Die Koffer sind gepackt: Die letzten Flüchtlinge haben die Lea Meßstetten verlassen. Foto: Zahner

Landeserstaufnahmestelle in Meßstetten geschlossen. Insgesamt waren dort 28.000 Flüchtlinge untergebracht.

Meßstetten - Nach drei Jahren ist das Kapitel Landeserstaufnahmestelle Meßstetten am Mittwochmorgen geschlossen worden: Die letzten Flüchtlinge – drei Iraker und vier Gambier – haben gegen 9.15 Uhr die Lea verlassen.

"Goodbye my Camp", schrie einer der Gambier fröhlich und stieg in einen Kleintransporter ein. "Wehmut ist dabei", sagt Andreas Binder, Leiter der Lea. Für die sieben Flüchtlinge ging es zunächst nach Ebingen und von dort mit dem Zug Richtung Heilbronn oder Ulm in Anschlussunterbringungen.

Seit Mitte August, als Regierungspräsident Klaus Tappeser die Lea-Schließung zum Ende des Jahres bestätigte und mitteilte, dass die Einrichtung zum 30. September geräumt sein werde, hat die Lea sukzessive die 350 verbliebenden Flüchtlinge in neue Unterkünfte verteilt. Nun beginnt für diejenigen, die in der Lea gearbeitet haben, das große Aufräumen: Büros ausräumen, Möbel und Küchen abbauen. Das Material gehe in die Flüchtlingsunterkünfte nach Sigmaringen und Tübingen, berichtet Binder, der ab dem 1. Januar die Erstaufnahmestelle in Tübingen leiten wird. Ein paar Mitarbeiter kommen mit nach Tübingen. Bis zum Ende des Jahres werde das Areal von der Sicherheitsfirma bewacht.

Nach der Schließung der Lea läuft auch das sogenannte Lea-Privileg aus. Doch: Der Zollernalbkreis hat während des Betriebs der Lea Meßstetten trotz des bestehende "aus Solidarität mit anderen Landkreisen freiwillig asylsuchende Menschen aufgenommen", sagt Dorothee Müllges, Sozial- und Rechtsdezernentin beim Landratsamt Zollernalbkreis, auf Anfrage unserer Zeitung.

Das Land habe zugesichert, dass die während des Betriebs der Lea freiwillig aufgenommenen Asylbewerber auf die nach dem Betrieb wieder anstehenden Zuweisungen angerechnet werden.

Aufgrund der derzeitig geringen Zugängen von Asylbewerbern in Baden-Württemberg gehe das Landsratsamt davon aus, dass im Jahr 2018 – bei gleichbleibendem Zahlen – dem Landkreis keine asylsuchenden Menschen zugewiesen werden, ist von Müllges weiter zu erfahren.

Die Meßstetter Lea war im Herbst 2014 eingerichtet worden. Nach Karlsruhe war Meßstetten der zweite Standort einer Landeserstaufnahmestelle in Baden-Württemberg. Ausgelegt war sie zunächst für rund 1000 Menschen – tatsächlich kamen dort recht schnell deutlich mehr Flüchtlinge unter. Der Höchststand war am 6. Oktober 2015 mit 3628 Flüchtlingen erreicht. Insgesamt waren seit der Inbetriebnahme rund 28.000 Menschen in Meßstetten untergebracht.