Soldaten des Jägerbataillons stehen im Park vor dem Schloss in Donaueschingen. Für ihre Verlegung nach Meßstetten will Landrat Pauli nun alle Hebel in Bewegung setzen. Foto: Maier

Landrat Pauli will für Verlegung der Soldaten aus Donaueschingen auf den Heuberg alle Hebel in Bewegung setzen.

Meßstetten - Mit dem in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Abzug des französischen 110. Infanterieregiments aus Donaueschingen keimen neue Hoffnungen für den Bundeswehrstandort Meßstetten. Landrat Günther-Martin Pauli sagte gestern, dass das deutsche Jägerbataillon auf dem Heuberg willkommen wäre.

Wie berichtet, ziehen die Franzosen wohl schon im Lauf des nächsten Jahres aus Donaueschingen ab. Das 110. Infanterieregiment ist derzeit in der Stadt an der Donauquelle noch Teil der Deutsch-Französischen Brigade. Die für Donaueschingen wie nun auch für Meßstetten spannende Frage ist, ob das deutsche Jägerbataillon im Schwarzwald-Baar-Kreis stationiert bleibt oder möglicherweise auf den Heuberg verlegt wird.

Vorteile: intakte Kaserne und Truppenübungsplatz

"Die Chancen auf die Umstationierung des Donaueschinger Jägerbataillons sind zum Greifen nahe", erklärte Pauli gestern. Er werde sich auf allen politischen Ebenen für die Verlagerung des Jägerbataillons 292 nach Meßstetten einsetzen.

Für eine Verlegung in den Zollernalbkreis spricht nach Ansicht von Landrat Pauli vor allem eines: die Vernunft. In Meßstetten stünden eine intakte Kaserne sowie in unmittelbarer Nähe der Truppenübungsplatz Heuberg sowie eine Schießanlage zur Verfügung. Auch in Donaueschingen gibt es eine Kaserne – allerdings ist sie renovierungsbedürftig. Was in Donaueschingen fehlt, sind ein Übungsplatz und eine Schießanlage. Beides müsste für viel Geld – mehr als 20 Millionen Euro – neu angelegt werden. Entsprechende Pläne hat der Gemeinderat Donaueschingen schon diskutiert. Allerdings gibt es auch Widerstand, weil die dafür notwendigen Flächen Teil des Naherholungsgebiets der Stadt sind.

Pauli sagte gestern gegenüber unserer Zeitung, dass durch die Verlagerung der deutschen Soldaten auf den Heuberg teure Investitionen in Donaueschingen vermieden werden könnten. Dazu komme, dass in den Standort Meßstetten in den vergangenen Jahren bereits viel Geld gesteckt worden sei – das müsse bei der Entscheidung, ob die Soldaten in Donaueschingen verbleiben sollen, auch bedacht werden: "Dieses Geld darf nicht umsonst ausgegeben worden sein." Zumal die Nachnutzung der Meßstettener Kaserne ganz sicher keine leichte Aufgabe sei: So könne man anstelle der Kaserne nicht, wie beispielsweise in Münsingen geschehen, ein Wohngebiet setzen, wenn es nebenan auf dem Truppenübungsplatz und der Schießanlage "weiter bumst und kracht".

"Wir appellieren deshalb an alle, verantwortungsbewusst mit den ihnen anvertrauten Steuergeldern umzugehen", so Pauli.

Mit "wir" meint Pauli auch den Ersten Landesbeamte des Zollernalbkreises, Matthias Frankenberg. Der warb am Montag bei der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Garnisonen, einem Zusammenschluss baden-württembergischer Städte und Gemeinden mit Bundeswehreinrichtungen, in Stetten a.k.M für Unterstützung, das Jägerbataillion in Meßstetten zu stationieren.

Auch Thomas Bareiß, CDU-Bundestagsabgeordneter, führt derzeit Gespräche in dieser Sache. Er hält es aber für verfrüht, Hoffnungen zu wecken. Erst wenn die Koalitionsgespräche beendet seien und fest stehe, wer an der Spitze des Bundesverteidigungsministeriums stehe, lasse sich Konkreteres sagen.

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