde. Viele Bereiche der Wirtschaft und des Militärs seien heute ohne Hilfe aus dem All nicht funktionsfähig, so Holzhauer.

Um eine sichere Nutzung der verschiedenen Satelliten zu gewährleisten, komme das Weltraumlagezentrum ins Spiel. Dort ist man nach seinen Angaben in der Lage, mögliche Kollisionen von Satelliten zu berechnen.

Ein weiteres Aufgabenfeld ist das Weltraumwetter. Aufgrund der Gefahren für die zivile und militärische Raumfahrt habe das Zentrum eine Software entwickelt. So seien heute Vorhersagen über Auswirkungen von Sonnenphänomenen möglich. Zudem sei es unabdingbar, auf die Erde herabstürzende Satelliten zu verfolgen, um bei möglichen Gefahren den Katastrophenschutz zu informieren.

Das Lagezentrum, das sich nach einer zweijährigen Aufbauphase mit heute 13 Mitarbeitern den Aufgabefeldern widmet, wird wohl erst 2020 seine volle Einsatzfähigkeit erreichen.

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