Luca Roth (vorne) trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Meßstetten ein. Stolz auf ihn sind (von links) Oliver Rentschler, Vorsitzender des SV Meßstetten, sein Vater Bernd Roth und Bürgermeister Frank Schroft. Foto: Müller Foto: Schwarzwälder Bote

Skispringen: Meßstetter gewinnt drei Medaillen bei Skisprung-WM der Junioren / Eintrag ins Goldene Buch

Mit einem vollen Medalliensatz – Gold im Teamwettkampf, Silber im Einzelspringen und die Bronzemedaille im Mixed-Team – ist Skispringer Luca Roth von der Junioren-Weltmeisterschaft im finnischen Lahti in seine Heimatstadt Meßstetten zurückgekehrt.

Meßstetten. Sichtlich stolz ist der 18-jährige Meßstetter, als er sich im Rathaus als bisher Jüngster in das Goldene Buch der Stadt einträgt. Diese Ehre hat er sich verdient – schließlich gilt er als aufstrebender Stern im Skispringen. Bei den Nordischen Junioren-Weltmeisterschaften im finnischen Lahti am Wochenende erreichte er die bisher größten Erfolge in seiner Skisprungkarriere. Gleich drei Weltmeistermedaillen packt der 18-Jährige bei seinem Besuch im Meßstetter Rathaus auf den Tisch. Besonders stolz ist er auf seine Silbermedaille im Einzel. "Im zweiten Durchlauf machte ich einen Supersprung und dann wurde es Silber", erzählt Roth voller Stolz.

Mit 97,5 Metern sprang der Meßstetter am weitesten, aufgrund der Haltungsnoten musste er sich dem Norweger Thomas Aasen Markeng geschlagen geben. In den beiden Teamspringen habe jeder der Springer Topleistungen abgerufen, sodass schließlich der dritte Platz und der Sieg drin waren. "Drei Medaillen bei einer WM hat bei uns noch keiner geschafft", meint Oliver Rentschler, Vorsitzender des Skivereins Meßstetten, für den Roth nach wie vor im Continental Cup an den Start geht. Rentschler lobt seinen Schützling in höchsten Tönen: "Wenn jemand von sich aus so motiviert ist, dann muss man gar nicht auf ihn aufmerksam werden", so Rentschler.

Obwohl Roth als Nachwuchshoffnung im DSV gilt und erst am Anfang seiner Profikarriere steht, ist er auf den Skiern längst ein alter Hase. Seine ersten Sprünge machte er im Alter von sechs Jahren auf der K20-Schanze im Täle in Meßstetten. "In meiner Matschhose", wie er lachend betont. Sein Vater Bernd Roth erzählt, dass sein Junior schon früh total scharf auf das Skispringen gewesen sei und immer seinem Vereinskollegen und Idol Pascal Bodmer nacheifern wollte.

Hartes Training gepaart mit Disziplin und ausgewogener Ernährung

Von da an war die ganze Jugend des Meßstetters auf den Skisport ausgerichtet – alles Andere stellte er hinten an. Roth besuchte das Skiinternat in Furtwangen, seit dem vergangenen Jahr ist er in der Spitzensportgruppe der Bundespolizei. Den Winter über ist Roth freigestellt, um am Olympiastützpunkt in Freiburg und seinem neuen Wohnort Hinterzarten an seiner Skisprungkarriere zu feilen. Und das bedeutet neben hartem Training auch eine Menge Disziplin. Feiern nach dem Sieg? Nicht für Skispringer. Eine ausgewogene Ernährung ist in diesem Sport das A und O. "Jedes Kilo, das man zunimmt, kann einen Verlust von ein paar Metern bedeuten".

Derzeit springt Roth im Continental Cup, im B-Kader des DSV. Doch 2020 könnte Roth schon bei der Vierschanzentournee mitspringen, deren Teilnahme er in diesem Jahr nur knapp verpasst hat. Obwohl Roth sehr ambitioniert ist, hält er den Ball erst mal flach: "Ich möchte einfach im Wettkampf meine besten Sprünge zeigen, und der Sieg kommt dann von ganz alleine."

Bis Donnerstag genießt Roth seine freie Zeit bei seinen Eltern in Meßstetten. Von welcher Schanze er als nächstes springen wird, das weiß er noch gar nicht. Die Einladungen zu solchen Springen erfolgen gerade bei Nachwuchstalenten wie ihm recht spontan.