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Meßstetten Interstuhl produziert dauerhaft OP-Masken

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Vertreter der Stadt Meßstetten und des Landratsamts Zollernalbkreis machten sich ein Bild über die OP-Maskenproduktion bei Interstuhl. Foto: Burrell-Mannigel

Meßstetten-Tieringen - Schwierige Zeiten erfordern kreative Ideen: Eigentlich ist Interstuhl bekannt für hochwertige Büromöbel. Im August ist ein weiteres Standbein hinzugekommen: Im Ursprungsgebäude in der Neue Straße 26 werden OP-Masken hergestellt.

Die Hygienemaßnahmen in der "Urzelle von Interstuhl", hinter der ehemaligen Schmiede, sind enorm: In den Fertigungsraum darf niemand, der nicht in einen Schutzanzug gehüllt ist. Im Dreischichtbetrieb fertigen und verpacken neun Mitarbeiter in steriler Arbeitsweise täglich rund 80.000 OP-Masken - das sind 23 Millionen Stück im Jahr.

Interstuhl-Geschäftsführer Joachim Link hat nun die neue Produktionsstätte Ortsvorsteher Jürgen Löffler, Thorsten Steidle, Stabstellenleiter der Stadt Meßstetten, dem kaufmännischen Geschäftsführer des Zollernalb-Klinikums, Manfred Heinzler, Gesundheitsdezernentin Gabriele Wagner und dem Ersten Landesbeamten Matthias Frankenberg vorgestellt. Auslöser für dieses neue Geschäftsfeld des größten Meßstetter Arbeitgebers, der eigentlich vornehmlich Sitzmöbel in seinem Portfolio hat, ist die Coronavirus-Pandemie, die seit März die ganze Welt im Griff hat.

"Im Frühjahr gab es in Deutschland einen allgemeinen Mangel an medizinischer Schutzausrüstung", erklärt Link. Dass die Produktion von medizinischen Masken fast zu 100 Prozent in Asien von statten geht, machte die Beschaffung nicht unbedingt leichter.

Gleichzeitig hatte die Pandemie auch wirtschaftliche Auswirkungen auf Unternehmen vielfältiger Branchen. Doch Not macht erfinderisch: In Zusammenarbeit mit der benachbarten Firma Matthes und Amman hat Interstuhl Alltagsmasken aus Stoff für Erwachsene und Kinder produziert, mit denen die Bürger der umliegenden Stadtteile im Frühjahr kostenlos versorgt wurden.

Doch der Mangel an sterilen Einweg-OP-Masken ist weiterhin groß, sodass Joachim Link bereits zu Beginn der Pandemie auf die Idee gekommen ist, eine eigene Produktion für medizinische Operationsmasken in Tieringen zu etablieren. "Wir wollen unseren Teil zur Eindämmung der Pandemie leisten", erklärt Link und gibt zu, dass die Idee nicht ganz uneigennützig ist. Der Büromöbelhersteller auf der Alb eröffnet sich so einen ganz neuen Geschäftszweig.

Die Maschine war nicht leicht zu bekommen

Link sah sich auf dem Markt um und beschaffte eine Maskenmaschine, die im August in einem extra dafür eingerichteten Sauberraum keimfreie Fertigung sicherstellt. "Es war nicht ganz einfach, an so eine Maschine zu kommen", sagt Helmut Link.

Gemeinsam mit dem Hersteller wurde die Maschine an die Produktion in Tieringen angepasst. Die Anforderungen an solche OP-Masken sind nicht ohne. Im Laufe des Sommers ließ Interstuhl die Qualität der OP-Masken von mehreren unabhängigen Instituten in Europa auf ihre Wirksamkeit prüfen.

Herausgekommen ist eine OP-Maske, die durch und durch "Made in Germany" ist, wie die Firmenchefs betont. Alle Rohmaterialien stammen vorwiegend aus Deutschland und Europa. In den vergangenen Jahren sei das Know-How sowie die Fertigung und Lagerhaltung von medizinischen Produkten immer mehr Richtung Asien gewandert. Interstuhl möchte diesen Fertigungszweig wieder nach Deutschland bringen, das somit wieder unabhängiger und flexibler vom außereuropäischen Markt werde.

Inzwischen ist Interstuhl als Hersteller für medizinische Produkte gelistet und nimmt an länderübergreifenden und nationalen Ausschreibungen teil. Link kündigte an, dass sich Interstuhl auch über die Pandemie hinaus mit diesem Produktbereich beschäftigen, weitere Medizinprodukte entwickeln und Mitarbeiter weiterbilden wird. Auch wenn sich die gegenwärtige virusbedingte Situation auf der Welt ändern werde, bleibt die Produktion von OP-Masken bei Interstuhl bestehen, versprach der Geschäftsführer.

Für die Privatpersonen und Unternehmen gibt es die Einwegmasken für den Alltagsgebrauch im 50er-Pack im Interstuhl-Shop.

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