Den Rasen mit dem Schlauch gießen? Sollte unterbleiben, rät Frank Schroft: Wasser ist knapp. Foto: PA Wire/dpa/Yui Mok

Anderthalb Jahre Dauerregen in Deutschland wären nötig, um die Grundwasserspiegel wieder auf Normalmaß zu bringen, sagen Experten. Der Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe kämpft mit dem Wassermangel – und der Verschwendung.

Noch vergleichsweise stabil ist laut Frank Schroft, Bürgermeister in Meßstetten und Vorsitzender des Zweckverbands Wasserversorgung Hohenberggruppe, das Grundwasservorkommen im Donautal. Aus dortigen Tiefbrunnen bezieht der Verband einen Großteil seines Wassers, einen kleineren Anteil aus Quellen im Donautal – und eine geringere Menge aus der Bodensee-Wasserversorgung, allerdings nur für ein Mitglied des Verbands.

Doch auch die Grundwasserpegel im Donautal seien inzwischen generell niedriger und erholten sich nur bei langanhaltenden Regenfällen, so Schroft. „Das hängt allerdings auch vom Einzugsgebiet und von der Bodenbeschaffenheit ab.“

Der Verbrauch steigt seit Jahren an

Ein großes Problem stellt den Zweckverband freilich vor eine ebenso große Herausforderung: „Die Wassermenge, die der Zweckverband an seine Mitglieder abgibt, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen“, sagt Schroft. „Das zeigt sich besonders in den Sommermonaten.“

Zwar sei der Wassernotstand noch nicht ausgebrochen, doch es sei eine herausfordernde Aufgabe, ununterbrochen Trinkwasser im gesamten Versorgungsnetz zur Verfügung zu stellen – erst recht angesichts des gestiegenen Wasserbedarfs. „Das meistert der Bereitschaftsdienst rund um die Uhr“, sagt Schroft, wobei nach Informationen unserer Redaktion die Mitarbeiter zuweilen sehr kurze Nächte haben, um immer genug Wasser in die Netze des Zweckverbandes zu leiten.

„Wassersparen ist noch nicht in den Köpfen angekommen.“

„Möglicherweise ist durch die ständige Verfügbarkeit von Trinkwasser das Thema intensives Wassersparen noch nicht in den Köpfen der Verbraucher angekommen“, sagt Schroft. Tatsächlich war in den vergangenen Jahren – etwa im Oberbürgermeister-Wahlkampf 2015 in Albstadt – immer wieder die Rede davon gewesen, dass die überdimensionierten Abwasserrohre aus Zeiten der florierenden Textilindustrie ohnehin gespült werden müssten – ob nun von den Albstadtwerken oder vom Verbraucher.

Aktuell ist es die Gartenschau in Balingen, die sich zusätzlich – wenn auch insgesamt nicht in nennenswertem Maße, wie Schroft betont – auf den Wasserverbrauch auswirkt. Außerdem sind das Planschbecken und der Kinderpool im Garten seit den Zeiten der Corona-Quarantäne wieder beliebter geworden.

Wie hoch die Füllstände der Hochbehälter sind, werde mittels Prozessleitsystem zu jeder Tages- und Nachzeit überwacht, erklärt Schroft. „Das ermöglicht, dass die Hochbehälter nachts komplett gefüllt werden können.“ Tagsüber sei der Wasserbedarf natürlich „erheblich höher“, was zur Folge haben könne, dass die Füllstände der Hochbehälter trotz gleichzeitiger Befüllung abnähmen.

Alternative Versorgungswege sind schon im Gespräch

Froh ist der Vorsitzende, dass der Zweckverband noch keine Probleme habe, den Wasserbedarf zu decken. „Aus Gründen der Vorsorge und um die Wasserversorgung auf weitere Standbeine zu stellen“, befasse er sich dennoch damit, so Schroft. „Überlegungen sind beispielsweise die Erschließung weiterer Wasservorkommen und Verbundleitungen zu anderen Wasserversorgern und Zweckverbänden. Das Ganze ist mit hohem Arbeitsaufwand verbunden.“

An die Verbraucher hat Schroft dennoch eine Bitte: dass sie in anhaltenden Hitze- und Trockenphasen verantwortungsvoll und sparsam mit dem Trinkwasser umgehen: „Wasser ist ein kostbares Gut, das durch nichts ersetzt werden kann!“