Wohnmobilisten zahlen in Meßstetten künftig etwas mehr für Strom und Wasser.Foto: Dittrich Foto: Schwarzwälder Bote

Wohnmobilplätze: Stromkosten verdreifachen sich – Wasser um 100 Prozent teurer

Die Wohnmobilstellplätze auf dem Blumersberg und am Stausee Oberdigisheim sind beliebt – und kommunale Haushalte in Zeiten der Pandemie klammer als sonst. Deshalb sollen Wohnmobilisten jetzt etwas mehr zahlen für Strom und Wasser.

Meßstetten. Strom wird teurer. Weil selbst die finanziell gut ausgestattete Stadt Meßstetten in Zeiten der Pandemie ihren Haushalt konsolidieren muss, war in der Klausurtagung im September 2020 die Frage aufgekommen, ob Strom- und Wasserentgelte an den städtischen Wohnmobilstellplätzen nicht dazu beitragen sollten, die Stadtkasse von Meßstetten zu entlasten – wenn auch mehr symbolisch. Der Verwaltungs- und Finanzausschuss hatte schon im Oktober einstimmig vorgeschlagen, die Beträge anzuheben, und der Gemeinderat nun ebenso einstimmig Nägel mit Köpfen gemacht und die Benutzungs- und Entgeltordnung angepasst.

Zahlten Nutzer bisher einen Euro für sechs Stunden Strom und für zehn Minuten Frischwasserbezug, müssen sie künftig drei Euro für Strom und zwei Euro für Wasser berappen.

Technisch umsetzbar ist es laut Stadtverwaltung, die Stromversorgungszeit von sechs auf zwei Stunden zu reduzieren, während die Wasserversorgungsmodule durch einen Schiebeschalter eine Änderung der Entnahmedauer zulassen – von zehn auf fünf Minuten. Auf diese Weise soll die Preiserhöhung nun auch umgesetzt werden: Die Nutzer können weiterhin auch nur einen Euro – die Versorgungsmodule sind auf diese Münzgröße ausgelegt – einwerfen, bekommen aber eben weniger dafür. Mitten in der Nacht nachlegen müssen sie nicht, damit der Kühlschrank durchläuft: Durch Einwurf entsprechend vieler Münzen können sie bis zu 240 Stunden Strom beziehen.

Wer nur eine kleine Wassermenge braucht, damit Bello trinken kann oder die Stiefel nach der Wanderung sauber werden, kann über die "Kaffeetaste" eine kleine Menge Wasser kostenlos beziehen. Matthias Schwarz (Freie Wählervereinigung) schlug vor, an den Stellplätzen ein "randalesicheres Spendenkässle" aufzustellen, damit Wohnmobilisten sich dafür erkenntlich zeigen könnten, was die Verwaltung als Prüfauftrag gerne mitgenommen hat, wie Bürgermeister Frank Schroft sagte.

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