An der Orgel ist Wilfried Groh in seinem Element. Für den Schwarzwälder Boten schreibt der Jubilar aber auch gerne Berichte über die Konzerte seiner Musikerkollegen. Foto: Holbein Foto: Schwarzwälder-Bote

Wilfried Groh feiert heute seinen 70. Geburtstag / Als Organist und freier Journalist bekannt wie ein bunter Hund

Von Christoph Holbein

 

Meßstetten. Gesundheit wünscht er sich, und dass er wieder wandern kann. Seinen Geburtstag wird er im kleinen Kreise der Verwandtschaft feiern. Geschenke will er keine, aber Spenden für die Hossinger Orgel: Wilfried Groh wird heute 70 Jahre alt.

Kirchenmusik ist Wilfried Groh wichtig. Seit mehr als 40 Jahren ist er als Organist in Hossingen tätig – im Wechsel mit anderen. Fast so alt – mehr als 30 Jahre – ist die Orgel in Hossingen. Und sie bedarf "dringend" einer Generalüberholung. Deshalb bittet Groh seine Geburtstagsgäste um einen Obolus für das Richten des Instruments.

An diesem ist das Leder am Keilbalken gealtert, der nicht mehr richtig funktioniert; Schimmel wurde festgestellt, und die Orgel ist verschmutzt, musste sie doch eine Kirchenrenovation über sich ergehen lassen, weshalb sich Staub in den Pfeifen abgesetzt hat. Auch klanglich ist etwas zu ändern: "Das Instrument ist verstimmt."

Die Musik ist sein ständiger Begleiter

Der Jubilar weiß, wovon er spricht, hat er doch in jungen Jahren die C-Prüfung für den nebenberuflichen Organisten und den Chorleiterdienst abgelegt. Die Musik hat ihn sein Leben lang begleitet: als Leiter des Schulchores über viele Jahre mit vielen Schulkonzerten und Schulfeiern, die er mitgestaltet hat; als Teilnehmer beim Quempas-Singen, dem Weihnachtssingen, das er vor 25 Jahren mit aus der Taufe gehoben hat, und 36 Jahre lang, von 1964 bis 2000, als Leiter des Kirchenchores in Pfeffingen. Außerdem führte Groh den Meßstetter Kirchenchor, eine Zeit lang den Begräbnischor sowie den Chor der Friedens- und Emmauskirche in Ebingen.

Heute singt er nur noch in der Balinger Kantorei mit und freut sich, dass er auch bei größeren Werken mitwirken darf. Den Balinger Orgelfreunden gehört er schon lange an. Seit dem Tod des Kirchenmusikdirektors Gerhard Rehm organisiert Groh mit Bezirkskantor Wolfgang Ehni zusammen die jährlichen Orgelausfahrten. Er geht auf die Tagung der Gesellschaft der Orgelfreunde und hört dort eine Woche lang Orgelkonzerte. Und als freier Journalist ist er als Mitarbeiter des Schwarzwälder Boten – Kürzel: wgh – spezialisiert: auf Konzertberichte.

Am 30. Oktober 1940 erblickte Wilfried Groh in Reutlingen das Licht der Welt. Nach dem Abitur in Reutlingen besuchte er von 1960 bis 1962 das damalige pädagogische Institut in Weingarten. "Es war mein Wunsch, Lehrer zu werden", sagt Groh, stammt er doch aus einer alten Lehrerfamilie, in der es über mehrere Generationen Pädagogen gab. So legte er seine erste Dienstprüfung für das Lehramt an Volksschulen ab. Seine erste Anstellung erhielt er am 2. Mai 1962 an der Volksschule in Meßstetten. Nachdrücklich in Erinnerung ist dem Jubilar, dass es an diesem Tag geschneit hat. Er übernahm eine zweite Klasse mit 48 Kindern.

Das Wandern ist sein liebstes Hobby

Nach vier Jahren wurde der heute 70-Jährige versetzt an die damalige Mittelschule, die heute Realschule ist. Er besuchte Kurse und absolvierte Prüfungen in evangelischer Religion und Mathematik, was ihn qualifizierte, 1971 zum Realschullehrer ernannt zu werden – und zum Beamten auf Lebenszeit. Neben den Fächern evangelische Religion und Mathematik war Groh auch als Musiklehrer im Einsatz.

Sein spezielles Hobby ist das Wandern in der Gemeinschaft: "Das ist schön." So weckte er den Meßstetter Albverein aus dem Dornröschenschlaf und war von 1972 bis 2000 Vertrauensmann. Heute noch führt er Wanderungen, ist als Seniorenwart im Verein engagiert, und seit 2005 ist er Ehrenvertrauensmann.

Seit vielen Jahren gehört Groh dem Ausschuss der Heimatkundlichen Vereinigung Zollernalb an und veranstaltet Tagesexkursionen. Und er ist Gründungs- und Ausschussmitglied des Meßstetter Heimat- und Geschichtsvereins: "Es wird mir also nicht langweilig."