Vincent Schreiber, Lena Keppeler und Elias Gempper (von links) präsentierten die Ergebnisse des Forums. Foto: Holbein Foto: Schwarzwälder-Bote

Jugendforum: Fester Rahmen, mehr Angebote und eine bessere Mobilität als Wünsche

Die Ergebnisse des ersten Meßstetter Jugendforums haben die Sprecher Lena Keppeler, Elias Gempper und Vincent Schreiber bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats präsentiert. Oberstes Ziel: Die Jugendlichen wollen regelmäßig zu Wort kommen.

Meßstetten. "Wir sind noch in den Startlöchern und am Anfang", betonte Bürgermeister Frank Schroft: Die Mitglieder des Meßstetter Gemeinderats hörten sich in ihrer jüngsten Sitzung am Freitag an, was den Jugendlichen "auf dem Herzen liegt und auf der Seele brennt". Drei Sprecher des ersten Jugendforums informierten über die Ideen und Vorschläge und sparten dabei nicht mit kritischen Worten.

"Wir fordern, dass Jugendliche und junge Erwachsene regelmäßig zu Wort kommen. Die Stadt soll dafür einen festen Rahmen setzen, der es ermöglicht, dass alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen sich untereinander austauschen. Die Ergebnisse sollen in die Kommunalpolitik einfließen. Bei der Umsetzung sollen ebenfalls Jugendliche beteiligt werden", appellierte Vincent Schreiber an die Stadträte.

"Mehr Offenheit und Toleranz" gegenüber den Freizeitaktivitäten der Jugendlichen im Freien wünschte sich Lena Keppeler: "Es gibt im Stadtgebiet keinen Ort, an dem Jugendliche ungestört unter sich sein können, auch bis in die Nacht." Das Angebot sei zu erweitern: mit einem Skateplatz, einem Beachvolleyballfeld, mit mehr Grillplätzen und am Stausee einer Rutsche – "wir wollen mehr Treffpunkte für Jung und Alt": etwa einen Mehrgenerationenspielplatz. Zudem bedürfe es mehrerer Jugendräume für die unterschiedlichen Altersgruppen: "Die Jugendräume sollten die Jugendlichen selbst betreuen."

Auch in Sachen Mobilität haben die Jugendlichen Vorschläge und wollen einen besseren öffentlichen Personennahverkehr während der Freizeit der Jugendlichen: "Vor allem am Abend mangelt es an Busverbindungen nach Albstadt und zurück", betonte Elias Gempper. Bei Veranstaltungen sollte ein Shuttle-Service eingesetzt werden. Testweise eine "Mitfahrbank" einzurichten, ist eine weitere Idee der Jugendlichen.

Kritisch sehen die jungen Leute, wie die Stadt ihre Bürger informiert: So schlagen sie vor, sich als Kommune auf Facebook zu engagieren – Amtsblatt und Homepage seien für die Jugendlichen nicht so prickelnd. Vor allem auf für die Jugendlichen interessante Veranstaltungen sei hinzuweisen – etwa im Whatsapp-Dienst.

Für Schroft ist es wichtig, dass sich die Jugendlichen mit den Themen auseinandersetzen. Im kleinen Rahmen zusammen mit dem Hauptamt, in dem der Bereich Jugendbeteiligung angesiedelt sein soll, wollen sich die Verantwortlichen nach der Sommerpause zusammensetzen, um die Beteiligung der jungen Menschen zu institutionalisieren. "Die Inhalte und Ideen müssen von den Jugendlichen kommen", verdeutlichte der Bürgermeister, der die jungen Leute ermunterte, die Punkte kritisch anzusprechen: "Ich bin zuversichtlich, dass wir Lösungen finden."

Der Ortsvorsteher von Hossingen, Harald Eppler, lud die Jugendlichen zur nächsten Sitzung des Ortschaftsrats, bei dem das Thema Jugendraum besprochen werden soll, um das gemeinsam zu diskutieren. Der Austausch zwischen den Jugendlichen und den Erwachsenen soll also fortgesetzt werden, um miteinander an den Ideen zu arbeiten.