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Meßstetten Schöpfung nach Noten

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Beeindruckte mit Werken rund um die Schöpfung: der Ebinger Kammerchor in der Lamprechtskirche Foto: Groh Foto: Schwarzwälder Bote

Meßstetten. "Die Schöpfung in Chormusik aus vier Jahrhunderten" lautete der Titel der geistlichen Musik, die der Ebinger Kammerchor unter Leitung von Brigitte Wendebergin der Lamprechtskirche präsentiert hat.

Pfarrer Reinhold Schuttkowski staunte über die große Zahl an Zuhörern, die zu diesem musikalischen Lob auf Gottes Schöpfung gekommen sind. Die Sängerinnen und Sänger des Ebinger Kammerchors stammen aus dem ganzen süddeutschen Raum und hatten ein anspruchsvolles Programm mit A-Cappella-Chormusik von höchster Qualität erarbeitet.

Ein feiner Chorklang mit frappierender Dynamik und klarer Aussprache sind Merkmale dieses hochkarätigen Ensembles. So wurde schon der schlichte Chorsatz über Psalm 148 aus dem Becker-Psalter von Heinrich Schütz in einer gemischten Aufstellung des Chores zu einem großartigen Hörerlebnis. Bei der vierstimmigen Motette "Kommt herzu, lasst uns den Herrn frohlocken" des einstigen Thomaskantors und Mozartzeitgenossen Johann Gottfried Schicht beeindruckten die makellos intonierten Chorfugen.

In den "Gesängen zum Erntedank" von Heinrich von Herzogenberg vereinigten sich homofone mit polyfonen Elementen zu entzückenden romantischen Motetten, etwa das "Danket dem Herrn" oder das jubilierende "Halleluja" mit dem abschließenden "Amen". Zauberhaft ausdrucksvoll sang der Chor aus den "Zwölf Geistlichen Gesängen" von Heinrich Schütz das "Benedicite vor dem Essen" mit dem berühmten "Aller Augen warten auf dich, Herre" und das "Deo gratias nach dem Essen" mit dem kunstvollen "Danket dem Herrn".

Von Hartmut Burgmann, der als junger Klavierbauer in Ebingen wirkte, sang der Chor das afrikanische Morgenlied "Ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel" in aparter moderner Klangsprache. Vortrefflich gestaltete der Chor die beiden Stücke des walisischen Komponisten Karl Jenkins, der in seinen Chorwerken die Tonsprache klassischer Musik mit Elementen von Jazz und Weltmusik verbindet.

So prägten das "Cantate Domino" rhythmisch deklamatorische, wundervolle Klänge, Besonders im "Exsultate, jubilate" beeindruckte das packende Gegenüber von Männer- und Frauenstimmen, das sich zu einem großartigen Jubelchor vereinigte bis zum effektvollen Schluss.

Da man in das Lob auf Gottes Schöpfung heute nicht mehr einstimmen kann ohne die Zerstörung der Umwelt wahrzunehmen, sprach Sibylle Biermann-Rau Texte bedeutender Persönlichkeiten dazu. Der lang anhaltende Beifall galt nicht nur dem Spitzenchor, sondern besonders seiner Leiterin Brigitte Wendeberg, die den Chor seit seiner Gründung 1977 zu diesem überragenden Niveau geführt hat.

Mit der Zugabe "Exsultate, jubilate" entließen die Sängerinnen und Sänger das Publikum in den Herbstabend.

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