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Meßstetten Schöne Inszenierung an idealem Ort

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Übervoll besetzt war die kleine Hossinger Nikolauskirche beim gelungenen Singspiel zum Reformationsjubiläum. Fotos: Franke Foto: Schwarzwälder-Bote

Von ganz besonderer Güte war das Musical, das der Singkreis Hossingen seinen Gästen am Reformationstag geboten hat. Die feine, aber eher kleine Nikolauskirche platzte fast aus allen Nähten.

Meßstetten-Hossingen. Das Interesse an dem Schauspiel des Singkreises Hossingen zum Abschluss des Lutherjahres war berechtigt: Brillant waren wichtige Stationen auf dem Lebensweg des Reformators dargestellt, begleitet von Musik des genialen Siegfried Fietz.

Im Hintergrund des Spiels in der Nikolauskirche wurden aktuelle Bilder der historischen Orte gezeigt, an denen Martin Luther gewirkt hatte, unter anderem die Schlosskirche in Wittenberg, an deren Türen er vor 500 Jahren seine 95 Thesen angeschlagen haben soll.

Pfarrer Reinhold Schuttkowski meinte in seiner kurzen Begrüßung, dass ein Ort wie die Hossinger Kirche gut geeignet sei, um über die Verhältnisse der Menschen untereinander und ihre Beziehung zu Gott nachzusinnen, an deren Klärung Luther sein ganzes Leben lang gearbeitet habe.

Eine Fantasie über Luthers Choral "Ein feste Burg ist unser Gott", vierhändig gespielt von Elisabeth Bodmer und Wilfried Groh, folgte der Vorstellung der Musical-Rollen. Da waren beispielsweise Norbert Bodmer als Ablass-Händler Johann Tetzel, Dieter Bodmer als Prior, Susanne Bodmer und Simone Bodmer-Sauter zu sehen. Sprecherin war Anja Bauer.

Andreas Bodmer spielte ausdruckstark den Martin Luther, beginnend mit der Gewitterszene, als sich der völlig verängstigte Luther dem Klosterleben verpflichtet, sollte ihn der Blitzschlag verschonen. Fröhlich war die Situation dargestellt, in der sich Martin von seinen Freunden verabschiedet, nicht ohne noch einmal hinterfragt worden zu sein – hatte er sich doch bisher beherzt den Freuden des Lebens zugewandt.

Liebevoll hatte das Team auch die Requisiten ausgewählt. Die Kostümierung schien original zu sein, die Zinnbecher auf dem Tisch aus dem Museum zu stammen. Neuzeitliche Technik wurde nur für das Einblenden der Liedtexte und die hinterlegte Musik eingesetzt: Volker Braun, Pfarrer Reinhold Schuttkowski, Peter Bodmer und Kurt Scherle steuerten alles professionell.

Eindrücklich brachte Andreas Bodmer Luthers wichtigste Lebensfrage vor die Leute: "Wie erhalte ich einen gnädigen Gott?", die von der Gemeinde mit dem Lied "Aus tiefer Not ruf‘ ich zu dir" flankiert wurde. Der Ablasshandel auf dem Marktplatz zu Wittenberg brachte Luthers Zorn über die Vernebelung der Menschen im Hinblick auf Gottes Zusage, durch Reue die Sünden zu vergeben, zum Ausbruch. Das mag der eigentliche Auslöser für Luthers Streben nach einer Reform der Kirchenlehre gewesen sein.

Schön die folgenden Szenen, in denen Luther seine Erkenntnisse vermittelte, dass nur Christus, die Bibel, die unverdiente Gnade und der Glaube allein zählen. Auch die Bedeutung der Übersetzung der Heiligen Schrift ins Deutsche arbeiteten die Akteure klar heraus. Wie der Reformator mit Katharina, gespielt von Simone Bodmer, sein Lebensglück fand, stellte der Singkreis als nette Begegnung im Garten der Schlosskirche zu Wittenberg dar. Eindringlich war der Moment, als Luther von Philipp Melanchton (Tobias Bodmer) auf die üblen Folgen seiner missverstandenen Freiheitsgedanken hingewiesen wurde.

Das Musical endete mit einem warmen Eindruck unter Kerzen und dem Lied "Ich danke dir am Ende des Tages". "Gott lügt nicht!" gaben die Darsteller den Menschen mit auf den Weg, der bei vielen zunächst noch zu einem kleinen Empfang ins Gemeindehaus führte.

 
 
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