Das "Waldhorn" in Meßstetten geht nicht an die rechtsextreme NPD. Foto: Holbein

Geschäft definitiv geplatzt: Meßstetter Gastwirt Niko Lustig sagt Notartermin ab. Steigt nun doch der Kreis ein?

Meßstetten - Die Gaststätte Waldhorn in Meßstetten wird nicht an die NPD verkauft. Einen Tag vor dem Notartermin ist der Verkauf des Lokals  an die rechtsextreme Partei geplatzt.

Er werde sein Lokal definitiv nicht an die NPD verkaufen, sagte Besitzer Niko Lustig am Dienstag. Auch der Notar bestätigte, dass der für Mittwoch angesetzte Verkaufstermin abgesagt wurde. Der verschuldete Meßstetter Gastwirt plant jetzt, wie er sagt, Privatinsolvenz zu beantragen. Wegen seiner Schulden wollte der Gastwirt sein Lokal verkaufen.

Als Interessent hatte sich laut Lustig der NPD-Funktionär Jan Zimmermann gemeldet. Er soll für die Immobilie mit einem geschätzten Marktwert zwischen 150.000 und 200.000 Euro zuletzt fast eine halbe Million Euro geboten haben. Mehrmals hatte offenbar Zimmermann angekündigt, in dem Gasthaus am Ortsrand von Meßstetten mit etlichen Gästezimmern die  Landesgeschäftsstelle der NPD sowie eine Begegnungsstätte für Parteimitglieder und Sympathisanten einrichten zu wollen.

Gegen diese Pläne hatte sich heftiger Protest geregt – nicht zuletzt wegen der Nähe zur Landeserstaufnahmestelle für Asylbewerber.

Ungeachtet dessen hatten die Stadt Meßstetten und der Zollernalbkreis nicht mitgeboten. Sie waren immer von einem Scheinangebot durch die finanziell klamme NPD ausgegangen, das den Preis in die Höhe treiben sollte.

Nach dem Scheitern des Verkaufs an die NPD überlegt der Kreis nun aber offenbar, die Immobilie möglicherweise doch zu kaufen. Landrat Günther-Martin Pauli sagte am Dienstag, dass er nun das Gespräch mit Lustig suchen wolle. Möglicherweise könne man sich auf einen "vernünftigen Preis" einigen.

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