Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Meßstetten Laubbäume sind auf dem Vormarsch

Von
Der Wald auf der Schwäbischen Alb wird sich verändern: Dazu gab es bei der Führung durch den Forst Leitsätze.Fotos: Müller Foto: Schwarzwälder Bote

Obwohl die Meßstetter Forsteinrichtung fast ausschließlich auf Naturverjüngung setzt, haben die Stadträte im Zuge einer Ausgleichsmaßnahme circa 500 Bäume am Kochsbühl gepflanzt. Anschließend erhielten sie eine Führung durch Meßstettens Gemeindewald.

Meßstetten. Eiche, Hainbuche, Mehlbeere, Speierling, Spitzahorn, Hainbuche und einige Baumarten mehr haben die Mitglieder des Gemeinderates gemeinsam mit Bürgermeister Frank Schroft am Kochsbühl gepflanzt. Die Pflanzaktion war eine Ausgleichsmaßnahme für den Wasserhochbehälter in Oberdigisheim. Die Setzlinge sowie das Wissen hatten die Revierleiter Thomas Holl, Franz Maier und Klaus Dreher mitgebracht.

Gemeinsam mit Klaus Richert, dem Leiter der Forstamtsaußenstelle Albstadt, ging es dann auf Tour durch den Meßstetter Stadtwald in den Gewannen Erpfenschwang, Kochsbühl und Hagenbühl. Die Erkenntnis aus diesem zweistündigen Informations-Spaziergang durch die herbstliche Natur: Wie das Klima wird sich auch der Wald auf der Schwäbischen Alb verändern. Während aktuell der Wald noch zum großen Teil von Fichten geprägt ist, soll sich das in den kommenden Jahrzehnten ändern. Derzeit ist der Baumbestand in Meßstetten recht ausgewogen: 47 Prozent der Bäume sind Nadelhölzer – davon großteils Fichte – und 53 Prozent sind Laubbäume. Die neue Forsteinrichtung sieht vor, dass in den kommenden zehn Jahren der Nadelholzanteil im Stadtwald auf 36 Prozent reduziert werden soll, davon soll die reine Fichtenfläche künftig lediglich 18 Prozent einnehmen. 2010 machte die Fichte noch 42 Prozent des Stadtwaldes aus – die Redkuktion des einst so beliebten Nadelholzes wurde schon vor zehn Jahren angestoßen.

Der Klimawandel bewirkt, dass die Standortverhältnisse für die Fichte nicht mehr ideal sind. "Es wird sie weiter geben, doch wird sie in Zukunft einen kleineren Anteil am Wald ausmachen", erklärt Klaus Richert.

Demnach soll die Fichte nun stärker geerntet werden, bei der Naturverjüngung wird vermehrt auf heimische Laubhölzer wie Ahorn und Buche gesetzt. Mit diesen könne dem Klimawandel am nachhaltigsten entgegengetreten werden. Doch wollen die Förster nicht nur auf ein Pferd setzen: "Wir müssen aus unseren Wäldern stabile Mischwälder machen mit mindestens vier verschiedenen Baumarten", erklärte Thomas Holl. Die Gewinner des Wandels: Buche, Douglasie, Bergahorn. Diese Erkenntnis hatte der langjährige Revierleiter schon vor 15 Jahren. Das Ergebnis einer Naturverjüngung von 2005 konnten die Gemeinderäte im Wald am Hagenbühl sehen: Aus zahlreichen Bergahornsamen sind mittlerweile viele kleine Bäume geworden. "Nun gilt es, die Jungbestände zu regenerieren." Generell wolle man im 18 060 Hektar großen Meßstetter Stadtwald weg von Pflanzungen und hin zu Naturverjüngung.

Eine weitere Baumart, die in den kommenden Jahren an Bestand gewinnen wird, ist die Douglasie, Die jungen Triebe werden derzeit im Stadtwald mit kleinen Zäunen geschützt.

Die Folgen des Klimawandels sind bereits sichtbar

Die Folgen des Klimawandels sind jetzt schon im Wald sichtbar: Begünstigt durch anhaltende Trockenheit in den verganenen drei Jahren und Stürme hat der Borkenkäfer leichtes Spiel. "Dennoch sind wir hier, was den Käfer angeht, auf der Insel der Glückseligen", meinte Holl –­ auch was den Schneebruch betrifft. Dennoch müssten immer mehr befallene Bäume entfernt werden – auch in Privatwäldern. Auf dem Holzmarkt mache sich Käferholz allerdings nicht besonders gut.

Generell ist derzeit der Holzpreis im Keller. Derzeit lasse sich nur die Hälfte des Preises von vor zwei Jahren erzielen. Das werde auch im Einschlag berücksichtigt.

Bereits bei einer Sitzung im Juni hat der Gemeinderat Meßstetten die neue zehnjährigen Forsteinrichtung abgesegnet. Für die nächsten zehn Jahre sieht der Forst eine Nutzung von 115 500 Erntefestmetern vor – das ist weniger als von 2010 bis 2019. Der Schwerpunkt liegt auf der Verjüngungsnutzung und dem Abbau der Starkholzvorräten bei der Fichte, um das Risiko einer weiteren Entwertung zu minimieren.

Fotostrecke
Artikel bewerten
0
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.