Wer in "Wasserfuhr" in Unterdigisheim baut, zahlt 81,80 Euro pro Quadratmeter.Foto: ©Romolo Tavani – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Bauplatzpreise: Mit leichtem Überschuss

Meßstetten (key). Anders als bei der Diskussion um die "Pfarrwiesen" in Heinstetten ist der Beschluss im Gemeinderat über die Festlegung der Verkaufspreise für Grundstücke im ersten Bauabschnitt des Baugebiets "Wasserfuhr" in Unterdigisheim einstimmig gefallen. Rechtskräftig ist der Bebauungsplan für das Allgemeine Wohngebiet seit 2015, doch erst jetzt wird das Gebiet erschlossen.

In die Verkaufspreise fließen laut Stadtkämmerer Daniel Bayer folgende Komponenten ein: die Planungskosten von 40 356 Euro, die Kosten der Stadt für den vorherigen Erwerb der Flächen über 222 554 Euro – verteilt auf 11 746 Quadratmeter Grundstücksflächen mit 187 958 Euro und 2162 Quadratmeter Straßenfläche mit 34 596 Euro –, die Vermessungskosten sowie die Fortschreibung des Liegenschaftskatasters und die Kosten für die spätere Abmarkung – insgesamt 36 376 Euro –, der Erschließungsbeitrag und der Gemeindeanteil für den Straßenbau mit insgesamt 27 903 Euro, Kosten für die Verlängerung einer Anbaustraße als Schotterweg mit 26 450 Euro, Kosten für einen Spielplatz mit 31 800 Euro sowie 13 300 Euro für naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen.

Von den 544 500 Euro Kosten für den Bau von Abwasser- und Wasserleitungen legt die Stadt nur 61 000 Euro für Abwasser und 52 000 Euro für Wasser um, da die Grundstückskäufer ja bereits Anliegerbeiträge und später auch Benutzungsgebühren zahlen müssen – doppelt will die Stadt nicht kassieren.

Nicht einkalkuliert werden – wie in Heinstetten – die Kosten für das Einlegen von Leerrohren für das Glasfasernetz – insgesamt 56 925 Euro – sowie die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur, den mehr Einwohner nötig machen, also etwa für den Ausbau von Schule, Kindergarten, Klärnlage, Sportanlagen, Friedhof und Bauhoftätigkeiten.

Am Ende wird spitz gerechnet

In seiner Rechnung kommt Bayer – Abwasser- und Wasserversorgungsbeitrag sowie den Erschließungsbeitrag eingerechnet – auf 81,80 Euro, wobei rund 5000 Euro pro Grundstück für das Verlegen von Anschlüssen zwischen Kanälen und Hausanschluss auf jeden Grundstückskäufer zukommen.

In Übereinstimmung mit dem Ortschaftsrat hat die Verwaltung 81,80 Euro als Verkaufspreis vorgeschlagen. CDU-Fraktionschef Ernst Berger beglückwünschte die Verwaltung "zu ihrer Weisheit", was Schroft – zusammen mit dem Beschluss über die Preise in den Heinstetter Pfarrwiesen so interpretierte, "dass Sie auch künftig nicht an einer Subventionierung von Bauplatzpreisen interessiert sind".

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