Heike Hänsel besuchte die Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Foto: Linke

Linken-Bundestagsabgeordnete besucht Meßstetter Lea. Angebote werden von Bevölkerung kaum angenommen.

Meßstetten - Heike Hänsel, Tübinger Bundestagsabgeordnete der Linken, hat gemeinsam mit dem Kreisrat der Linken Andreas Hauser, Mitgliedern und Sympatisanten, sowie mit Aktivisten des antifaschistischen Spektrums und der Flüchtlingspolitik, die Landeserstaufnahmestelle (Lea) in Meßstetten besucht. Der Leiter Frank Maier zeigte der Delegation die Räume der ehemaligen Zollernalb-Kaserne und das Begegnungszentrum.

Es wurde berichtet, dass Begegnungs- und Kooperationsangebote für die Meßstetter Bevölkerung kaum angenommen würden. Dem engagierten Einsatz Maiers, der Lea-Mitarbeiter, aber vor allem auch den vielen ehrenamtlichen Helfern sei es zu verdanken, dass die Situation trotz Überlastung geradezu vorbildlich sei. Wichtige Angebote, wie Internetzugang, Sprachkurse, Kinderbetreuung und Begegnungsmöglichkeiten könnten in erster Linie dank der Unterstützung des Landkreises, Spendern und wiederum Ehrenamtlicher realisiert werden.

Verschiedene Probleme konnten, allerdings erst verspätet, durch eine bessere Kooperation einfach und schnell gelöst werden. Als Beispiele wurden die Bereitstellung vom Mülleimern und Toilettenhäuschen genannt. Rassistische Vorurteile, welche die Runde machen, könnten einfach entkräftet werden, würden die Beratungsangebote und die unermüdliche Arbeit der freiwilligen Helfer besser angenommen werden.

Insbesondere die Frage der Akzeptanz in der Bevölkerung war schließlich noch eine Diskussionsveranstaltung im FV-Sportheim in Meßstetten gewidmet. Diese war mit 28 Teilnehmern gut besucht. Hänsel referierte zu den Fluchtursachen, welche vor allem in der europäischen Handelspolitik und deutschen Waffenexporten zu sehen seien. Im Anschluss ging es noch um die Gefahr des Erwerbs der Immobilie Waldhorn in Meßstetten durch die NPD. Die Situation sei verworren und von verschiedenen Gerüchten und Verschwörungstheorien überschattet. Die Initiative "Keine Basis der NPD" machte klar, dass ein Ankauf des früheren Gasthauses in Nähe zur Lea unbedingt verhindert werden müsse. Auch wenn es nicht ganz sicher sei, ob ein doppeltes Spiel mit dem Ziel der Querfinanzierung der NPD, betrieben werde, müsse man die Gefahr und die Ängste der Bevölkerung ernst nehmen. Die Politik von Bürgermeister Lothar Mennig und dem Großteil des Gemeinderates, die Öffentlichkeit soweit wie möglich von Information auszuschließen, wurde einhellig kritisiert. Der beste Weg, einen Immobilienerwerb zu verhindern, seien breite und vielfältige Aktionen gegen Rassismus und die NPD.

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