Am Gymnasium in Meßstetten gibt es vom 2. bis 5. September eine Ferienschule. Mit dem Projekt möchten die Schul-Verantwortlichen Schülern der Klassen fünf bis sieben, die in mindestens einem Fach Lücken aufweisen und die das selbstständige Lernen noch nicht ausreichend beherrschen, die Chance geben, ihr fachlichen und lernmethodischen Defizite in den Ferien aufzuarbeiten. Foto: Holbein Foto: Schwarzwälder-Bote

Im September startet das Projekt "Ferienschule Gymnasium Meßstetten" für die Fächer Englisch, Französisch und Mathematik

Von Christoph Holbein

Meßstetten. Die Gesamtlehrerkonferenz hat zugestimmt: Am Gymnasium Meßstetten gibt es in der letzten Ferienwoche vom 2. bis 5. September eine "Ferienschule" – bei der Premiere beschränkt auf die Fächer Englisch, Französisch und Mathematik.

Mindestens 25 Schüler – einige Interessierte hatten sich bis dato noch nicht entschieden – möchten in diesen insgesamt 16 Wochenstunden von Montag bis Donnerstag – jeweils vier Schulstunden pro Tag von 8.30 Uhr bis 12 Uhr – die Chance nutzen, betreut von Mentoren – Schüler aus der Oberstufe – ihre fachlichen und lernmethodischen Defizite aufzuarbeiten. "Ich bin zufrieden mit der Resonanz", sagt Schulleiter Norbert Kantimm: "Besonders freut mich, dass wir bei den Rückmeldungen auch Lob dafür bekommen haben, dass wir ein solches Projekt anbieten."

Angebot für Schüler der Klassen fünf bis sieben

Angesprochen sind Schüler der Klassen fünf bis sieben, die in mindestens einem Fach Lücken aufweisen. In Kleingruppen von rund drei bis sechs Schülern sollen sie diese schließen. Dafür haben die Eltern einen Unkostenbeitrag in Höhe von 32 Euro zu zahlen, der als Lohn an die Mentoren fließt. Dazu kommen noch je nach gewähltem Fach die Kosten für Arbeitsmaterialien in Höhe von rund zehn bis 20 Euro. Geld, das laut Kantimm gut angelegt ist: "Wir hoffen, dass die Kinder ihre fachlichen Lücken schließen und dass damit auch der Spaß im neuen Schuljahr am Lernen größer ist, wenn der einzelne Schüler merkt, dass er durch diese Ferienschule vieles besser verstanden hat."

Beim diesjährigen pädagogischen Tag ging es um verschiedene Themen der Qualitätsentwicklung. Eine Kleingruppe mit Katrin Handschuh, Raphaela Esprester- Bauer, Alexander Schlegel und Norbert Kantimm diskutierte, ob eine solche Sommerschule ein Angebot für das Meßstetter Gymnasium sei – Ergebnis: In den Sommerferien 2013 findet eine solche Betreuung zum ersten Mal statt. Dabei ist noch zu klären, ob der Teilnehmer die 16 Wochenstunden in einem Fach unterrichtet wird, oder diese auf maximal zwei Fächer aufteilt. 16 Stunden für ein Fach bedeutet bei einem einstündigen Fach rund ein halbes Schuljahr Unterricht. Detailliert zu regeln ist auch noch die Betreuung durch Lehrer als Ansprechpartner für die Mentoren.

Im Zuge des achtjährigen Gymnasiums sind Diskussionen über die Belastung der Schüler aufgekommen. "Die Sorgen der Eltern werden größer, und die müssen wir ernst nehmen", betont der Schulleiter. Am Gymnasium Meßstetten haben die Verantwortlichen dem bereits Rechnung getragen: Mit der Hausaufgabenbetreuung und dem Mentorenprogramm gibt es Fördermaßnahmen an der Schule – die Ferienschule ist damit ein weiteres Angebot, die Schüler zu unterstützen.

Nach der Premiere wird der Schulleiter das Projekt bilanzieren: "Wenn es gut gelaufen ist und angenommen wird, kann ich mir durchaus vorstellen, dass wir diese Ferienschule für die nächsten Jahre organisieren und möglicherweise auf andere Fächer ausweiten." Eine Idee sei es zudem, die Sommerschule auch dafür einzusetzen, um besondere Begabungen und Interessen zu fördern als Zusatzangebot für starke Schüler. "Das ist ein Ausblick für das nächste Schuljahr."

Die Ferienschule hat auch einen sozialen Effekt, ist eine Säule des Schulprofils doch das soziale Lernen; und bei der Sommerschule profitieren beide Seiten, auch die Mentoren, wenn sie durch ihr Lehren lernen, etwa eine Sensibilität für die Schwächen entwickeln. "Für einen wertschätzenden und respektvollen Umgang ist diese Ferienschule auf jeden Fall ein weiterer Schritt", meint Kantimm.

(hol). Das Projekt Ferienschule gibt es schon länger in Baden-Württemberg. Es begann im Sommer 2010 an vier Standorten mit einem Pilotprojekt, 2011 waren es dann 24 Sommerschulen. Damals beteiligten sich vorwiegend Haupt- und Grundschulen, Gymnasien eher weniger.

Es geht um eine individuelle Förderung, darum, dass bei Schülern mit Lerndefiziten positive Veränderungen eintreten und diese nachhaltig bleiben. Den Kindern und Jugendlichen sollen vor allem überfachliche, soziale, personale und methodische Kompetenzen vermittelt werden. Die Freude am gemeinsamen Lernen soll wachsen. Die Ferienschule, so die Erkenntnis der Experten, eröffnet Chancen, neben dem Aneignen von schulischem Fachwissen seine Persönlichkeit zu entwickeln und Lebensorientierung vermittelt zu bekommen.