Nach Erkenntnissen der "Autonomen Antifa Freiburg" soll das "Waldhorn" bereits 2014 Schauplatz für diverse NPD-Veranstaltungen gewesen sein. Derweil betont Lustig, dass er kein NPD-Sympathisant sei. Die "Alboffensive" dagegen befürchtet, dass ein Engagement der NPD vor Ort dazu führt, dass Rechtsextreme, darunter auch gewaltbereite Personen, nach Meßstetten kommen: "Mit einer Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge in unmittelbarer Nähe besteht die ernstzunehmende Gefahr von rassistisch motivierten Übergriffen."
"Keine gemeinsame Sache mit der NPD"
Einen weiteren Gesichtspunkt, den die Antifaschisten ins Spiel bringen: Es sei in der Vergangenheit vorgekommen, dass die NPD mit Immobilienbesitzern zusammengearbeitet habe in der Gestalt, dass die Partei als Schein-Interessent aufgetreten sei, um die Kommune zu einem Vorweg-Kauf zu motivieren. Für diese Dienste sei die NPD mit Geld vom Ex-Besitzer entlohnt worden. Gegen solche Vorwürfe wehrt sich Lustig: Er mache weder gemeinsame Sache mit der NPD, noch wolle er den Preis in die Höhe treiben. Selbst die "Alboffensive" hält eine solche Kooperation in diesem Fall eher für unwahrscheinlich.
Dennoch schätzt die Gruppe das Risiko eines Immobilien-Erwerbs in Meßstetten durch die NPD als groß ein. Sie empfiehlt der Kommune, alles zu tun, um einen solchen Erwerb zu verhindern. Moritz Elser, Pressesprecher der "Alboffensive", erklärt: "Ein Verkauf des ›Waldhorn‹ an die NPD wäre eine Katastrophe. Dem gilt es einen Riegel vorzuschieben." Niko Lustig hat zwischenzeitlich seine Gaststätte geschlossen: "Ich bin im Ort verschrien." Er sieht den Verkauf als einzige Möglichkeit: "Ich hätte sehr gerne hier weiter gemacht."
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